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Live Wire im Konzert (Bottrop, Oktober 2017)

Zweieinhalb Stunden Atze-Datze-Party

Sicherlich die beiden Aushängeschilder bei Live Wire: Sänger Karsten und Gitarrist "Angus"

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Bottrop ist wahrlich nicht die Hauptstadt der lautharten Töne und somit wohl nur einem begrenzten Kreis Hard-Rock-Fans über die Ruhrpottstadt hinaus bekannt. Umso erstaunlicher, gleich beim Eintreffen im Hürter – urige Kneipe mit großem Stammgästereservoir mitten in den Innenstadt auf der Gladbecker Strasse – dem Wicked Disciple-Frontmann Ted über den Weg zu laufen. Zufälle, wie sie immer wieder mal vorkommen.

In Zukunft sollen im Hürter auch weitere Konzerte stattfinden, heute jedenfalls belebt die AC/DC-Coverband Live Wire den mit 130 Leuten proppevoll ausverkauften Laden. Das Bier fließt, warum sollte denn auch nicht, was dann aber auch dazu führt, dass besonders die Herren der Schöpfung mit gestiegenem Alkpegel eher für Dorf-Disco-Charme sorgen und sich den nicht mehr ganz so eleganten Wiegeschritt schön lächeln.

„Hey, wir sind Live Wire aus Dorsten“, stellt Frontmann Karsten die illustre Truppe vor und bläst noch ein „Schön, wieder in Bottrop zu sein“ auf Schmeichelkurs hinterher – gute 19 Jahre sind die Dorstener schon in Sachen Atze Datze aktiv und zum Glück nicht einer der unseligen „Wir kopieren alles bis auf den letzten Schlips“-Bands. Hier wird vielmehr geschwitzt wie Sau, das Hemd voll durchtranspiriert, die eigene Identität trotz der Coverversionen bewahrt und auch mal der eine oder andere lockere Spruch unter's tanzwillige Volk gehebelt.

Ein Fan steht heute tatsächlich in Aussie-Schuluniformtradition vor der Bühne und wird gleich mal mit besonderem Hallo begrüßt, aber auch so lässt es sich Karsten nicht nehmen, immer wieder mal die Leute in der ersten Reihe abzuklatschen – kurz vor Schluss schummelt sich der stämmige Frontmann auch durch die ersten Reihen und holt sich mehrere High Five ab. Dabei muss sich Karsten schon noch ins Zeug legen, denn Gitarrist Stefan alias Angus soliert auf hohem Niveau und sorgt so für gesteigerten Unterhaltungsfaktor. Und auch wenn das nicht reichen würden, holen sie sich die erst noch leicht unwillige Nina auf die Bühne, die dann allerdings doch mit reichlich Rock'n'Roll im Blut auf der Luftgitarre brilliert und sich sogar für ein Hinterkopfsolo nicht zu schade ist.

Mit „Sin City“ wird Bottrop natürlich zur Sündenstadt auserkoren, und wer sich hier langweile, kann ja mal nach Dorsten kommen, die „Kommse nach Bottrop, krichse auf den Kopp dropp“-Klischees dürfen ebenfalls nicht fehlen, ab „Shoot To Thrill“ ist dann sogar einer der Langhaarigen mit Headbangen beschäftigt und auch das Mitklatschen zu „Hells Bells“ und etwas später das kollektive Ausrasten zu „T.N.T.“ unterstreichen das geeinte Rock'n'Roll-Feeling mit Bon-Scott-Attitüde, da sorgt noch nicht einmal die Pause vor „Walk All Over You“ für eine Zäsur. Am Ende sind es zweieinhalb Stunden kurzweiliger Unterhaltung, und irgendwie muss man Live Wire dafür auch dankbar sein, das immer wieder mal im Publikum geröhrte „Thunderstruck“ tatsächlich nicht gespielt zu haben.

Setlist:

Live Wire
Problem Child
Dirty Deeds Done Dirt Cheap
Get It Hot
Sin City
Rock'nRoll Singer
Shot Down In Flames
Hell Ain't A Bad Place To be
It's A Long Way To The Top
Hells Bells

Walk All Over You
Touch Too Much
Beating Around The Bush
Back In Black
Shoot To Thrill
Have A Drink On Me
Stiff Upper Lipp
The Jack
T.N.T.
High Voltage
You Shook Me All Night Long

If You Want Blood
Highway To Hell
Ride On

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“