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Leprous, Agent Fresco & AlithiA im Konzert (Hamburg, Oktober 2017)

Intensiver Abend im ausverkauften Logo

Agent Fresco

Die Isländer waren letztes Jahr als Support von Katatonia unterwegs, ein Jahr zuvor gastierten sie ebenfalls in der Hansestadt, auch da zockten sie im Logo. Sänger Arnór Dan Arnarson hat sofort erste Lacher auf seiner Seite, als er mit gespielter Nostalgie seufzt, dass er sich freut, „diese wunderschöne Säule“ wiederzusehen. Wer das Logo kennt, weiß, dass sich in der Mitte der Bühne ein Pfeiler befindet, der schon vielen Musikern während ihrer Performance auf den Keks ging, weil er eben wirklich mitten im Weg steht.

Auch ansonsten ist der sympathische wie stimmgewaltige Frontmann sehr redselig, kann bei den Ansagen problemlos zwischen Tiefgängigem wechseln wie einen Song dem verstorbenen Vater zu widmen, andererseits aber auch Furzgeschichten von der laufenden Tour zu erzählen. Obwohl nicht viel Platz ist, macht er wieder mal Kilometergeld und pest die Bühne unablässig auf und ab, wie man es von ihm gewohnt ist und heizt die Stimmung immer wieder an. Natürlich ist es jetzt noch ein bisschen voller geworden und dass der Laden ausverkauft ist, ist offensichtlich. Im Übrigen ist das Publikum erneut bunt gemischt – Alt und Jung, Metaller und Alternative-Kids, Freaks und Normalos – auch das ist bei Konzerten mit Leprous-Beteiligung auffällig und natürlich erfreulich, zumal trotz voller Hütte respektvoll und entspannt miteinander umgegangen wird.

Agent Fresco liefern bei sehr gutem Sound ordentlich ab, ihr vielschichtiges Material zwischen Queen- und Muse-Anleihen, mit einer guten Prise Wahnsinn zwischen The Mars Volta, Meshuggah oder Devin Townsend und einem ordentlich Schuss des heutigen Hauptacts (schon deswegen hat selten eine Kombination mehr Sinn ergeben als diese hier) fasziniert und die Leute sind begeistert. „Bemoan“ und „Dark Water“ werden bei ihrer Ankündigung besonders lauthals bejubelt, bieten sie doch herrliche Melodien, während bei härterem Stoff der Marke „Howls“ oder dem Berserker-Ende von „Eyes Of A Cloud Catcher“ ordentlich Headbangen angesagt ist. Sogar ein neues Stück stellt das Quartett vor.

Doch trotz neuer Nummer: Das Einzige, was man der Truppe neben den vom Band laufenden Keyboards vorwerfen kann, mag die Tatsache sein, dass sie ihre Setlist im Vergleich zum letzten Jahr im Vorprogramm von Katatonia praktisch überhaupt nicht verändert haben. Am Unterhaltungsfaktor des knapp einstündigen Gigs ändert dies jedoch wenig, besonders als Arnór einen Ausflug ins Publikum unternimmt und plötzlich von der Erhöhung, wo sich das Mischpult befindet, aus singt und lässig den Tontechniker begrüßt. Wenn er den Zuschauern erklärt, er fühle sich nirgends so lebendig wie auf der Bühne, nimmt man ihm das dementsprechend hundertprozentig ab. Übrigens gibt es noch eine Verbindung zum letztjährigen Katatonia-Konzert: Damals traten als erste Vorband Vola auf, deren Bassist (der immer noch wie Theon Greyjoy aussieht) sich Agent Fresco auf Leihbasis geholt haben, weil ihr sonstiger Tieftöner „jede Minute“ Vater wird. Klar, dass das Publikum der Forderung nach einmal kräftig Jubeln für den baldigen Papa gerne nachkommt.

Setlist (ohne Garantie):

Anemoi
He Is Listening
Howls
Pyre
Wait For Me
? (New Song)
See Hell
Angst
Bemoan
Dark Water
Eyes Of A Cloud Catcher
The Autumn Red

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