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Jingo De Lunch, The Magic Flip im Konzert (Oberhausen, September 2010)

Wer auf Punk’n’Roll steht, muss Jingo De Lunch-Jünger werden
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Jingo De Lunch

O’Zapft is, ma san auf de Wies’n – oder wie soll mal des bayrische Blechgedudel als Intro verstehen. Die Aufmerksamkeit der Fans lenkte sich so schnell Richtung Bühne, auch wenn zu Beginn noch mit unangebrachtem Abstand.

Jingo De Lunch tauchten auf und mindestens die Hälfte aller anwesenden männlichen Fans verliebte sich gleich wieder in Yvonne (voc). Schon damals in den 80gern waren alle unsterblich in die Fronterin verknallt und wie sie nun richtig frisch und sexy in dem kurzen Rock alle Blicke auf sich zog – mein lieber Scholli.

Dabei hatte sie viel mehr zu bieten, denn gleich beim ersten Song musste alles sitzen, weil sie den Albumopener der neuen CD „Land Of The Free-ks“ zockten und den dürfte so gut wie niemand bisher gehört haben. Gleich danach ging es aber direkt in die Spätphase der Mark I Besetzung – „War“ und „So What“ ließen Beine und Nackenmuskulatur zucken.

Yvonne bedankte sich natürlich artig beim Publikum – offensichtlich ist der Band bewusst, wie schwer es heutzutage ist, jemanden an einem Donnerstag Abend aus dem heimischen Wohnzimmer zu locken. Trotzdem war eine ansehliche Zahl ins Zentrum Altenberg gewandert, um sich in der Folge den alten und dennoch sehr frischen „Perpetuum Mobile“-Songs „Lies" und „Thirteen“ hinzugeben. Als Yvonne dann zu „Dogs Day“ von der Bühne kam und ihren Part mitten im Publikum brachte, drifteten die letzten Eisschollen davon, das Publikum war endlich aufgetaut und schloss fortan auch die bisherige Lücke zu den Protagonisten dort oben.

Zu den neuen Songs, die übrigens wie die Faust aufs Auge perfekt mit den alten Tracks harmonierten und von den Fans auch gleich ins musikalische Herz geschlossen wurden, gab es dann immer gleich eine Erklärung dazu. So konnte man zu „The Job“ erfahren, dass die Amis sich nur darüber identifizieren, was sie machen und nicht, wer sie sind. Ein Grund mehr, warum Yvonne ihren „Job“ dort drüben hinwarf und in ihre „Heimat Berlin“ zurück übersiedelte.

Voller Spielfreude und Aktionen entließen Jingo De Lunch eine Soundperle nach der anderen – na gut, Bassist Henning stand wie eh und je in seinen weißen Schlappen wie seit Anbeginn der Jingos und schüttelte schlangengleich sein Rastas schwindelig - aber Yvonne headbangte, was das Zeug hielt, stocherte in bester Manowar-Tradition mit ihrem imaginären Schwert zu „Piece Of Mind“ (das Ende war ein wenig verhunzt – gell, liebe Jingos) auf Gitarrist Gary ein und Gary selbst posierte neben seinen Cowboyhut Auf-und-Ab-Spielchen im Dauerrausch, hob die Gitarre hinter seinen Kopf, kniete sich vor die Monitore oder legte sich gar ganz auf den Boden, spielte mit der Zunge weiter und wippte dabei die Pedale seiner Effektgeräte.

Das kam an und der Jubel der Fans schwoll von Song zu Song merklich an, immer mehr TänzerInnen formierten sich und landeten zum Schluß sogar in einem kleinen Pogohäufchen.

Das bei solch guter Stimmung Jingo De Lunch noch kein Feierabend machen konnten, war jedenfalls abzusehen. Und so kamen sie nochmals für drei weitere Tracks der „Axe To Grind“-Phase zurück. Das sie im Anschluss nochmals mit dem Slime-Smasher „Etikette tötet“ sowie dem D.O.A.-Klassiker „The Prisoner“ in die Verlängerung gingen, erfreute umso mehr.

Schöner Bonus am Rande: Die neue CD „Land Of The Free-ks“ erscheint zwar erst offiziell am 1. Oktober, allerdings hatte die Band schon Exemplare dabei und konnte gleich am ersten Abend reichlich an die Fans im Tausch gegen Scheinchen und Münzen absetzen.

Setlist:

Land Of The Free-ks
War
So What
Jingo
Lies
Thirteen
Spineless In Gaza
Mass/acre
Dogs Day
The Job
Growing Pains
Seen And Done
Room
Cursed Earth
Metherfor
Move
Street Cred Heart
Different World
Peace Of Mind
Miss Demeanor
---------------------
Axe To Grind
Did Your Ever
Trouble/ Jinxed
---------------------
Etikette tötet (Slime)
The Prisoner (DOA)

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