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Kreator, Sepultura, Soilwork & Aborted im Konzert (Essen, März 2017)

Essener Süden im Ausnahmezutand

Sepultura

Zu Meckern gibt es ja immer etwas, und wenn es nur schon wie vor der Halle die ewig gleiche Diskussion um die Cavalera-Brüder ist – ein für alle Mal: Früher war nicht alles besser, nur anders. Und wer sich noch immer darin gefällt, den „Neuen“ Derrick Green als nicht geeignet anzusehen, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Der Kerl bringt so viel Dynamik auf die Bühne, dass würde ein um zehn Jahre jüngerer Max auch nicht mehr liefern können.

Zweiter Kritikpunkt dürfte dann für einige Fans auch sein, dass Sepultura auch ausgiebig das neue Album „Machine Messiah“ live vorstellen und dafür bei knapper Spielzeit auch den einen oder anderen Klassiker von der Setlist kicken. Aber auch so sind für die Old-School-Fans noch ein paar Brazil-Schmankerl im Gepäck, was dann Derrick auch mit einem „wollt ihr ein bisschen richtig alten Scheiß hören?“ vor „Inner Self“ ganz gut einleitet.

Ansonsten gibt es auch hier die dauerhafte voll auf die Omme-Präsenz, entweder straighte Thrasher oder das volle Groove-Programm mit Folk-Einflüssen – so wie man das von diesem Quartett seit Jahren gewähnt ist. „Hey Leute, alles gut? Danke, dass wir spielen dürfen“, so Derrik kurzerhand auf Schmeichelkurs, nur um mit „Desperate Cry“ noch ein paar Bonuspunkte mehr einzufahren. Klar, hier tobt der Mosphit einmal mehr als ausführlich, da krachen die Knochen in die ausgestreckte Powerfaust auch gleich am Rand ein paar HeadbangerInnenn mit hinweg. „Hier mit Kreator in Essen kann man sehr gut sehen, dass der Metal wirklich hier lebt“, drückt Derrick nicht ganz zu Unrecht auf die Pathostube, erste Crowdsurfer werden derweil von der wohl besten Grabencrew in Empfang genommen und wieder zum nächsten Ausritt mit einem Lächeln entlassen – musikgedopte Entspannung im fair aufgepeitschten Umfeld.

„Mal was altes“ so Derrick noch vor „Arise“ und muss über das Black Sabbath-Riff von Andreas Kisser schmunzeln. Die Grabencrew bekommt jetzt mal richtig Arbeit, der Moshpit nimmt ebenfalls ordentlich Fahrt auf und am Ende kann sich dann eigentlich keiner mehr wirklich beschweren, dann nicht doch eine bärenstarke Truppe erlebt zu haben. Sepultura werden jedenfalls mit richtig fettem Applaus verabschiedet.

Setlist:

I Am The Enemy
Phantom Self
Choke
Desperate Cry
Alethea
Sworn Oath
Inner Self
Resistant Parasites
Arise
Refuse/ Resist
Ratamahatta
Roots Bloody Roots

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