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Katatonia, Cellar Darling & Wheel im Konzert (Hamburg, Mai 2019)

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Katatonia bieten einen tollen Auftritt, aber zwei, drei Songs mehr hätten es gerne sein dürfen.

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Katatonia

Eine halbe Stunde nach dem Abgang von Cellar Darling steht dann endlich der Hauptgrund des heutigen Kommens auf der Bühne. Der einzige Nachteil einer solchen Album-am-Stück-Show ist, dass die Setlist natürlich keine Überraschungen bietet, aber damit kann angesichts der Genialität sowie der atmosphärischen und emotionalen Dichte von „Night Is The New Day“ wohl jeder leben. Inzwischen ist der Club gut gefüllt und so langsam kommt man dann doch an das „fucking amazing“-Level heran, das James Cascelles den Zuschauern anfangs attestierte.

Der Sound bleibt richtig gut, vor allem der Basssound ist äußerst fett, denn er drückt, ohne in den unteren Frequenzen penetrant zu brummen; die Drums sind zwar sehr präsent, aber das ist alles im Rahmen. Jonas Renkse war noch nie der große Ansager, sodass es an diesem Abend in jener Hinsicht insgesamt wenig Spektakuläres zu verzeichnen gibt. Dafür ist er stimmlich auf Top-Niveau – es gibt wohl sowieso keinen anderen Sänger der Szene, der diese einzigartige Melancholie in der Stimme sein Eigen nennen kann.

„Night Is The New Day“ ist ja recht keyboardlastig (ganz im Gegensatz zu seinem wilden Vorgänger „The Great Cold Distance“), dennoch kommen die Tasten vom Band und es wurde nicht etwa extra ein Gastmusiker engagiert. Doch auch damit kann man leben, die Leute sind jedenfalls glückselig und feiern grandiose Songperlen wie das eröffnende „Forsaker“, die bittersüße Ballade „Idle Blood“, das treibende „Onward Into Battle“ oder das anklagend-wehmütige „The Promise Of Deceit“ gehörig ab. Über „New Night“ sagt der Fronter sogar, der Song hätte erst kürzlich seine Livepremiere gefeiert – kann man sich kaum vorstellen, handelt es sich hier doch immerhin um den Fast-Titeltrack des Albums.

Die eine Stunde, in der das Werk aufgeführt wird, vergeht wie im Flug – logisch, dass die Fans danach noch längst nicht genug haben. „Sieht so aus, als würdet ihr gern noch ein bisschen mehr Musik hören“, schmunzelt Jonas, nachdem Katatonia kurz die Bühne verließen, nach kurzer Pause unter großem Jubel jedoch schnell wieder zurückkommen. Da muss man allerdings kein Prophet für sein und so gibt es zunächst mit „Lethean“ und anschließend mit „Old Heart Falls“ je einen Song der beiden letzten Studioalben auf die Ohren, um dann noch den live immer wieder stets beliebten Kracher „July“ hinterherzuschieben.

Und obwohl man nun immerhin schon auf 14 Songs kommt, sind erst 75 Minuten vorbei – dennoch heißt es danach, dass nun die endgültig letzte Zugabe erfolgt, die sich als Cover von Judas Priests „Night Comes Down“ entpuppt. Und ganz ehrlich: Muss das sein? Sorry, aber ich dürfte nicht der einzige sein, der einen eigenen weiteren Song bevorzugt hätte. Der Sinn von Coverversionen wird sich mir genauso wenig erschließen wie Extra-Gitarren- und Schlagzeugsoli und auch so sind 80 Minuten Gesamtspielzeit etwas dürftig – zwei, drei Nummern mehr hätten sicherlich nicht geschadet.

Das trübt den Abend jedoch nur geringfügig, Katatonia haben auf jeden Fall bewiesen, dass jeder Song von „Night Is The New Day“ auf der Bühne funktioniert, und dass sie live trotz wenig Ansagen und wenig Bewegung eine Macht sind. Wenn man dann noch die sehr guten Cellar Darling und die zumindest brauchbaren Wheel hinzuzählt, war das alles in allem schon ein schönes Konzerterlebnis.

Setlist:

Forsaker
The Longest Year
Idle Blood
Onward Into Battle
Liberation
The Promise Of Deceit
Nephilim
New Night
Inheritance
Day And Then The Shade
Departer
---------------------------
Lethean
Old Heart Falls
July
Night Comes Down (Judas Priest-Cover)

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