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Leprous, Agent Fresco & AlithiA im Konzert (Hamburg, Oktober 2017)

Intensiver Abend im ausverkauften Logo

Für den Verfasser dieser Zeilen ist es nach 2002 bei Dream Theater in Bremen das zweite Mal, dass er an seinem Geburtstag ein Metalkonzert besucht – wie vor anderthalb Jahren gastieren Leprous, die gerade erst mit „Malina“ wieder ein fantastisches neues Album vorgelegt haben, bei ihrem Hamburger Auftritt der diesjährigen Tour im, nennen wir es mal, kuscheligen Logo. Erfreulich zu sehen, dass die Band seit dem letzten Mal offenbar jedoch noch eine ganze Menge Fans hinzugewonnen haben, denn der Schuppen ist ausverkauft (auch wenn sicherlich nicht wenige auch extra für Agent Fresco gekommen sind). Dementsprechend heiß ist es drinnen und bei der niedrigen Decke kommt einem unweigerlich Otto Waalkes’ Spruch von dem „überdimensionalen Eierkarton“ in den Sinn. Draußen hingegen ist es inzwischen ganz schön kalt, jeder Raucher darf feststellen, dass der November unmittelbar bevorsteht.

Zugegeben, ein wenig gerädert ist der The-Pit.de-Delegierte schon noch vom Reinfeiern, trotzdem steht man um Punkt 20 Uhr auf der Matte – und die erste Band Astrosaur, eine Instrumentalband, wie der Headliner aus Norwegen, hat schon gespielt. Wobei es natürlich auch ziemlicher Quatsch ist, an einem Sonntag vier Bands spielen zu lassen und die Veranstaltung für 20 Uhr anzukündigen. Schade, was man bei YouTube an Material gehört hat, klang interessant.

AlithiA

Und so geht es für uns erst mit AlithiA los, einer siebenköpfigen Truppe aus Down Under. Mit sieben Leuten auf der Logo-Bühne zu stehen, ist eine Herausforderung, zumal wenn man zum konventionellen Schlagzeug auch noch Percussion und Keyboard am Start hat. Aber bekanntermaßen geht so was irgendwie ja dann selbst auf den kleinsten Bühnen doch immer und bei schon jetzt hohem Zuschauerzuspruch legt die Truppe nach einem etwas zu lange dauernden Soundcheck mit spürbarem Enthusiasmus los. Perkussionist Jeffrey Ortiz Raul Castro, eine imposante Erscheinung, die an einen Vorzeigeindianer aus einem Karl-May-Film erinnert, prügelt leidenschaftlich auf seine Schlaginstrumente ein, spielt Keyboards und singt auch sporadisch. Der weitere für den Gesang zuständige Kollege auf der anderen Seite ist leider kaum zu hören, wobei der Sound insgesamt trotzdem in Ordnung geht.

Mit Marjana Semkina hat die Combo diesmal eine Gastsängerin dabei, da ihr etatmäßiger Frontmann John Rousvanis leider über einen längeren Zeitraum erkrankt ist (gute Besserung!) – die Dame ist sonst bei der russischen Kapelle Iamthemorning tätig und gibt sich bei ihren Danksagungen an das wohlwollende Publikum mit niedlicher Zurückhaltung schüchtern-introvertiert, könnte hier und da allerdings etwas sauberer singen – aber geschenkt.

Das Material der Band ist definitiv eigenständig und besitzt viele interessante Ansätze und teils rabiate Dynamikwechsel. Manchmal etwas zu rabiat, denn es fehlen mitunter Struktur und Catchiness. Die Gesangsmelodien sind nicht sonderlich einfallsreich und es bleibt nichts hängen. Klar ist das Ganze durch Drums und Percussion schon recht rhythmusbasiert, aber auch da könnte man mehr draus machen, manchmal wirken die Prügelsequenzen beliebig und ohne wirklichen Plan. Dem Applaus nach zu urteilen gefallen die in jedem Fall sympathischen Aussies, die lediglich 25 Minuten ran dürfen, den meisten Anwesenden allerdings, wie fairerweise gesagt werden muss.

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