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Leprous, Voyager, Earthside im Konzert (Hamburg, April 2016)

Drei sehr eigenständige Bands sorgen für gute Partystimmung im Logo

Mitunter etwas zerfahren, aber nicht uninteressant: Earthside.

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Von Album zu Album erfreuen sich Leprous immer größerer Beliebtheit. Sicherlich schadet es dabei nicht, dass ihr Frontmann der Schwager von Black-Metal-Ikone Ihsahn ist und dass die Band lange Zeit die Live-Backing-Kapelle des Meisters darstellte, doch im Prinzip ist dies allenfalls eine Nebensächlichkeit, da das Talent der Musiker ohnehin für sich spricht. Insbesondere über Sangeswunder Einar Solberg staunt man immer wieder aufs Neue, doch so oder so besitzen die Norweger neben starken Songwriting-Fähigkeiten – nachdem man ihnen nach ihrem Debüt „Tall Poppy Syndrome“ teilweise noch unterstellte, im Opeth-Fahrwasser zu schippern – mittlerweile eine Eigenständigkeit, die vielen anderen Bands abgeht, dabei klingt dennoch jede Platte anders. Eigenständigkeit ist ein gutes Stichwort, denn auch beiden Supportacts muss man dieses Attribut attestieren.

Earthside

Los geht es pünktlich um 20 Uhr mit Earthside, die schon mal damit auffallen, dass sie ihre Musik als „Cinematic Rock“ bezeichnen. Die Amerikaner veröffentlichten im letzten Jahr ihr Debütalbum „A Dream In Static“, ein ehrgeiziges Projekt, bei dem man nicht nur mal eben die Unterstützung des Moskauer Symphonieorchesters auf seiner Seite hatte, sondern auf dem sich auch einige durchaus namhafte Gäste als Sänger die Klinke in die Hand gaben, wie beispielsweise Björn Strid von Soilwork, für die Earthside auch bereits live eröffneten.

Einen eigenen festen Sänger hat das Quartett allerdings nicht, weswegen sich eine skurrile Szenerie auf der Bühne zeigt: Da stehen bzw. sitzen vier Mann an Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug, ein Sänger ist jedoch nirgends zu sehen. Viel von dem dargebotenen Material ist instrumental gehalten, doch wenn dann doch mal eine Stimme auftaucht, kommt sie offenkundig vom Band und der jeweilige Vokalakrobat ist lediglich auf einer großen Leinwand zu sehen, die vom Publikum gesehen links auf der Bühne platziert wurde.

Somit gibt es für den Verfasser dieser Zeilen heute Abend gleich zwei Premieren: Sicherlich war ich schon auf hunderten von Konzerten, aber eine Band ohne Sänger habe ich noch nie erlebt – jedenfalls nicht, wenn trotzdem Gesang dabei vorkommt und es sich nicht ohnehin um eine rein instrumental agierende Combo handelt. Und dass es im kleinen Logo mal eine Leinwand auf der Bühne gab, daran kann ich mich ebenfalls nicht erinnern.

Ein bisschen eingeschränkt sind die Herren Musiker so jedenfalls, zumal nicht nur der Gesang, sondern auch viele Keyboards und Orchesterpassagen gesampelt werden. Dabei steht ja ein Tastendrücker live und in Farbe auf den Brettern, aber bei der Vielschichtigkeit der Kompositionen reicht das anscheinend nicht aus. Der Bursche spielt im Übrigen, wenn er gerade mal nicht in die Tasten hauen muss, sehr präzise Airdrumming mit und scheint der Bandleader zu sein, jedenfalls dirigiert er per Handzeichen des Öfteren die Einsätze. Die Ansagen übernimmt allerdings Gitarrist Jamie Van Dyck, der sich besonders bei einer Fraktion in der ersten Reihe bedankt, die sich seit zwei Tagen liebevoll um die Band kümmern und eine Art Roadie-Aufgaben übernehmen würden.

Außerdem, so fährt er fort, würden die Hamburger Fans offensichtlich viel mehr abgehen als die Leute in Berlin (wo man am 31. März gastierte). In der Hauptstadt wird man das nicht gerne hören, Fakt ist allerdings, dass sich die Stimmung für die erste Band definitiv hören lassen kann; vielen ist der Vierer noch unbekannt, aber zumindest zeigen sich viele interessiert. Ein bisschen zerfahren wirkt das Ganze mitunter schon und es ist irgendwie abstrus, wenn beim letzten überlangen Stück „Mob Mentality“ ein Orchester auf der Leinwand zu sehen ist, der Sound desselben jedoch vom Band kommt. Dennoch: Ein netter Auftakt an diesem Konzertabend und der ordentliche Applaus ist keineswegs unberechtigt.

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