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Itchy & Smile And Burn im Konzert (Dresden, November 2017)

Auf dass der Schweiß von der Decke tropft

Itchy

Bühnenberäumungsarbeiten laufen auf der einen Seite, die andere Seite sorgt derweil für etwas Frischluft oder tankt Flüssigkeit nach, immerhin wurde beim ersten Gig schon anständig hochgeheizt.
Pünktlich zum Start ist die Hütte wieder rappelvoll und die Ansammlung scheint nur ein einziges Ansinnen zu haben: Der Klub wird heute abgerissen.

Einen Soundtrack hierzu gibt es natürlich auch; geliefert von Itchy und ihrem ersten Titel „Nothing“, brennt vom ersten Takt an die Luft. Mit einem „Guten Abend, Dresden-Rock City“ grüßt man von der Bühne und schon feuert man „Where Is The Happiness“ in den Saal. Gut, die Frage beantwortet sich recht einfach, zumindest wenn man das komplett abgedrehte Publikum anschaut. Aber auch auf der Bühne ist anständig Betrieb; selbst wenn Gitarrist und Sänger Sibbi aufgrund eines Squash-Unfalls gehandicapt ist, geht es so straff zu, dass man fast geneigt ist, einen Dank an die Pharmaindustrie einzuwerfen. Und ein „Buh“ für squashspielende Punkrocker bleibt ihm auch erspart, immerhin noch besser als vom Golfeisen getroffen zu sein.

„Falls Apart“ folgt und schon heißt es von Bassist und Sänger Panzer: „Was geht ab, Dresden?“. Zugleich wird auf vergangene heiße Shows verwiesen, was man sicher als die üblichen Schmeicheleien betrachten kann, aber angesichts der mittlerweile herrschenden Temperaturen als glaubwürdig einstuft. Etwas ruhiger wird es dann doch noch und zwar als sich zwei Drittel der Band ins Publikum begeben, um den für Oceancare geschriebenen Titel „The Sea“ darzubieten. Tatsächlich halten es die Anwesenden die circa drei Minuten im Sitzen aus, um dann das ebenfalls akustisch dargebrachte „Before You Go“ doch lieber stehend wahrzunehmen.

Zu „Silence Is Killing Me“ gibt es ein Wechsel an Schlagzeug und Gitarre, selbst wenn man die Idee des Instrumentenwechsels im Nachgang nicht mehr als prickelnd ansieht, euphorisiert es die Zuschauer dennoch weiter. Zwangsläufig hebt man zu „Drogenfrau“ förmlich ab oder versucht es zumindest mit einen ausgiebigen Mosh-Pit, um mit „Black“ einen neuen Titel abzufeiern. Auch „Day In Day Out“ kommt aus dieser Kategorie, nun darf man seine Nachbarn umfassen, um gemeinschaftlich im Takt zu springen. Zugegebenerweise ist der Anblick der vor sich hin hüpfenden Reihen schon ziemlich geil anzusehen.

Aber alles hat mal ein Ende, so auch dieses Konzert. Allerdings stellt Panzer vor dem letzten Song fest, dass der Weg zum Backstage dermaßen weit wäre, falls hier also noch irgendjemand was hören möchte, würde ein einfacher Zugabe-Ruf reichen. „Dancing In The Sun“ ertönt, nochmals heißt es Stimme bis Anschlag belasten und kräftig in die Hände klatschen. Was folgt, ist damit auch klar, es kommt zur Dreingabe. Panzer bedankt sich für die „spontanen“ Rufe, hat dann aber Pech mit der Technik. Die entstehende Pause wird mit Itchy Poopzkid-Rufen überbrückt, über die sich Sibbi wundert, immerhin kennt er diese Band nicht, Drummer Max dankt es hingegen mit dem Ausziehen des Shirts und schließlich kann „Keep It Real“ endlich über die Bühne gehen.

Mit „Out There“ reitet der Dreier zum nächsten stimmungstechnischen Höhepunkt, die Zuschauer dürften kurz vor Stimmverlust stehen, umso besser, dass sie zu „The Weight of the Water“ nur mitspringen brauchen, so spart sich etwas Kraft für den wirklich letzten Song. Der folgt mit „Down Down Down“, welcher zugleich als Lautstärketest genutzt wird. Ein Lautstärkemesser wird ausgepackt und nun heißt es mitgrölen ohne Rücksicht auf Verluste. Das „Danke und wir kommen wieder“ geht fast komplett in den Fangesängen unter, die nun die Band auf ihrem Weg nach draußen begleiten. Und wenn man sich nicht verdammt sicher wäre, dass der Klub irgendwann beräumt wird, würde wohl immer noch ein „Down Down Down“ durch Dresden hallen. Respekt an zwei extrem geile Bands und allerhöchsten Respekt an die Zuschauer, die vom ersten Intro-Ton bis weit nach dem letzten Laut mitfeierten und das Puschkin in eine Sauna verwandelten.

Setlist:

Nothing
Where Is The Happiness
Darkness
Why Still Bother
Fall Apart
Tonight
Another Song The DJ's Hate
The Sea
Before You Go
Silence Is Killing Me
Drogenfrau
Black
Day In Day Out
Grip It Tighter
The Living
Dancing In The Sun

Keep It Real
Never Say Die
Out There
The Weight of the Water
Down Down Down

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“