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Leprous, Voyager, Earthside im Konzert (Hamburg, April 2016)

Drei sehr eigenständige Bands sorgen für gute Partystimmung im Logo

Spielen fast nur Songs der letzten beiden Alben: Leprous.

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Leprous

Als der Mainact die Bühne erklimmt, ist es schon fast halb elf und das Publikum scheint tatsächlich ein wenig (aber wirklich nur geringfügig) ausgedünnter. Apropos: Dass heute – wie oben erwähnt – keine Puristen anwesend sind, wundert angesichts der Bandzusammenstellung natürlich nur bedingt, interessant zu sehen ist auf jeden Fall, wie bunt gemischt die Anwesenden sind. Sehr viele noch sehr junge Leute, aber auch etliche, die sich garantiert jenseits der Sechzig bewegen. Eine eigenartige, aber gerade deswegen auch coole Mixtur.

Im Gegensatz zu Daniel hält Leprous-Sänger/Keyboarder Einar Solberg anscheinend nicht allzu viel davon, große Reden zu schwingen, sondern beschränkt sich höchstens auf „Thank you“ und „Danke“, meistens jedoch spielen die Norweger die Songs ohne Unterbrechung hintereinander weg. Dafür meistert der Frontmann die schwierig zu singenden, häufig mit schwindelerregend hohen Tönen ausgestatteten Tracks relativ fehlerfrei – gegen Ende klingt seine Stimme etwas belegt, aber geschenkt, beeindruckend ist das zweifellos. Auch wenn „Foe“ lediglich in einer verkürzten Version gespielt wird, was aber auch verständlich ist, denn wie soll man das vertrackte Gesangsarrangement am Ende auch live adäquat wiedergeben, trotz vokaler Unterstützung der Saitenfraktion?

Geboten wird – optisch unterlegt mit Filmchen auf vier Fernsehgeräten, die inzwischen im hinteren Teil der Bühne aufgestellt wurden – fast ausschließlich Material der letzten beiden Alben „Coal“ und „The Congregation“, lediglich „Bilaterial“ wird in Gestalt von „Acquired Taste“ und dem als letztes dargebotenen „Forced Entry“ noch kurz gewürdigt. Der Sound ist erneut ziemlich gut, auch wenn das Keyboard manchmal etwas übersteuert, das Publikum inzwischen vielleicht einen Tick müder geworden, aber definitiv noch immer selig bangend und sich wiegend während und euphorisch applaudierend zwischen den Songs. Auch von den anderen Bands finden sich Musiker im Zuschauerbereich wieder und das ist eben das Schöne an solch kleinen Schuppen wie dem Logo und generell an Undergroundkonzerten: Der direkte Kontakt zu den Helden auf der Bühne, die sich für keinen Plausch und keine Frage zu schade sind.

Auch wenn Einar Solberg kein großer Entertainer sein mag, sein amtliches Headbangen (wenn er gerade nicht singen muss) sorgt allein dafür, dass man automatisch mitmacht, während die beiden Gitarristen die Monitorboxen für sich auserkoren haben, sich immer wieder darauf stellen, sodass man ihnen bestens auf die Finger gucken kann. Trotzdem: Als Star der Truppe muss man neben Solberg den erst 2014 eingestiegenen blutjungen Drummer Baard Kolstad bezeichnen. Was der Knabe abzieht, ist unfassbar und allein schon sein Eintrittsgeld wert. Auf jeden Fall wird einem ganz bestimmt nicht langweilig, wenn man sich ausschließlich auf sein unglaublich versiertes und tightes Spiel konzentriert.

Neun Stücke bieten Leprous (mit dem großartigen „Slave“ als Abschluss), bevor sie erstmals von der Bühne verschwinden, nach kurzer Zeit aber für vier weitere Nummern zurückkehren, um anschließend mit erwähntem „Forced Entry“ noch eine letzte Zugabe ins Rund zu feuern. Nach rund 95 Minuten ist aber endgültig Schluss und es ist bereits kurz nach Mitternacht. Müde aber zufrieden dürften die Fans heute nach Hause gehen – die Freude über einen gelungenen Abend übertrifft bestimmt bei den meisten die Gewissheit, dass es zu diesem Zeitpunkt nur noch wenige Stunden bis zum nächsten Arbeitstag sind. Da will ich den Jungs sogar noch mal verzeihen, dass sie den Übersong „Echo“ nicht gespielt haben…

Setlist:

The Flood
Foe
Third Law
Chronic
Rewind
The Cloak
Acquired Taste
Red
Slave
--------------------
The Price
Moon
Down
The Valley
--------------------
Forced Entry

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