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Kreator, Caliban, Eluveitie, Emergency Gate im Konzert (März 2009, Osnabrück)

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Kreator

So seltsam die Bandauswahl auch erschien, die Stimmung bei Kreator schien es nicht zu beeinflussen. Als die ersten Klänge des „Choir Of The Damned” als Intro erklangen, waren Halle und Sitztribünen nahezu vollständig gefüllt. Zwei Tage vorher waren allein im Vorverkauf noch weit über 100 Karten verfügbar, ausverkauft war das Konzert also nicht. Doch der Stimmung tat das keinesfalls einen Abbruch.

Während sich die meisten Caliban-Anhänger auf die Tribüne verzogen, war nun vermehrt das gewöhnliche Metal-Publikum zu sichten. Als „Hordes Of Chaos“, der Opener der aktuellen Platte, ertönte und das Mainriff das erste Mal gespielt wurde, brach auch vor der Bühne das absolute Chaos aus. Auf einer riesigen Leinwand im Hintergrund lief das passende Video zum Song, während Sänger und Gitarrist Mille sich vorne die Seele aus dem Leib brüllte: „Everyone against everyone!“

Weiter ging es – live wie auf CD - ohne Verschnaufpause mit „Warcurse“, einem der stärksten Songs der jüngeren Vergangenheit der Formation. In dem roten Licht wirkte die Band nahezu diabolisch. Die Ankündigung des folgenden 1989er-Klassikers „Extreme Agressiom“ brüllte so ziemlich die komplette Halle lauthals mit. Sogar Mille schien beeindruckt und legte zusammen mit seiner Band eine Energie an den Tage, die man den Vieren gar nicht mehr so richtig zugetraut hätte. Mit „Phobia“ setze man nahtlos an und die „Is there something after/following you?“-Passagen wurden derart laut mitgegröhlt, dass man fast nichts anderes mehr hörte. Und das lag nicht am Sound, sondern allein an der Lautstärke des Publikums.

War die Musik bei den vorigen Bands - sicherlich bildeten in der Hinsicht Eluveitie das absolute Schlusslicht – mehr schlecht als recht abgemischt, konnte bei Kreator selbst nichts ausgesetzt werden. Gerade der Gesang kam richtig gut zur Geltung.

„Voices Of The Dead“, wohl einer der melodischsten Songs der Band, bot erstmals eine kleine Verschnaufpause, die die ersten auch schon bitte nötig zu haben schienen. „Osnabrück und Umgebung, habt ihr eine Religion?“, fragte Mille und wartete kurz das unstimmige Gemurmel seitens des Publikums ab, bevor er mit „Osnabrück und Umgebung, habt ihr KEINE Religion?“ einen lautstarken Chor an Stimmen erntete. Klar, dass jetzt „Enemy Of God“ folgen musste. Wie auch bei vielen anderen Songs lief im Hintergrund das Video dazu ab. Visuell machte sich das richtig gut.

Mit „Destroy What Destroy You“ folgte mitten im Set bereits der vorletzte Song vom sehr positiv bewerteten „Hordes Of Chaos“-Album, bevor sich mit „Pleasure To Kill“ die Geschwindigkeit am Maximum bewegte. „Are you ready to kill each other?“ Das waren die verbleibenen Caliban-Fans im Moshpit sowieso. Der Rest ließ es mit stationärem Headbanging eher friedlich zugehen. Den ersten wurde es zu viel, so dass der Moshpit – zum Wohlgefallen vieler tradioneller Thrasher - bereits schrumpfte. Es folgten nun die Klassiker: „People Of The Lie“ und „Coma Of Souls“, beide vom gleichnamigen Album, bevor das „The Patriarch“-Intro „Violent Revolution“ und „Terrible Certainty“ einläutete.

Auf „Betrayer“ hatten wohl eine ganze Reihe an Zuschauern sehnsüchtig gewartet, denn hier wurde noch einmal mitgebrüllt, gebangt und gepogt was das Zeug hält, bevor die Band die Bühne verließ. Die Fans allerdings mussten nicht lange bitten, um mehrere Zugaben zu bekommen. Vorher noch war ein Gesprächsthema die Frage, ob Kreator – wegen der derzeitigen Geschehnisse im Zusammenhang mit dem Winnenden-Amoklauf zwei Tage zuvor – den Song „Amok Run“ aus ihrem Set streichen würden. Mit der ersten Zugabe war die Frage geklärt.

Es folgten „Riot Of Violence”, gesungen von Schlagzeuger Ventor, „Flag Of Hate“ und natürlich „Tormentor“, bevor der Auftritt gegen 0:15 Uhr endgültig zu Ende ging und eine ganz Schar an begeisterten Zuschauern zurückließ.

Die Bandauswahl hatte bewirkt, dass es niemals unzumutbar voll in der Halle wurde, gleichzeitig aber auch dafür gesorgt, dass viele Zuschauer nur für eine oder zwei bestimmte Bands kamen und dem Rest wenig abgewinnen konnten. Man konnte grob die Eluveitie-, Kreator und Caliban/Emergency Gate-Fans als Gruppen ausmachen. Entsprechende Anti-Chöre bei einigen Bands bestärken die Vermutung. Für die Veranstalter ist das sicherlich eine gute Möglichkeit, zusätzlich Zuschauer in die Halle zu holen, für die Fans aber nicht unbedingt befriedigend. Nichtsdestotrotz kam wohl jeder auf seine Kosten und kann auf einen mehr als gelungenen Konzertabend zurückblicken.

 

 

Setlist:

- Choir Of The Damned (Intro)

- Hordes Of Chaos

- Warcurse

- Extreme Aggression

- Phobia

- Voices Of The Dead

- Enemy Of God

- Destroy What Destroys You

- Pleasure To Kill

- People Of The Lie

- Coma Of Souls

- The Patriarch (Intro)

- Violent Revolution

- Terrible Certainty

- Betrayer

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- Amok Run

- Riot Of Violence

- Flag Of Hate

- Tormentor

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