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Knorkator im Konzert (Dresden, Dezember 2011)

Wenn Genialität und Wahnsinn kopulieren

Die alte Frau Buzz Dee staubt wieder den meisten Applaus ab

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Zur Beruhigung der Lachmuskeln gibt es auch wieder Musik und diese zelebrieren Knorkator mindestens genauso gut, wie ihre reichlichen Scherze mit den Zuschauern. Bei „Ick werd zum Schwein“ zeigen sich die Gesangskünste wohl am deutlichsten. Die tiefen Growls von Alf und die hohe Falsett-Stimme von Stumpen bilden einen fantastischen Kontrast und zugleich ein wundervolles Zusammenspiel, welches einen wirklichen Hörgenuss bietet. „Highway To Hell“ schließt sich dem in einer klassischen Version an, bei der nicht nur das Feuerwerk auf dem Kopf von Stumpen zündet.

Den meisten Beifall fasst aber wieder ein anderer ab, und dies ist Buzz Dee, der „Ain’t Nobody“ anstimmt und mit den „Basti, Basti“-Rufen Stumpen wieder einmal zur Verzweiflung bringt. Das Energiebündel steigt nun in einen Luftballon und da das Aufblasen etwas länger dauert, tanzen alle erstmal zu Salsa-Rhythmen, bevor sich Stumpen als Spielball für das Publikum entpuppt. Nicht zu vergessen, dass er bei dem ganzen Umherwerfen auch noch „Kurz und klein“ singt. Wieder auf den Brettern die die Welt bedeuten angekommen, wird laut vermittelt, wie geil es gerade war und das angesammelte Adrenalin in der „Weg nach unten“ abgebaut. Stumpen lässt sich noch eine Cola aus den hinteren Rängen stagediven und dankt der gesamten Crew für ihre perfekte Arbeit. Dem liebsten Skinhead der Welt Michael wird noch die Glatze abgeleckt und nun ist es soweit: Der letzte Song steht an. „Für meine Fans“  löst eine Flut an BHs aus und im Anschluss einen Schwall an Zugabe-Rufen.

In gewohnter Manier kontert Stumpen mit Vorhaltungen an das Publikum, die in den Liedpausen doch gar nichts getan haben, währenddessen die Band sich doch völlig verausgabte. Mit Münzspenden lässt er sich dann doch beschwichtigen und sofort ist auch der Rest der Band mit Köchern da. „Wir werden alle sterben“ ist der Start in die Dreingabe und Buzz Dee kann hier nochmals seine Fähigkeiten an der Gitarre unter Beweis stellen. Und auch wenn sie etwas im Hintergrund verschwinden, runden Rajko am Bass und Nick am Schlagzeug die musikalische Leistung des Abends ab. „Böse“ ist der schweißtreibende Gesangsabschied von Alf und mit „Warum“ beschließt man endgültig ein Konzert der Superlative.

Knorkator haben mit dem Aufhören aufgehört. Zu Beginn dieses Unternehmens bestand sehr oft die Frage: Warum tut sich so eine Band dies noch einmal an? Wer die meiste Band der Welt erlebt, stellt sich die Frage nie wieder. Hier paaren sich musikalische Genialität und der komplette Wahnsinn! Nun bleibt nur zu hoffen, dass der Rücktritt vom Rücktritt des Rücktritts noch in weiter Ferne liegt.

Setlist:

Der ultimative Mann
Buchstabe
Schwanzlich Willkommen
Mich verfolgt meine eigene Scheiße
Ich will nur fickn
Eigentum
Refräng
Du bist schuld
Bleib stehn
Du nich
Arschgesicht
Ick wird zum Schwein
Ma Baker
Ain’t Nobody
Alter Mann
Konflikt
Ich lass mich klonen
Highway to Hell
Kurz und Klein
Weg nach unten
Für meine Fans
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Wir werden alle sterben
Böse
Verflucht und zugenäht
Warum

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