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Kamelot, Evergrey, Amaranthe, Sons Of Seasons im Konzert (Hamburg, Mai 2011)

Kamelots Interimssänger schlug sich prächtig und Evergrey waren viel besser als im letzten Jahr

Es ist eine noch ziemlich frische Neuigkeit, dass Roy Khan bei Kamelot aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen ist – sicherlich eine der schwierigsten Entscheidungen im Leben des Norwegers, doch es ging ihm ja schon seit längerer Zeit nicht gut, und er musste Tourdaten absagen; im letzten Monat entschloss er sich nun dazu, endgültig einen Schlussstrich zu ziehen. Auf jeden Fall ein herber Verlust, da Khan zweifellos eine Stimme mit großem Wiedererkennungswert hat und technisch ebenfalls ein einwandfreier Frontmann war. Damit die Power Metaller ihre Tour jedoch nicht canceln mussten, verpflichteten sie als Ersatz Fabio Lione von Rhapsody Of Fire, der bereits im letzten Jahr an Khans Stelle aushalf. Mit Evergrey, bei denen Anfang letzten Jahres das Line-Up noch kräftiger durcheinander gewirbelt wurde (gleich drei Mitglieder wurden ausgetauscht), hat man einen erstklassigen Support an seiner Seite, der zudem ebenfalls ein neues Album am Start hat, während Amaranthe und Sons Of Seasons den meisten noch nicht allzu viel sagen dürften.

Sons Of Seasons

Prinzipiell ist es angesichts der Tatsache, dass heute vier Bands spielen und es sich um einen Mittwochabend handelt (die meisten also am nächsten Tag wieder zur Arbeit müssen), natürlich vernünftig, früher anzufangen als um 20 oder gar 21 Uhr, wie häufig der Fall, doch wenn man ankündigt, dass die Veranstaltung um 19:30 anfängt, soll man sich gefälligst auch verdammt noch mal daran halten. Doch Sons Of Seasons, die erste Vorgruppe, sind um diese Uhrzeit mit ihrem Gig bereits durch; als der zuständige Schreiberling um etwa viertel nach sieben in der Markthalle eintrifft, kriegt er daher nur noch eine Viertelstunde davon mit. Dass das immer wieder vorkommt, ist einfach ein Unding – weder die entsprechende Band noch die Zuschauer haben davon etwas. Dass im Saal noch große Lücken klaffen und selbiger wahrscheinlich nicht mal zu einem Drittel gefüllt ist, verwundert da natürlich nicht allzu sehr.

Stilistisch passt das Quintett, das mit „Magnisphyricon“ gerade das zweite Album veröffentlicht hat, sehr gut zum Headliner, zockt man doch progressiv beziehungsweise symphonisch angehauchten Power Metal mit Anleihen an den heutigen Headliner oder auch Symphony X, und die wenigen Anwesenden sind durchaus angetan von der Musik – sogar einige Zugaberufe werden nach dem Auftritt laut, die jedoch nicht erfüllt werden können. Besonderer Eyecatcher ist sicherlich Gitarrist und Bandgründer Oliver Palotai, der zwischendurch auch mal einige flotte Keyboardläufe spielt; es schindet halt immer Eindruck, wenn einer mit umhängender Klampfe einen fliegenden Wechsel vollzieht und sich noch einem weiteren Instrument widmet. Allerdings sei hinzugefügt, dass der Mann hauptberuflich Tastendrücker von Kamelot ist, später also noch mal auftritt – dass er diesbezüglich ebenfalls was auf dem Kasten hat, ist also klar. Auch die Bauchtänzerin, die bei einem Song die Hüften kreisen lässt, ist ein ganz netter Gimmick.

Die Leute applaudieren der Band durchaus zurecht, denn das, was die Jungs spielen, hat sowohl handwerklich als auch songschreiberisch Hand und Fuß und hört sich wirklich gut an, auch wenn einige natürlich anmerken werden, dass da nichts dabei ist, was man nicht schon mal gehört hat. Umso bedauerlicher, dass meine Wenigkeit aufgrund des früheren Beginns nur eine Viertelstunde vergönnt war, um Eindrücke zu sammeln.

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