Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

J.B.O., Hyrax im Konzert (Bochum, Oktober 2013)

Humorvoller Metalbeitrag – zwischen Bloedsinn und Klamauk

J.B.O.

Da sind sie endlich, die schlüpfrigen, anständig unanständigen Verbalprovokateure, nicht die Bibel werfende schwarz gelbe Attacke aus dem Amiland, sondern die Frankenprosa, äh rosa Attacke auf das bierernste Gemüt. Doch von trocken und ernst kann heute Abend nicht die Rede sein, einige Fans sind schon gefährlich Nahe an der „nicht mehr Teilnahmegrenze“, andere wiederum in J.B.O.-Schale geschmissen, wie Vito dann auch kommentiert, dass er es sehr zu schätzen weiß, wenn sich die Fans auf die Show vorbereiten. Ein kleines Highlight wird später noch die aufleuchtende rosa Gießkanne sein, die schon draußen in der Warteschlange diverse Blicke auf sich ziehen konnte.

Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

Bis zur Gießkannenstory aber ist es noch hin, denn ein ganzes Mammutprogramm und dazu ein herrlich geiles Feuerwerk aus alten Songs wartet in den nächsten gut zwei Stunden auf das mitsingkompatible Publikum. „S.p.o.r.t.“, so der Titel der Tour, wobei sich einmal mehr als ganz großen Sport herausstellt, wie sehr sich Hannes und Vito die verbalen Bälle zuwerfen können, manchmal am Oraldiarroe schlitternd, aber irgendwie kratzen sie doch immer wieder die Kurve – Bloedsinn sei Dank.

Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

So, jetzt aber auch mal zum „Weltklassekonzert“, welches wohl von den Laien nur schwer zu durchschauen ist, wenn man zumindest Hannes glauben mag – übrigens dem einzig wahren Hannes, auch wenn der Frontmann der süddeutschen küssenden Dynamitstangen das nicht wahr haben will. Bochum wird halt für „Ich möcht’ so gerne Metal hör’n“ als Country-Hauptstadt umgemünzt, Wahlkampf wird nicht gerade zum Thema gemacht und wenn höchstens durch den Coverkakao gezogen wie beispielsweise der 4,9%-Vergleich zwischen Hannes’ Bier und der FDP-Prozenthürde, immer wieder tauchen wahlweise zwei Gastsänger/ Gasttänzer auf – unter anderem auch Hyrax-Frontmann Felix –, wobei man diese kaum braucht, singt das Gros der Fans doch lautstark mit und kann locker gegen die Druckwellen aus den Boxen anstinken.

Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

Autobiografisches gibt es dann bei „Kalaschnikow“, mit „Rammstein Reggae“ wird auch der verbotene Song gespielt – „Live dürfen wir aber“ -, und wenn die Fans nicht gerade mit Heyrufen, Mitklatschen, Reiterspielen oder Mitsingen beschäftigt sind, so toben sie sich im Moshpit aus, der erst gegen Ende der Show immer mehr in Fahrt kommt. Bayrische Tradition trifft auf ruhrpottsche Feierlaune – „Könnt ihr noch und seid ihr sicher?“ - na klar, da geht noch was.

Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

Vor allem kann man aber bei J.B.O. noch etwas lernen. Nein, nicht der sonst so übliche Schwanzvergleich, denn hier ist der Aufhänger eher der kleine Pinöckel an der „Gießkanne of Death“, die eigentlich die ganze Zeit über den Köpfen der Fans hin- und herblödelt. Vito lässt sich das Dingen jedenfalls auf die Bühne reichen und philosophiert dann über den schnell mit Sprechchören getauften „Ruhrpottpimmel“, der dann sogar noch im Text verbraten wird – „ein guter Tag für den Ruhrpottpimmel".

Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

Vier Zugaben liefern die Erlangener noch ab, dann ist aber auch Schluss, die Zeche muss halt gegen 23 Uhr die Lautstärke herunterfahren. Viele könnten noch weiterfeiern, für einige ist der Alkzug schon abgefahren, doch eines steht fest: Beim nächsten Mal sind alle wieder mit dabei. Echt, und kein Bloedsinn.
Dankeschön Bochum, bitteschön Vito.

Setlist:

  • Bolle
  • Ein Fest
  • Ich möcht’ so gerne Metal hör’n
  • Jetzt isser drin
  • Hose runter!
  • Dr. Met
  • Gänseblümchen
  • Der Hofnarr
  • Ällabätsch
  • Rock Muzik
  • Rammstein Reggae
  • Kalaschnikow
  • Kuschelmetal Pt1
  • Drum Solo
  • Kuschelmetal Pt2
  • Medtl-Gschdanzl
  • Geh mer halt zu Slayer
  • Ich sag J.B.O.
  • Ich liebe Dir & Nur geträumt
  • Schlumpfozid im Stadtgebiet
  • Mei Alde is’ im Playboy drin
  • I Don’t Like Metal
  • Verteidiger des Blödsinns
  • -----------------------
  • Ein guter Tag zum Sterben
  • Wir Ham ‘Ne Party
  • -----------------------
  • M.E.T.A.L.
  • J.B.O.
Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Neues Album und Tour im nächsten Jahr

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen