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J.B.O., King Kongs Deoroller und Perzonal War im Konzert (Bonn, April 2016)

Rosarote Partystimmung im Bonner Brückenforum

J.B.O.

Jetzt kommt die Band, auf die die angesammelten ca. 350 Fans gewartet haben. Der Saal ist gut gefüllt und die ersten Töne vom Intro laufen aus den Boxen, bei denen die meisten lauthals mitträllern. Fast alle, die gekommen sind, sind Fans der Band und das zeigen sie mit ihren rosa- oder rosa-schwarzen Farbvariationen. Nicht wenige sind in rosa Anzügen durchgestylt à la J.B.O. Als Erstes kommt mit „Bolle“ ein Hit der Band. Nach dem dritten Lied wird das komplette erste Frühwerk vom Anfang bis zum Ende durchgespielt. Der Grund ist das zwanzigjährige Jubiläum dieser Scheibe. Nicht wenige Fans haben alleine nur aus diesem Anlass den Weg hierhin gefunden.

Die Inhalte umfassen alle massenkompatiblen Klischees wie Sex, Drugs und Rock and Roll, ergänzt mit Fäkalien- und Ekelthemen. Handwerklich sind die Songs okay gemacht, aber die Texte eher sinnentleert. Die Menge findet Gefallen an den bekannten Persiflage-Stücken, die mit weltweitbekannten Melodien (von Bob Marley über die Ärzte bis Metallica) oder Standardriffs untermalt werden, die jede/r kennt. Schlagermetal mit blöden Texten könnte man die Vollbedienung nennen, wozu die Jungs auch mit ihrem Bühnenbild stehen. Bei fast allen Songs kommen Statisten auf die Bühne, verbildlichen die Texte und sorgen im Publikum bei manchen für Gelächter. Alles ist durch konzipiert und handwerklich gut gemacht, bis auf den mehrstimmigen Gesang, der nicht so richtig sitzt, aber der Stimmung tut das keinen Abbruch, so sehr nicht, dass vor der Bühne nach den ersten Reihen ein Moshpit bildet.

Die aneinandergereihten Songs passen stilistisch gut zusammen wie z.B. das Metallica-Stück „Schlaflied“ zu dem Nirvana-Song „Ejaculatio Praecox“ oder das Reggae-angehauchte „Ka Alde Ka G`Schrei“ zu „Doop Joanna“. Hierzu kleidet sich der langhaarige Vito um und hängt eine wie ein Hanfblatt geformte Gitarre um den Hals. Der eine Statist bringt dazu eine riesige Haschzigarette auf die Bühne. Jamaikanische Stimmung macht sich auf der Bühne breit. Danach ertönen US-amerikanische Töne à la Bruce Springsteens Welthit mit dem umgedichteten Text „Diggin' The Nose“ aus den Lautsprechern, bei dem es sich um das Nasebohren handelt.

Direkt danach erscheint eine mobile Toilette auf der Bühne, auf der die Qual des Stuhlgangs einer durchzechten Nacht bildlich dargestellt wird. Dazu dient als musikalische Untermalung der Megadeth-Song „Symphony Of Destruction“ und die Nummer heißt „Symphonie der Verstopfung“. Zu den massenkompatiblen thrashigen Tönen gesellen sich im Anschluss kindliche Schlumpfmelodien in Form von „Schlumpfozid“. Dazu passend wird „Bambi“ hinterher gespielt. Am Ende des offizellen Sets feiern sich selbst die Könige des deutschen Partymetals und setzen noch ein Stück mit dem gleichnamigen „J.B.O.“ drauf. Danach gehen sie von der Bühne, um sich zurückrufen zu lassen.

Der erste und zweite Zugabblock beinhaltet Lieder aus den verschiedenen Phasen der Bandgeschichte im Gegensatz zum Gesamtprogramm und schließt mit „Ein Fest“ bzw. einem Hommage an sich selbst „Verteidiger des Blödsinns“.

Man mag zu J.B.O. sehen, wie man mag, aber blöder geht es kaum und dazu stehen die Band und ihr Publikum.

Setlist

Bolle
Ällabätsch
Vier Finger
Kuschelmetal
Schlaflied
Erection
Mainzelcount
Ejaculatio Praecox
Alde im Playboy
Wirbelwind
Frauen
Ka Alde, Ka G`Schrei
Doop Joanna
Diggin` The Nose
Feier
Symphonie
Schlumpfozid
Telefonkonzert
Bambi
Rache!
Könige
Tag
J.B.O.
Dr. Met
Der Hofnarr
Bimber Bumber Dödeldei
Ein Fest
Verteidiger des Blödsinns

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