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Katatonia, Agent Fresco & Vola im Konzert (Hamburg, Oktober 2016)

Großartiges letztes Deutschland-Konzert der "The Fall Of Hearts"-Tour

Agent Fresco

Agent Fresco wurden von Jonas und Anders zuvor mit ordentlich Vorschusslorbeeren bedacht, geradezu geschwärmt haben die Beiden im Interview von ihrem Support. Und obwohl Katatonia inzwischen wie mehrfach erwähnt auch gerne mit ein paar progressiven Einsprengseln arbeiten, ist stilistisch doch ein deutlicher Unterschied zu erkennen, denn die Isländer kombinieren munter die verschiedensten Genres und scheren sich nicht im Geringsten um Grenzen. Da trifft hoher Klargesang auf aggressives, Hardcore-artiges Geschrei, an Queen oder Muse erinnernde Pianoläufe wechseln sich ab mit Meshuggah-eskem Riffing, Leprous-Atmosphäre (nicht nur wegen der stimmlichen Ähnlichkeiten von Leprous-Fronter Einar Solberg und Agent-Fresco-Sänger Arnór Dan Arnarson) verbindet sich mit wahlweise jazzig oder postrockig angehauchtem Wohlfühl-Prog.

Wer glaubt, dass diese scheinbar so krude Mischung beim Publikum durchfallen würde, sieht sich schwer getäuscht. Die Leute sind erstaunlich begeistert und spendieren weitaus mehr als höfliches Klatschen. Es muss aber auch jeder zumindest anerkennen, dass hier Topmusiker am Werke sind, die auch kein Problem haben, die Instrumente zu wechseln: So sitzt Gitarrist Þórarinn Guðnason zunächst am Keyboard, später klemmt sich der Frontmann ebenfalls hinter die Tasten. Insgesamt herrscht viel Action auf der Bühne, gerade dem Sänger merkt man an, dass er richtig Bock hat, und wenn er auch äußerlich eher unscheinbar wirkt, besitzt er allein durch seine vielfältige Stimme und seine Bewegungen jede Menge Charisma.

Natürlich freut er sich über die positiven Reaktionen, wird dadurch nur noch zu mehr Show angespornt. Das völlig geisteskranke Gekreisch am Ende von „Eyes Of A Cloud Catcher“ beispielsweise bietet er mit sichtbarer Inbrunst dar und bei „Angst“ kann er sich ein Grinsen nicht verkneifen, wissend, dass dies ursprünglich ein deutsches Wort ist und was es bedeutet – ein bisschen beängstigend und seltsam ist es tatsächlich, was sich in dieser nicht einmal zwei Minuten langen Komposition alles abspielt. Auf der anderen Seite gibt es eben auch starke Hooklines, wie bei den wunderschönen Stücken „Bemoan“ oder „Dark Water“ – chaotisches Wechseln zwischen Stilen nur zum Selbstzweck ist das Gebotene keineswegs, nur damit nicht dieser Eindruck entsteht. Insofern ist der geradezu frenetische Jubel nach dem letzten Ton vom Rausschmeißer „A Long Time Listening“ völlig gerechtfertigt und lässt eine sichtlich gerührte Band zurück.

Setlist:

Anemoi
He Is Listening
Howls
Pyre
Wait For Me
See Hell
Angst
Bemoan
Dark Water
Eyes Of A Cloud Catcher
A Long Time Listening

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