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Katatonia, Cellar Darling & Wheel im Konzert (Hamburg, Mai 2019)

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend

Cellar Darling punkten mit originellem Songwriting und einer großartig singenden Anna Murphy.

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Cellar Darling

Konnte man Wheel (FIN) noch den Vorwurf mangelnder Eigenständigkeit machen, lässt sich dies über Cellar Darling ganz sicher nicht sagen. Die Band besteht ausschließlich aus früheren Eluveitie-Mitgliedern – wie vielen bekannt sein dürfte, trennte sich die Schweizer Folk-Metal-Truppe 2016 von Drummer Merlin Sutter, Gitarrist Ivo Henzi und Sängerin/Drehleierspielerin Anna Murphy, woraufhin das Trio eben jene nun auftretende Band gründete, die im März in Form von „The Spell“ auch schon immerhin ihr zweites Album vorlegte.

Während Henzi im Studio sowohl für Gitarre als auch Bass zuständig ist, hat man sich live mit einem Sessionbassisten verstärkt und sich ferner einen Keyboarder, der zudem für die Backing Vocals sorgt, ins Boot geholt. Die Band agiert weniger eingängig als Eluveitie, klingt kauziger, progressiver und dadurch sicherlich sperriger, kann dafür aber mit sehr viel Dynamik und interessantem, originellem Songwriting glänzen.

Anna Murphy macht wie schon James Cascelles zuvor wenig Ansagen (laut eigener Aussage muss sie sich aber noch immer ein wenig an die Rolle der Frontfrau gewöhnen, bei Eluveitie war und ist ja Chrigel Glanzmann der Leadsänger) und ist natürlich trotzdem der klare Mittelpunkt des Geschehens. Sie hat einfach Charisma, wirkt stets sympathisch und verfügt vor allem über eine sensationelle Stimme, was jeder Fan von Eluveitie selbstverständlich schon längst wusste. Es scheint aber, sie hat sich noch mal weiterentwickelt – hohe Töne sind kein Problem und nicht selten kommt einem Sangesgöttin Anneke van Giersbergen in den Sinn. Die Harmoniegesänge mit dem Keyboarder sitzen wie eine Eins und ihr Flötenspiel, das sie neben der Drehleier außerdem sporadisch einsetzt, kommt beinahe so locker-flockig rüber wie das eines Ian Anderson.

Jethro Tull dürften bei den Schweizer Folk-Proggern ohnehin ebenso Pate gestanden haben wie zahlreiche andere Siebziger-Prog-Kapellen und natürlich auch Metalbands wie insbesondere alte The Gathering (wenn man denn eh schon dabei ist, die gute Anneke als Vergleich heranzuziehen). Das Konglomerat resultiert dann mal in etwas längeren, düstereren, Doom-gefärbten Stücken wie „Death“ oder dem aufwühlenden „Insomnia“ und mal in eingängigeren, kürzeren Nummern wie dem betörenden „Freeze“ oder „The Spell“, das kunstvoll Annas bezaubernden Gesang und schweres Riffing verwebt.

Ein beeindruckender, rund 45 Minuten langer Auftritt einer Band, die sehr effektiv Zartheit und Härte verbindet und mit ihrer interessanten, eigenständigen Ausrichtung bestimmt noch für Furore sorgen wird. Dem Publikum gefällt es anscheinend, die Reaktionen sind jedenfalls euphorischer als noch bei Wheel. Und der Sound ist weiterhin sehr gut und auch weniger laut als bei der ersten Formation.

Setlist:

Black Moon
Six Days
Death
The Spell
Insomnia
Freeze
Redemption

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