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Letzte Instanz, Alice Roger im Konzert (Leipzig, November 2014)

Keine Zeit für Müdigkeit

Letzte Instanz sind auf ihrer Tour zum aktuellen Album „Im Auge des Sturms“. Dass es bei ihren Konzert ebenso ruhig zugeht wie bei ihrer letzten Scheibe, ist allerdings nicht anzunehmen. Wobei sich der Zuschauerandrang im Werk 2 in Leipzig durchaus recht zurückhaltend zeigt. Eigentlich nimmt man an, dass die Band nun doch bald die große Halle füllen sollte, aber Einzug hält man in dem kleineren Saal, der aber durchaus ein angenehmes Clubfeeling versprüht.

Alice Roger


Doch selbst in den kleineren Räumlichkeiten zeigt sich beim Start der Vorband ein dezimiertes Zuschauerbild, welches bei einigen Besuchern doch Überraschung aufwirft. Den Support Alice Roger stört dies allerdings herzlich wenig, es wird pünktlich begonnen und zudem gleich in die Vollen gegangen.

Die Band gewann bereits zwei Wettbewerbe, was zwar nicht unbedingt viel bedeuten muss, aber im Falle der Dresdner absolut berechtigt scheint. Zusätzlich ergatterte sich das Quartett per Voting auch noch eine Clubtour, die von einem Getränkehersteller ausgeschrieben wurde. Heute und hier kann man aber getrost auf die stimulierende Wirkung von Koffein verzichten, denn Alice Roger bringen genug Energie mit, um die Leute munter zu halten.

Beim Einstieg mit „Dass du da bist“ zeigt sich das Leipziger Publikum zwar noch recht verhalten, doch schon beim nachfolgenden Titel wird die Verblüffung über den etwas unerwarteten Sound abgeschüttelt. Der selbstbetitelte Kiezrock geht durchaus gut ins Ohr und lässt auch die ersten Reihen munter mitrocken. Irgendwo zwischen Pop, Rock, Punk und Blues angesiedelt, finden Alice Roger immer wieder eine gelungene Symbiose aus den verschiedenen Stilen. Wen interessiert es da noch, dass fast die komplette Zeit Dreiviertel der Band im Dunkeln steht. Immerhin scheint den Dresdnern der Rock'n'Roll dermaßen aus allen Ritzen, dass jedes der Stücke doch ein Funkeln erzeugt. Einzig das Thema Mitsingen bleibt etwas unterbelichtet. Frontmann Friedemann gibt sich zwar reichlich Mühe, den Zuschauern ein paar Töne zu entlocken, aber spätestens beim Geschlechterkampf herrscht nun doch Ruhe im Saal. Die Kiezrocker nehmen dies mit Humor, immerhin ist Geschlechtertrennung eh out und nachplappern ist doch auch nicht wirklich angesagt. Dafür folgt man zu „Beweg dich“ doch noch auf's Wort.

Mit „Die Welt steht Kopf“ wird schließlich das Set abgeschlossen und damit einer der besten Songs ihrer EP „Digitale Liebe“ präsentiert. Ein letztes Mal zeigt sich der Vierer kraftvoll und treibend, und scheint damit tatsächlich auch einige zum Mitsingen animieren zu können. Auch wenn Leipzig heute Abend noch nicht Kopf steht, man könnte durchaus meinen, dass dies nur noch eine Frage der Zeit ist.


Setlist:

Dass du da bist
Macht Lärm
Jeder kann
Digitale Liebe
Ein Stück
Raus
Bunt
Nur kuscheln
Beweg dich
Die Welt steht Kopf

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