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Jaya The Cat, Skapiche im Konzert (Rotterdam, Januar 2015)

Ein euphorisches Publikum und ein extrem starker Headliner

Hier auf einer größeren Bühne zu sehen, mussten sich Skapiche an diesem Abend doch ganz schön zusammenquetschen.

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Skapiche

Was die Vorband, oder um eine freundlichere Bezeichnung zu wählen, den Co-Headliner des Abends angeht, so verrät schon ein kurzer Blick auf die Bühne, wo es in den kommenden 60 Minuten hingehen wird. Auf die räumlich doch eher begrenzte Bühne zwängt sich nämlich eine zehnköpfige, bunt gemischte Truppe samt allerlei verschiedener Instrumente. Hätte man sich nicht schon vorher informiert, würde einem spätestens jetzt bewusst werden, dass Skapiche höchstwahrscheinlich Ska spielen. Anders ist der Mix aus einer traditionellen Rockformation, einem Keyboarder und ein paar Bläsern schließlich kaum zu erklären. Die Band selbst beschreibt ihren Stil als "Up-Tempo-Ska", mit leichten Polka- beziehungsweise Punkeinflüssen.

Dem ist im Grunde dann auch wenig hinzuzufügen, außer dem einen großen Kritikpunkt, der den Gesamteindruck der Niederländer leider ein wenig schmälert. Zwar ist die Musik flott und fröhlich, die Kompositionen als Ganzes wirken aber oft noch unausgereift - manchmal gar wie eine wirre, beliebige Mischung verschiedener Elemente mit unrunden Übergängen und teilweise nicht nachvollziehbaren Tempowechseln. Das Publikum, das sich schon zu früher Stunde im Rotterdamer Poppodium Baroeg - der Begriff "Poppodium" ist hier ein bisschen irreführend - eingefunden hat, interessiert dieser Umstand aber nicht wirklich. Es dauert nicht lange, bis zumindest die vorderen Reihen komplett auftauen und ausgelassen tanzen. Immer weiter angestachelt werden sie dabei vor allem von der unermüdlichen Sängerin, stets unterstützt von vielleicht nicht perfekt integrierten, aber trotzdem netten kurzen Bläsermelodien.

Da Frontfrau Roos einen ziemlich interessanten Akzent hat, sind die Texte leider oftmals nur schwer zu verstehen. Mit ihrem Charisma und ihrer Bühnenpräsenz macht sie dieses Manko aber zumindest in der Liveatmosphäre wieder wett. Auch der Rest der Band gibt sich redlich Mühe, das Publikum zu animieren. Beim Song "Pirates" werden dann dementsprechend stilecht Piratenfahnen und Augenklappen ausgepackt und auch sonst ist die zehnköpfige Truppe, trotz begrenztem Platz, sehr aktiv auf der Bühne. Das Publikum weiß das definitiv zu schätzen und hat ungeachtet der musikalisch teilweise wirren bis fragwürdigen Kompositionen eindeutig eine Menge Spaß. Dementsprechend ist das knapp 60-minütige Set dann auch relativ kurzweilig, obwohl man mehr als nur einmal das Gefühl hat, ein bestimmtes Riff oder eine Melodie an diesem Abend schon einmal gehört zu haben.

Bleibt nur zu hoffen, dass Skapiche in Zukunft zum einen noch ein wenig an ihren Sounds und der Balance zwischen den verschiedenen Instrumenten feilen (was bei zehn Musikern selbstverständlich auch nicht leicht ist) und zum anderen daran arbeiten, ihren Songs ein bisschen mehr Ordnung einzuhauchen. Ohne ihren forschen Charme zu verlieren versteht sich.

Setlist:

Intro + Ska Feeling
Summertime
Wolfpack
Tragical Comedy
Breakfast
Guacemole
Playground
Old Dog
Spooky Town
Pirates
London
Doing Overtime
Breznev
No Regrets

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