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Korpiklaani, Moonsorrow & Skálmöld im Konzert (Hamburg, November 2016)

Kurzweiliger Abend mit zwei völlig unterschiedlichen Headlinern

Moonsorrow

Erfreulich kurz währt die Umbauphase, lediglich eine Viertelstunde dauert es, bis die mächtigen Moonsorrow blutbesudelt die Bühne betreten, doch allein die Tatsache, dass alle drei Combos mit demselben Schlagzeug spielen, dürfte schon dafür sorgen, dass die Pause weniger Zeit in Anspruch nimmt. Eigentlich will die Band mit ihren düsteren, überlangen Epen gar nicht so recht zu den beiden anderen eher partymachenden Kapellen passen, und zunächst scheint die Stimmung auch ein wenig abzuflachen.

Der Sound ist nun zwar ausgewogener als bei Skálmöld, allerdings ist Ville Sorvalis Bass anfangs überhaupt nicht zu hören, was für einen etwas merkwürdigen, logischerweise nicht richtig druckvollen Klang sorgt. Zum Glück ist dies ganz schnell zu den Akten gelegt und man kann den Rest des Auftritts bei besten Bedingungen genießen. Das Publikum erweist sich letztlich doch als flexibel und spendiert stetig anschwellenden Jubel. Die Moonsorrow-Fans sind natürlich sowieso im siebten Himmel, doch da irgendwann das Gros des Saales den Aufforderungen der bewegungsfreudigen Finnen zu Heyrufen, Mitsingen und Ärmchen-in-die-Höhe-stemmen nachkommt, lässt sich schlussfolgern, dass auch zumindest ein Teil des Rests überzeugt ist, was angesichts der Länge der Stücke ja nicht selbstverständlich ist. Nur mal so zum Mitschreiben: Es werden ganze acht Stücke in 90 Minuten dargeboten.

Im Mittelpunkt steht ganz klar die aktuelle Großtat „Jumalten Aika“, die mit vier von fünf Stücken (mehr ist da nicht drauf, trotzdem dauert die Scheibe 67 Minuten) honoriert wird, was zeigt, wie stolz die Jungs völlig zurecht auf diese erneut fantastische Platte sind. Schade, dass sie ausgerechnet nur auf des Rezensenten persönlichen Favoriten „Mimisbrunn“ verzichten, aber man kann ja nicht alles haben. Dafür tritt bei „Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa“ wie auch auf dem Album Korpiklaani-Sänger Jonne Järvelä als Gast auf, um dem Track zusätzliche Würze zu verleihen – aber bei der Bandkonstellation auf dieser Tour ja auch nicht wirklich schwer zu realisieren.

Neben den „Jumalten Aika“-Epen kristallisiert sich vor allem „Raunioilla“ vom „Kivenkantaja“-Album, bei dem Barren Earth-Gitarrist Janne Perttilä (wie immer Ersatz für den live bekanntlich nicht mehr mit der Band auftretenden Henri Sorvali) den Gesang in der Strophe übernimmt, als großes Highlight heraus, doch auch beim ganz alten „Ukkosenjumalan Poika“ sind die Leute Feuer und Flamme. Um da noch einen draufzusetzen, fordert Ville vor „Sankaritarina“, dass nun bitte wirklich jeder in diesem „fucking house“ mitsingen solle. Schon toll, wie diese Truppe es schafft, folkige, eingängige Melodien in ihre Mammutsongs einzuweben, ohne dass es – wie bei so manch anderen – droht, banal zu werden.

Danach ist jedoch immer noch nicht Schicht, denn erst mit dem „Jumalten Aika“-Albumcloser „Ihmisen Aika (Kumarrus Pimeyteen)“ wird der Schlusspunkt gesetzt – welch ein Rausch, was für eine Machtdemonstration der schlichtweg besten Pagan-Band des Planeten. Wieder einmal wurde hier eindrucksvoll gezeigt, dass jede andere Gruppe des Genres gegen dieses Quintett absolut einpacken kann. Übrigens weist Ville außerdem noch darauf hin, dass Drummer Marko Tarvonen aus familiären Gründen nicht dabei sein konnte, weswegen man Paradise Lost-Schlagwerker Waltteri Väyrynen rekrutierte. Der Mann erledigt einen tadellosen Job und deswegen kann man gar nicht genug Respekt davor haben, wenn Musiker sich mal eben das Material einer anderen Band draufschaffen. Aber das zeichnet halt echte Profis aus.

Setlist:

Jumalten Aika
Muinaiset
Suden Tunti
Raunioilla
Ruttolehto incl. Päivättömän Päivän Kansa
Ukkosenjumalan Poika
Sankaritarina
Ihmisen Aika (Kumarrus Pimeyteen)

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