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Jaya The Cat, Skapiche im Konzert (Rotterdam, Januar 2015)

Ein euphorisches Publikum und ein extrem starker Headliner

Wichtiges Basiselement des "Drunk Reggae": Sänger Geoff Lagadec

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Jaya The Cat

Nach einer immerhin halbstündigen Umbaupause ist es dann soweit. Der Headliner des Abends Jaya The Cat betritt die Bühne. Hier kann man dann auch gut sehen, dass ein stimmiger Minimalismus oftmals besser ist, als ein umfangreiches Klangchaos, wie es Skapiche zuvor zelebriert haben. Im Gegensatz zur Vorband schafft es das niederländische Quartett nämlich mit einfachen Mitteln eine homogene Atmosphäre zu kreieren, die das Publikum direkt in ihren Bann zieht. Die ersten zwei Songs fallen dabei noch relativ entspannt aus. Viele Elemente erinnern ein bisschen an Limp Bizkit in ihren ruhigeren Momenten. Im weiteren Verlauf der Show kommt aber immer mehr das zum Tragen, was die Band selbst „Drunk Reggae“ nennt.

Ab „Nobody’s Fault“ mit seiner charakteristischen Bassline werden die Songs etwas flotter und immer wieder treten auch deutlich Ska-Elemente hervor wie zum Beispiel bei "Hello Hangover" oder bei "Night Bus". Zusätzlich tendiert auch der Gesang von Frontmann Geoff Lagadec, der zu Beginn sehr raplastig war, mehr und mehr in Richtung Reggae - und ja das Adjektiv „betrunken“ ist mit Sicherheit nicht weit von der Wahrheit entfernt. Die musikalische Qualität leidet aber nicht im geringsten. Gitarrist Dino Memic begeistert mit simplen aber eingängigen Soli, Schlagzeuger David „The Germ“ Germain hält den ganzen Laden souverän zusammen, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen und ein besonderes Lob gebührt Bassist J.J. Onverwagt , der dem Gesamtsound mit seinen super-groovigen Lines den besonderen Vibe verleiht. Im gleichen kurzen Zeitraum, in dem die musikalische Intensität der Songs zunimmt, wird dann auch das Publikum immer aktiver. Obwohl ein Großteil dank der dichten Atmosphäre der Songs schon von der ersten Minute an voll dabei ist, laden die späteren Songs einfach mehr zum pogen und herumspringen ein. Und was das angeht, lässt sich das euphorische Publikum auch nicht zweimal bitten. Der Stil des Quartetts variiert stets zwischen Hardrock-, Ska- und Reggae-Elementen und so wird dann je nach Song wie verrückt geheadbangt, gepogt und gecrowdsurft. Dementsprechend bringen Jaya The Cat, auch ohne die Fans groß anstacheln zu müssen, den Großteil ihrer Show vor einem wie wild herumspringenden Publikum über die Bühne. Besondere Höhepunkte herauszusuchen fällt dabei extrem schwer. Ähnlich wie die Musik, besitzt auch die Show selbst einen gewissen, nun ja, bedienen wir uns mal wieder einer Anglizisme und nennen es „Flow“, der einen konstant bei der Stange hält und die Zeit geradezu verfliegen lässt. Die Band scheint sich dessen durchaus bewusst, macht nur selten Ansagen und lässt größtenteils die Musik für sich selbst sprechen. Das funktioniert vor allem dank des perfekt abgemischten Sounds extrem gut und mündet nach einer guten Stunde, trotz erster Erschöpfungserscheinungen vor der Bühne, in euphorischen Applaus und deutliche Zugabe-Rufe.

Besagte Zugabe, vor allem der Song „Date With A Needle“, tendiert dann ein bisschen überraschend wieder in Richtung des doch eher gemächlichen Anfangs und bildet dementsprechend musikalisch einen sehr schönen Rahmen um ein gelungenes Konzert. Das Publikum könnte sich jetzt theoretisch ein bisschen zurücklehnen und die Show ruhig ausklingen lassen. Aber nichts da! Im Bewusstsein des nahenden Endes der Show, schalten die Fans den Gang, den die Akteure auf der Bühne runterschalten, vor besagter noch einmal hoch und feiern die beiden letzten Nummern mit allem was sie haben.

Alles in allem also volle Punktzahl für den Auftritt von Jaya The Cat. Homogene Songs, eine überzeugende Performance der Band in Verbindung mit einem perfekt austarierten Gesamtsound, sowie ein Publikum, dass die gute Musik zu schätzen und zu feiern weiß, setzen den Maßstab für die kommenden Abende im Poppodium Baroeg ziemlich hoch.

Setlist:

Rebel Sound
Twist The Cap
Nobody's Fault
Hello Hangover
Late Night Song
El Camino
Forward
Fake Careers
Convenience Store
Bos En Lommerweg
Closing Time
Night Bus
Final Solution

Date With A Needle
Here Come The Drums

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