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Kreator im Konzert (28. Pfingst Open Air Werden)

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Schon lange ließen sich Kreator auf den Bühnen in Essen nicht sehen, insgesamt kann man alles an einer Hand abzählen. Und so war es nicht überraschend, dass Mille und auch der Rest der Combo am 1. Juni bis in die äußersten Haarspitzen motiviert die Bühne des 28. Pfingst Open Airs Werden enterten und den Aggressionspegel steil nach oben steigen ließen. Ein Wunder war, dass nicht gleich das ganze Festivalgelände von den zu tausenden angereisten Fans abgerissen wurde.

Auf dem Weg zu den Wiesen in Essen Werden war die Polizeipräsenz nur unwesentlich gewesen, nach der Show reihte sich Mannschaftswagen an Mannschaftswagen – nur wegen Kreator? Kaum vorstellbar. Sicherlich lag es eher am heutigen Clash der Kulturen.

Tagsüber wurden den zahlreich anwesenden Tänzerinnen und Tänzern Elektropop und andere musikalische Spielarten zu Gehör gebracht, aber auch die zahlreichen Metalheads waren schon deutlich an ihren Shirts und Kutten zu erkennen.

Die Umbaupause war ohne erkennbaren Grund quälend lang, und doch übten sich alle in Geduld, Kreator-Sprechchöre schallten durchs Tal, die „Flag Of Hate“ wurde geschwenkt.

Die Security wirkte entspannt und rechnete mit einem ruhigen Ausklingen des Abends, die Sonne senkte sich sanft und schickte die letzten kitzelnden Sonnenstrahlen über die Meute. Kaum waren die Ohrstöpsel gecheckt, der Hinweis über die zu erwartenden Crowdsurfer den Ordnern zugehaucht, da brach ein fulminantes Riffgewitter über das Publikum herein - so heftig, dass der leuchtende Himmelskörper sich fluchtartig hinter den Baumwipfeln verzog.

Kreator kamen, dicht eingehüllt in eine pralle Hülle aus weißem Nebel und dem beißend grünen Rauch von vier Rauchbomben. Fronter Mille schrie sich schon beim „Hallo Essen“ die Seele aus dem Leib, die pure Aggression wie in Stein gemeißelt war in seinem Gesicht zu sehen.

In den folgenden 75 Minuten gab es keine Gefangenen mehr. Mit großer Präzision und Geschwindigkeit wurde auf die Zuschauer eingehämmert, das Adrenalin kochte über, und wenn man dachte, das können die Jungs oben auf der Bühne gar nicht den kompletten Auftritt lang durchhalten, wurde man schnell eines Besseren belehrt. Der pure Hass wurde verschleudert, Mille forderte zur kompletten Zerstörung auf – „Ex-treme A-ggres-sion“ – und das Publikum ließ sich nicht zweimal bitten. Der Moshpit zertrampelte das letzte Stückchen Wiese und verwandelte alles in einen staubigen Acker, die Surfer flogen der stark schwitzenden Security im Sekundentakt um die Ohren.

Häufig genug wurde man in die Vergangenheit katapultiert. Neben solch illustren Krachern wie „Enemy Of God“ oder auch „Violent Revolution“, dem unverzichtbaren „Coma Of Souls“ wurde die wahrscheinlich schnellste Version von „Pleasure To Kill“ ins Publikum gehackt.

Den obligatorischen Rausschmeißer „Flag Of Hate“ gab es als Zugabe, die beeindruckte. Es schien, dass Mille und Konsorten nicht aufhören wollten zu spielen. Erst dieser Abend beendete ein Pfingstwochenende, das ja schon durch das Rock Hard Festival perfekt eingeleitet wurde.

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