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J.B.O. und King Kongs Deoroller im Konzert (Bochum, Dezember 2015)

Explizite Lyrik in rosarot mit Geschenken

Volles J.B.O.-Programm mit expliziter Lyrik und der Dildo-Solo-Attacke

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J.B.O.

Vor dem eigentlichen Blick auf den Konzertabend müssen wir erst einmal eine Vermisstenmeldung loswerden: Wo ist der Kerl geblieben, der bei jeder J.B.O.-Show hier im Pott mit seiner Gießkanne durch das Publikum schwenkt und gerade wegen dem Pömpel schon für diverse Lacher gesorgt hat? Wer hat über seinen Verbleib weitere Informationen? Ist gar etwas passiert? Hoffentlich nicht, wäre schön, wenn er beim nächsten Rosa-Armee-Fraktion-Abstecher wieder dabei ist. So, das musste nun mal geschrieben werden.

Viele MetallerInnen müssen sich schon derbe, nicht immer gut gemeinte Vorwürfe anhören, wie man denn zu einem J.B.O.-Konzert gehen könne, umso schöner, wenn wie heute Abend auch viele KuttenträgerInnen wie Brüder und Schwestern im Geiste für eine gut gefüllt Zeche sorgen. Ansonsten trifft man wie sonst auch immer bei derartigen Shows viele Musikbegeisterte, die mit dem härteren Genre nur bedingt etwas zu tun haben, was aber im Endeffekt der Stimmung keinen Abbruch tut – denn auch an diesem nachweihnachtlichen Abend wird einfach nur Party gemacht – Zoten, Kamellen, Metal und tief bis ins Herz pink, ganz getreu dem Rosa-Armee-Motto: Musik für Verteidiger des wahren Blödsinns.

Und wer denkt, dass sich das Unterhaltungsprogramm doch mit der Zeit abnutzen würde, wer davon ausgeht, dass alle Witze doch schon erzählt sein müssten, der darf dann sich wie auch immer daran ergötzen, mit welcher Geschmeidigkeit die beiden Schergen Vito und Hannes sich die Worte zuspielen, dass mit ganz sicher viel Routine aber auch der spontane Wortwitz nicht zu kurz kommt. Größter Pluspunkt aber heute ist: Zum 20jährigen Jubiläum von „Explizite Lyrik“ wird dass frühe Werk in seiner ganzen Pracht durchgeholzt – Fans der ersten Stunde haben nicht nur Pippi in den Augen, sondern saften gleich die komplette Unterbuchse voll.

Für den J.B.O.-Fan also eine Art ultimative Vollbedienung, verfremdete Versionen von Boney M. bis Nirvana hat irgendwie eh jeder auf dem Schirm, die Texte sind ergo leicht mitzusingen, wovon dann die Masse auch heute Abend Gebrauch macht – und so wird dann nicht mehr nur das Mitklatschmeer bemüht, nicht nur hin und wieder der Moshpit gezündet, sondern auch gesungen, gelacht, getanzt oder auch verdutzt drein geschaut, wenn sich Hannes und Vito auch mal direkt ans Publikum wenden.

Zur Show gehört dann auch die optische Ausgestaltung, immer wieder wird das Publikum mit Tafeln zum Mitsingen animiert, der große Joint auf der Bühne sorgt genauso für Begehren wie Vitos Gitarrensolo mit dem stilecht rosafarbenen Dildo – wer hier wie beim heutigen Opener meint, dass es zu platt ist, so wirkt das Ganze dann hier irgendwie authentischer, deutlich ungekünstelter, auch wenn hier natürlich genauso eine ballermannisierte Erotisierung auf der Prollskala ganz oben anzusiedeln ist. Gleich zweimal geht es dazu heute in der Verlängerung, doch irgendwann muss ja Schluss sein, die Rosa-Armee-Fraktion wird sich aber nach so erfolgreichen Abenden auch ganz sicher wieder im Pott beschunkeln lassen. J-B-O-J-B-O-J-J-J-B-B-B-O-O-O.

Setlist:

Hasch
Bolle
Ällabätsch
Vier Finger für ein Hallelujah
Geh mer halt zu Slayer
Arschloch und Spaß dabei
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Kuschelmetal
Schlaf Kindlein, schlaf
Walk With An Erection
Eistee's Mainzelcount
Ejaculatio Praecox
Mei Alde is' im Playboy drin
Skorpione: Vom Winde verdreh
Frauen
Ka Alde, ka G'schrei
Gimme Doop Joanna
Diggin' The Nose (Hier bohrt der Boss noch selbst)
Mit sta'dd'n etz die Feier
Der um das Klo tanzt (Kuck mal, wer da kackt)
Symphonie der Verstopfung
Schlumpfozid im Stadtgebiet
Odysee auf UKW
Rache!
Könige
Ein guter Tag zum Sterben
J.B.O.
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Der Met
Der Hofnarr
Bimber Bumber Dödel Dei
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Ein Fest
Verteidiger des Blödsinns

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