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Jex Thoth, Gloryful, Axolotl im Konzert (Oberhausen, Mai 2013)

Variantenreicher Abend vom Todesgebräu über Powerwahn bis zur psychedelischen Reise

Jex Thoth

Die Psychedelic Doomer Jex Thoth sind die perfekte Band für einen verrauchten, ranzigen Club, für eine musikalische Séance mit hohem Kifferfaktor – gut, das mit dem „verraucht“ dürfte dann auch in der Oberhausener Helvete Geschichte sein, greift doch das Nichtraucherschutzgesetz unbarmherzig zu.
Ein paar Kerzen, reichlich Nebel und so gut wie kein Licht auf der Bühne reichen für eine heimelige Atmosphäre – zwei Kerzenleuchter mehr und sie hätten ganz auf künstliche Strahler verzichten können. Da kommt es schon fast grell vor, wenn die erweiterten Pupillen durch das Abfackeln von antikem Sandelholz wie in ein infernalisches Großfeuer starren.

Nein, das soll sich nicht negativ anhören, beschreibt aber ganz gut die optische Wirkung des Sets. Viel wichtiger sind aber die Darbietungen der Band, die heute wie eine Mischung aus tiefer Isolation, weggetretener Distanz und einer gehörigen Portion Unlust daherkommt, schleichen sich doch immer wieder ein paar technische Probleme ein, die aber nicht von der Band mit stoischer Gelassenheit überspielt werden. Vielmehr könnte man den Eindruck gewinnen, dass Jex Thoth kurz vor dem Abbruch stehen, allerdings scheinen sie auch ein wenig abgeschreckt ob der Tatsache, dass nun gut 150 Fans sich wie in Trance begeistert der Musik hingeben.

Weg von den Spekulationen hin zum tatsächlichen Geschehen: Feedbackgeräusche der Gitarre zerstören ein wenig das Flair von „The Places You Walk“, das Keyboard ist eher zu erahnen denn zu hören und auch beim Gesang muss man einige Abstriche machen, viel zu selten kann man den emotionalen Entrückungen folgen. Und trotzdem: Die Fans lassen sich nicht beirren, einmal im headbangenden Rhythmus gefangen, lassen sie weiterhin die Matten sachte fliegen, kurzerhand wird die erste Reihe bei dem mehr als acht Minuten langen „Ehjä“ von Frontfrau Jex einer Art Weihe unterzogen. Vorne pure Ekstase, hinten an der Theke schläft einer und bekommt so gar nichts mehr mit – so stellt sich also das Wechselbad der Gefühle dar.

Die Setlist heute Abend ist ein wenig überraschend, denn den Fans dürften die meisten Songs völlig unbekannt sein, stammen sie doch von dem Album „Blood Moon Rise“, welches erst Mitte Juni erscheint, weswegen Tracks wie „Stone Evil“ von der Pagan Altar-Split-7“, „Separated At Birth“ vom Debüt oder das ebenfalls vom Erstling stammende „Son Of Yule“ eine Spur willkommener begrüßt werden. Spätestens mit den Zugaben lassen Jex Thoth keinen Zweifel daran, dass der Abend dann doch als gelungen – zumindest aus Fansicht – bezeichnet werden kann, sorgen doch gleich vier Tracks wie z.B. das überlange „Tauti“ noch für eine Verlängerung, die sich gewaschen hat.

Setlist:

To Bury
The Places You Walk
Stone Evil
Ehjä
Separated At Birth
The Divide
Tauti
Keep Your Weeds
The Four Of Us Are Dying
Son Of Yule

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