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Letzte Instanz, Mina Harker im Konzert (Bochum, November 2010)

Heilige Zeit zu Allerheiligen
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Letzte Instanz

Dann endlich wird es heilig, das Licht erlischt, der Vorhang wird rot erleuchtet und während das „Vater Unser“ erklingt, zeigen sich die Schatten eines zum Kreuz gewordenen Menschen. Die Menge erkennt direkt, dass es sich um Hol(l)y handelt. Das Intro kündigt minuziös passend die Letzte Instanz an.  Die 7 Heiligen drehen direkt auf, als sei es der Letzte Tag und rocken von der ersten Minute die Bühne, dass die Temperatur in der Matrix schnell die 30 Grad erreicht hat. Mit „Neue Helden“ wird als dritter Song auch direkt ein Song des neuen Albums „Heilig“ gespielt und die Instanzler zeigen, dass auch auf der kleinsten Bühne Platz für sieben Musiker ist, auch wenn diese nicht eine Minute still stehen können. Es kommt, wie es kommen musste: Holly rasselt das eine oder andere Mal mit Bandkollegen zusammen. Aber ist das einzutauschen gehen Stillstand? Nein, hier steht Spaß und Bewegung an erster Stelle. Das Set besteht aus insgesamt 23 Stücken und die sind eine sehr gute Mischung aus alten und auch neuen Stücken.

Die Halle kocht und das nicht nur stimmungsmäßig, sondern auch temperaturmäßig, es ist heiß. So heiß, dass Holly nach „Schlaf, Schlaf“ sehr zur Begeisterung der weiblichen Fans seine Jacke auszieht und fortan oben ohne singt.
Das Tempo wird härter und schneller, nach der Aufforderung, beide Hände in die Luft zu strecken, folgt die Aufforderung diese auf die Schultern des Vordermanns zu legen. Warum, mag sich nun der eine oder andere fragen? "Ganz einfach" sagt Holly: „Damit ihr besser springen könnt!“ Die ersten Töne von „Tanz“ erklingen und Bochum springt, bzw. tanzt. Die Stimmung, die hier herrscht, muss erlebt werden, um es nachzuvollziehen. Die glorreichen Sieben schaffen es, das Publikum zu leiten und zu lenken und auch wenn es sich anfangs weigert, niederzuknien, kniet dann doch jeder Bochumer nieder, um dann gleich wieder zum Song „Mein Engel“ aufzuspringen.

Es ist unglaublich, was die Letzte Instanz heute leistet und scheinbar können auch sie es nicht glauben, was die Fans ihnen wiedergeben, denn Holly sagt kurz vor dem offiziellen Ende, als die Fans noch immer mehr wollen: „Ihr macht uns fertig!“ Das muss man einfach live erleben, um dies nachempfinden zu können.

Aber, wer glaubt, dass es nun heißt: „Ende, aus, Feierabend“, der kennt die Sieben sehr, sehr schlecht. Auch die immer lauter werdenden „Rapunzel, Rapunzel“-Rufe werden überhört. Mutti Stolz springt, die Geige fest im Griff, Benni Cellini schüttelt, das Cello bearbeitend, seine Rastas, Oli, Michael und Holly D. zupfen die Saiten und Holly genießt das Zusammenspiel auf engstem Raum.

Nun endlich ist ein wenig Zeit, inne zu halten und zur Ruhe zu kommen, sich an den Händen zu halten und die scherzweise von Holly genannten 23 Minuten von „Du Bist Allein“ auszuhalten, um den Instanzlern nachher ein Bier ausgeben zu dürfen. Sie verstehen bestens, ihre Fans zum Lachen zu bringen und mit Sicherheit gibt es nach der Show das eine oder andere Bier. Was nun aber von den Fans kommt, scheint nicht erwartet zu sein, die letzten Takte verklingen und doch singen die Fans vereinigt „nanananaa“ lange weiter und lassen sich nicht zum Ende bringen. Sie ernten ein gerührtes „Ihr seid verrückt!“. Die Band verlässt die Bühne und wird umgehend mit einem erneuten „nanananaa“ zurückgeholt und für drei weitere Songs kehren sieben Musiker auf die Bretter der Welt zurück. Wer auch zurückkehrt und eine Strophe im Duett mit Holly singen darf, ist Mina Harker. So endet ein wunderschöner heiler Abend an Allerheiligen.

Setlist:

Intro: Dein Gott
Schau In Mein Gesicht
Neue Helden
Atme
Der Garten
Maskenball
Schlaf, Schlaf
Flucht Ins Glück
Tanz
Dein Licht
Monument Der Stille
Ohne Dich
Eismeer
Der Letzte Tag
Feuertanz
Finsternis
Mein Engel
Jeden Morgen
Todestag
Wir Sind Allein

Zugabe:
Kalter Glanz
Rapunzel
Die Winterträne

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