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Kissin’ Dynamite, Markk 13, Skapa Flöw im Konzert (Lünen, Oktober 2013)

Glam, lackierte Fingernägel und High Heels

Gegenüber sonstigen Abstechern zum Lükaz in Lünen, wo eher die Kutte das Regiment übernimmt, ist der heutige Abend ganz anders geprägt. Natürlich, einige KuttenträgerInnen sind ebenfalls vor Ort, doch das Gros der Anwesenden ist wohl eher selten bei den dortigen Metal-Veranstaltungen anzutreffen. Heute wird sich ein bisschen mehr rausgeputzt, das Haar ordentlicher gerichtet, sorgsam die Nägel lackiert und auch die bei einigen Damen gefährlich hohen Absätze gehören vermehrt ins Programm – Kissin' Dynamite sind zu Gast und lassen die Glam-Sau raus. Zumindest für einen Gast wird dann der Abend sogar noch etwas besonderer als nur besonders, aber dazu später mehr. Den ersten Teil der Anheizphase aber übernehmen die noch jungen

Skapa Flöw

aus Waltrop/ Dortmund, die schon einige wenige Shows gespielt haben, aber nur bedingt überzeugen konnten. Heute darf man sicherlich auch nicht alles auf die Goldwaage legen, ist es doch der mit Abstand größte Auftritt von Skapa Flöw, sind doch mittlerweile gut 170 „Fans“ anwesend, wobei sich ein paar Mädels in den ersten drei Reihen postiert haben, die sich für den Rest des Abends auch dort nicht mehr wegbewegen.

Sturmvoll entern die Jungs die Bühne und legen gleich mit dem Doppelpack „No Risk, No Fun“ und „Dead On The Streets“ los, was dann auch ein bisschen Applaus einbringt, das ganz große Freudefeuer entfachen sie jedoch nicht. Da hilft auch die Östrogen-schwangere Ansage von Gitarrist Jan wenig, der zum Headbangen auffordert und auch gleich nachher eine Massage am Merchstand verspricht – später bekommt er sogar einen Schlüppek hingeworfen, den er aber unvermittelt wieder zurückbugsiert.

Beim anschließenden „Starting Over“ können die Jungs dann ein paar Anwesende zum Mitklatschen animieren, was ihnen insofern recht leicht fällt, weil sie auch einige Fans in den Besucherreihen ausmachen können – die aber können nicht gegen die Übermacht an Gleichmut anstinken, auch wenn später bei „Kidz“ und auch bei der Bandhymne „Spaka Flöw“ ein paar mehr beim Klatschen einsteigen.

Klar, als unbekannte Band hat man es nicht gerade leicht, doch der Funke springt nicht über, was vielleicht auch daran liegt, dass Frontmann Bobby nicht gerade vor Charisma auf der Bühne strotzt, seine einzige Ansage niemand versteht und er gesanglich so gar keinen Fortschritt erkennen lässt und sicherlich damit weiterhin zum Schwachpunkt der Band avanciert.

Dazu kommt außerdem, dass Skapa Flöw bemüht sind, ordentlich Schwung auf die Bühne zu zaubern, durch das vorgebaute Schlagzeug sie aber arg im Bewegungsdrang eingeschränkt sind. Großer Pluspunkt ist ganz sicherlich der nahtlose Übergang von „Defloration Situation“ ins Solo von Drummer Julian und wiederum der direkte Anschluss zu „Skape Flöw“. Den höchsten Wiedererkennungswert aber liefern sie mit der Mötley Crüe-Coverversion „Live Wire“ – zumindest der abschließende Applaus lässt den Eindruck zu, dass ein paar Leute doch etwas mehr überzeugt werden konnten.

Setlist:

No Risk, No Fun
Dead On The Streets
Starting Over
U69
Never Give Up
Kidz
Defloration Situation
Skapa Flöw
Live Wire (Mötley Crüe-Cover)

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