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John Diva & The Rockets Of Love, Cryptic Lane, JAHM! im Konzert (Lünen, November 2014)

Deutlicher Punktesieg für Coverversionen

John Diva & The Rockets Of Love

Wegen Coversongs sind die meisten gekommen, deswegen wollen sie auch feiern, folgerichtig nimmt das Gedrängel vor der Bühne jetzt beim finalen Abendpart zu – da kuschelt sich Kuttenträger neben tussiesker Ausdruckstänzerin, da sind die Jungen und Junggebliebenen selig vereint, um den Klassikern zu huldigen – kaum eine Textzeile, die die Fans nicht parat haben.

Abzüge kann es heute nur in der B-Note geben, denn die angekündigten Cheerleaderinnen sind nicht dabei, was dann doch dem optischen Gesamtkunstwerk ein wenig abträglich ist – die Bühnendimension soll schuld sein, weswegen keine Beinschwingereien vor Ort sind. Die Stimmung aber ist ausnehmend gut, John selbst hat nur beim ersten Track „Kickstart My Heart“ ein paar ganz leichte Schwierigkeiten, danach aber läuft die Show zur vollsten Zufriedenheit für beide Seiten.

Viel brauchen John Diva & The Rockets Of Love nicht zu investieren, keine Überzeugungsarbeit zu leisten, denn egal ob rockigeres wie „I Love Rock’n’Roll“, sleaziges wie „Sweet Child O' Mine“ oder schmusiges wie „Always“ – die Gassenhauer treffen den Geschmack der Masse; da werden die Pommesgaben genauso gerne gezückt wie das Tanzbein geschwungen, manchmal fliegen sogar die sauber ondulierten Matten, das Grinsen bis zum Anschlag ins freudige Gesicht gemeißelt.

Ohne wirkliche große Höhepunkte rockt der Siegeszug voran, das Drumsolo entpuppt sich als vollwertiges Spektakel, denn Drummer Lee brezelt nicht nur satt mit seinen Sticks, sondern nutzt das Kit wie eine Tabla und sorgt so für andächtige Begeisterung und Szenenapplaus. Natürlich dürfen bei dieser „Setlust“ auch diverse Schlüpfrigkeiten nicht fehlen, da wird dann gerne das Mikrophon auch als „ich keul mir einen selbst“-Vorlage genutzt, der Lendenliebeszucker leitet „Pour Some Sugar On Me“ ein und auch die Klampfe wird natürlich zur selbstdarstellerischen Penisverlängerung – die Klischees werden bedient, das Publikum freut sich, der Abend ist eine runde Sache, die „Scorpions“-Pyramide“ setzt dann auch einen optischen Schlusspunkt, nachdem John Diva und Co. schon mehr als eine Zugabe in die Menge feuerten.

Und doch bleibt bei allem Spaß auch ein bisschen Geschmäckle übrig, denn man muss sich schon fragen, warum Coverbands abgefeiert werden, Truppen mit eigenen Songs es aber ungleich schwerer haben. Vielleicht liegt es dann doch am heutigen „bespaß mich“-Publikum, denn in den Pausen zwischen den zwei Verlängerungen sind die Zugaberufe dann doch sehr zögerlich. Vielleicht wäre das auch der Einstieg über eine Diskussion der sich schnell verändernden Konzertlandschaft. Vielleicht… aber das gehört hier nicht mehr hin und sollte doch mal aufgedröselt werden.

Setlist:

Intro
Kickstart My Heart (Mötley Crüe-Cover)
Here I Go Again (Whitesnake-Cover)
I Was Made For Lovin’ You (Kiss-Cover)
You Give Love A Band Name (Bon Jovi-Cover)
Sweet Child O' Mine (Guns N' Roses-Cover)
I Love Rock’n’Roll (Joan Jett & The Blackhearts-Cover
Always (Bon Jovi-Cover)
Rock You Like A Hurricane (Scorpions-Cover)
Drumsolo
I Wanna Rock (Twisted Sister-Cover)
Pour Some Sugar On Me (Def Leppard-Cover)
Hush (Deep Purple-Cover)
Is This Love (Whitesnake-Cover)
To Be With You (Mr. Big-Cover)
Poison (Alice Cooper)
Jump (Van Halen-Cover)
Living On A Prayer (Bon Jovi-Cover)
Paradise City (Guns N' Roses-Cover)
We’re Not Gonna Take It (Twisted Sister-Cover)
Why Can’t This Be Love (Whitesnake-Cover)
Knocking On Heaven’s Door (Bob Dylan-Cover)
The Final Countdown (Europe-Cover)
Outro

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