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Katatonia, Swallow The Sun, Long Distance Calling im Konzert (Hamburg, März 2010)

Ein mehr als gelungener Tourauftakt

Besitzen auch ohne Gesang - oder gerade deswegen - viel Ausdruckskraft: Long Distance Calling

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Katatonia haben Ende letzten Jahres mit „Night Is The New Day“ ein neues Album herausgebracht, das wiederum sehr gute Kritiken bei der Presse einheimste und auch bei uns mit starken 9,5 Punkten bedacht wurde. Dass diesem Release eine ausführliche Tour folgen würde, war natürlich klar, und mit den rein instrumental aufspielenden Post Rockern Long Distance Calling aus dem nordrhein-westfälischen Münster und den finnischen Düsterheimern Swallow The Sun haben sich die Schweden zwei erstklassige Supportacts ins Boot geholt – ein unterhaltsamer und abwechslungsreicher Abend sollte also garantiert sein. Für meine Wenigkeit war es das dritte Mal, Katatonia live auf der Bühne zu sehen, allerdings die Premiere in ihrer Position als Headliner. Bei den beiden Malen zuvor (auf dem letztjährigen Summer Breeze beziehungsweise als Vorband von Porcupine Tree in Bremen), konnte das Quintett leider nicht denselben fetten Sound, der ihren Alben innewohnt, auch auf die Bühne übertragen, man durfte daher gespannt sein, ob es dies als Mainact besser hinbekommen würde.

Zunächst einmal muss die Frage gestattet sein, ob es wirklich sinnig ist, eine in der Szene doch recht bekannte und renommierte Band wie Katatonia ins Logo zu verfrachten; einen ziemlich kleinen Club im Univiertel, der kaum 200 Leute fasst – eine Location wie die Markthalle scheint da eher angebracht zu sein. Das Logo ist eigentlich doch mehr ein Schuppen für kleine, aufstrebende Bands, die ihre ersten Gigs spielen – na ja, so kann der Verfasser dieser Zeilen immerhin sagen, dass er mit seiner Band schon mal auf der gleichen Bühne stand wie Katatonia.

Long Distance Calling

Dennoch wird bereits bei Long Distance Calling, die pünktlich um halb acht starten, deutlich, dass der Laden heute abend aus allen Nähten zu platzen droht, denn schon jetzt ist es ziemlich voll und an vernünftiges Fotografieren daher kaum zu denken – man möge mir also nachsehen, dass ich nicht mit Fotos aufwarten kann. Auch wenn die Münsteraner tatsächlich zur angekündigten Zeit beginnen und nicht etwa schon eine halbe Stunde früher, wie es heutzutage leider schon zur (Un-)sitte verkommen ist, stehen noch ein paar Leute in der Schlange draußen, da der Andrang erwartungsgemäß äußerst groß ist. Überflüssig zu erwähnen, dass das Logo ausverkauft ist; trotzdem versuchen noch einige Verzweifelte, Tickets bei dem ein oder anderen zu erwerben, der vielleicht eine Karte über hat.

Was Long Distance Calling betrifft, so legt die Band einen überzeugenden Auftritt bei sehr transparentem Sound hin – was sogleich positiv überrascht, denn im Logo guten Sound zu Ohren zu bekommen, ist nicht gerade Standard. Dass die Jungs als Support eingeladen wurden, ist hingegen nicht unbedingt überraschend, veredelte Katatonia-Fronter Jonas Renkse doch einen ihrer Songs auf dem neuen Album „Avoid The Light“ mit Gesang. Von daher wäre es schon eine tolle Sache gewesen, hätte es auch heute eine gemeinsame Performance des Tracks „The Nearing Grave“ von Jonas und den Westfalen auf der Bühne gegeben. Doch auch wenn dies nicht der Fall ist und die Band völlig ohne Vocals und ohne Ansagen auskommt, zeigen sich die Zuschauer sehr angetan von der Mucke und spenden dem Fünfer zurecht mehr als nur Höflichkeitsapplaus. Kein Wunder, die nicht selten an Godspeed You! Black Emperor oder Mogwai erinnernde Musik benötigt nicht wirklich Gesang, da sie auch so spannend genug aufgebaut und arrangiert ist und mit ihrem häufig melancholischen Touch gut mit Katatonia harmoniert. Man möge mir verzeihen, wenn ich keine Songtitel nennen kann, da ich das aktuelle Album noch nicht allzu oft gehört habe und eben keine Ansagen stattfinden, aber jedem, der diese talentierte Combo noch nicht kennt, kann ich nur empfehlen, sie anzuchecken. Insbesondere live.

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