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Knorkator im Konzert (Bochum, Oktober 2011)

Knorke ist noch gestrunzt, oder: der Tüll ist endlich eingemottet

Ein Frontmann mit Flausen

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Es ist 20 Uhr in der Matrix an einem Sonntag. Das Publikum zählt den Countdown, der vorher auf einer Leinwand eingeblendet war, bis zur 0 herunter und die Band wird mit Zugaberufen empfangen? So eine Begrüßung kann es nur für die meiste Band der Welt geben – Knorkator besuchen den Ruhrpott.

Von Anfang an ist die Stimmung zum Überkochen und so wird auch gleich „Der ultimative Mann“ als erster Song abgefeiert. Nun wären Knorkator natürlich nicht Knorkator, wenn sie sich an diesem Abend nicht zu dem ein oder anderen Scherz hinreißen lassen würden und so wurde direkt, nachdem die Fans mit „Hallo hier bei Cottbus“ von Stumpen begrüßt werden, jemand auf die Bühne geholt. „The-Pit.de hat befohlen, dass heute alle Journalisten auf die Bühne kommen sollen“ - die Redaktions-Shirts machen sich immer wieder bezahlt – und schon stehen die Fotografen einmal auf der Bühne, um Bochum beim „so schnellen Winken, dass man nur noch Fleischfarbe sieht“ digital festzuhalten. Der anschließende Wunsch Stumpens, die Redakteure könnten nun gleich Stagediven, wird von einzelnen verneint, aber auch hier hat der Falsettsänger eine passende Antwort parat: „Du kommst gleich auch noch dran, du kleine Kullerpflaume“.

Die selbstbetitelte Boygroup ist stets um das Wohlergehen ihrer Anhänger besorgt und fragt immer wieder, ob es dem Publikum denn auch gefalle. Sogar einer der Securitys wird befragt, aber da dieser nicht ganz so glücklich drein schaut, merkt Stumpen selbst an: „Jeht so, wa?“. Die darauf folgende Songs des selbst erfunden Buchstabens, „Schwanzlich Willkommen“ und „Mich verfolgt meine eigene Scheiße“ sind altbekannt und lassen die Fans lauthals mitgrölen. Bei „Ich will nur ficken“ artet dies natürlich aus, so dass am Ende vor allem die Frauen ins Mikrofon brüllen dürfen.

Damit sich Stumpen, der durch seine vielen Showeinlagen, Sprünge und Animationskünste reichlich schwitzt, ein wenig erholen kann, lässt er „Alf Ator, der Meister seiner eigenen Kunst“, an das Mikro, so dass dieser vortrefflich „Eigentum“ zum Besten gibt. Danach wird die Position wieder gewechselt und Knorkator zeigen mit ein paar Stücken des neuen Albums „Es Werde Nicht“, dass sie wieder da sind – und das zu recht. Die neuen Songs werden super vom Publikum aufgenommen und teilweise sogar textsicherer wiedergegeben als älteres Liedgut.

Den Fans wird keine Pause gegönnt und so dürfen sie beispielsweise bei „Bleib Stehn“ die Bewegungen einer Teddyhandpuppe nachahmen, die selbstverständlich auch obszöne Gesten zu bieten hat und, wie Vieles an diesem Abend, anschließend den Besitzer wechselt. Durch solche und ähnliche Aktivitäten wird dem Publikum zusehends heißer und es verlangt nach Abkühlung – „Wasser? Du kannst mal über meinen Kopf lecken“, entgegnet Stumpen und trinkt genüsslich aus seiner Flasche, um das erlösende Nass anschließend sogar noch vom Boden zu lecken. Aber da Knorkator doch nicht solche Unmenschen sind, wie sie gerne tun, werden zwischendurch immer wieder Wasserflaschen in die Menge geworfen.

Bei „Du nich“, dem ersten Song des neuen Albums, wird die Leinwand erneut ausgefahren und passend zur Interpretation laufen ein paar Bilder über den Schirm, die vermutlich Stumpen gemalt hat. So kann das Publikum dem Text gut folgen, auch wenn die einzelnen Wörter nicht immer gut zu verstehen sind. Generell ist der Sound an diesem Abend für die Matrix sehr gut, die Instrumente sind gut herauszuhören und die Ansagen werden auch bei der tobenden Menge noch verstanden.

Da als Nächstes „Arschgesicht“ gespielt wird, leiht sich Stumpen vorher kurz ein Handy, um Tim Tom, Alfs Sohn, in Thailand anzurufen, damit dieser per „Videoübertragung“ seinen Song intonieren kann. Auch dieses neue Lied wird gut abgefeiert und lautstark von den Massen mitgesungen; zwischendurch fliegen zwei BHs sowie sogar eine Scheibe Brot auf die Bühne. Außerdem ist das Publikum inzwischen so warm gehüpft, dass sich die ersten Crowdsurfer auf in die Menge wagen und auch während des restlichen Sets immer mal wieder ihren Einsatz einbringen.

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