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Korpiklaani, Moonsorrow & Skálmöld im Konzert (Hamburg, November 2016)

Kurzweiliger Abend mit zwei völlig unterschiedlichen Headlinern

Korpiklaani

Man könnte jetzt darüber spekulieren, warum ausgerechnet bei einem Korpiklaani-Konzert so viele Leute in Wacken-Shirts herumlaufen. Böse Zungen würden sagen, dass das eben Saufmusik ist, was automatisch Partyvolk à la größtes Metalfestival der Welt anlockt. Das wäre aber selbstverständlich eine sehr boshafte und arrogante Unterstellung, zumal der Band Respekt für ihren Output gebührt – neun Full-length-Platten in zwölf Jahren sind mehr als ordentlich und ihre Instrumente beherrschen sie ohnehin. Das Spiel von Violinist Tuomas Rounakari, der seit 2012 zur Band gehört, ist beispielsweise eine Wohltat, wenn man bedenkt, was in der Szene sonst manchmal an grauenhaft schiefem Gefiedel zu hören ist.

Die Stimmung nach der diesmal etwas längeren Umbaupause ist sofort prächtig und ausgelassener als bei den Landsleuten zuvor; klar, allen, denen Moonsorrow zu anstrengend war, die können jetzt endlich die Sau rauslassen und alle anderen sind sowieso gut aufgeheizt. Die Mucke mit Akkordeon und Geige lädt nun einmal zum Feiern ein und so wird munter gesungen, gehüpft und das Tanzbein geschwungen, während eine sichtlich gut gelaunte Band ständig die Positionen wechselt und bereitwillig und wie gewohnt sympathisch fannah für Fotos post. Letzteres ist im Klubsen besonders gut möglich, da man sich auch neben der Bühne platzieren kann und für ein Foto nur die Kamera über die Wand halten und warten muss, bis einer der Musiker die Visage in die Linse hält.

Man kann von Korpiklaani halten was man will, aber sie wissen, wie man die Leute bei Laune hält. Und das alles mit Stil und ohne nennenswerte Ausfälle seitens besonders arg Promillegeschädigter – allerdings handelt es sich hier ja auch nicht um ein Torfrock-Konzert. Dass die größten Alkohol-Hymnen mit „Vodka“ und „Beer Beer“ zum Schluss kommen, dürfte zwar niemanden überraschen, andererseits ist unmittelbar danach für die meisten eher Schluss mit bewusstseinsverändernden Getränken, man muss ja am nächsten Tag leider wieder arbeiten – nicht wenige haben schon vor der Zugabesektion den Saal verlassen und begeben sich gen Heimat.

Insgesamt ein kurzweiliger Abend mit einer sehr ordentlichen Vorband und zwei völlig unterschiedlichen Headlinern, die jeder auf ihre Weise für tolle Stimmung gesorgt haben. Eine witzige Anekdote am Rande noch: Während des Korpiklaani-Gigs führt ein Mitarbeiter der Location einen sichtlich verdutzt dreinblickenden Smileys-Pizzaboten Richtung Backstage – da haben die Herren von Skálmöld und/oder Moonsorrow anscheinend einen mächtigen Jieper gehabt…

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