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Itchy Poopzkid, Atlas Losing Grip im Konzert (Leipzig, November 2015)

So unterschiedlich kann Punk-Rock sein

Atlas Losing Grip mischen Punk und Metal

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Itchy Poopzkid zählen mit Sicherheit zu den umtriebigsten Punk-Rock-Bands Deutschlands. Seit nunmehr vierzehn Jahren unterwegs, brachten sie es auf über 800 Konzerte und immerhin sieben Alben. Im April erschien ihr neuestes Werk „Six“ und im September veröffentlichten sie ihr erstes Buch „How To Survive As A Rockband“, mit welchem sie sich im September auf Lesereise begaben. Nun sind sie wieder musikalisch unterwegs und machen im Rahmen ihrer „Six“-Tour einen Zwischenstopp in Leipzig. Wirklich gut gefüllt  sieht der Saal kurz vor Beginn zwar nicht aus und eigentlich würde es auch nicht wundern, wenn es mitten in der Woche etwas weniger Andrang gäbe, aber als

Atlas Losing Grip

mit einem fulminanten Schlagzeugsolo beginnen, ist dies zugleich der Startschuss für einen Run auf den Club. Die Schweden feiern nicht nur in zehnjähriges Bestehen, sondern haben mit „Currents“ auch einen neuen Longplayer im Gepäck, der Anfang des Jahres erschien.

Ganz unbekannt scheinen Atlas Losing Grip den Leipzigern nicht zu sein, denn schon zum Start mit „Sinking Ship“ gehen die Hände fleißig zum Mitklatschen nach oben und auch auf den oft üblichen Sicherheitsabstand wird komplett verzichtet. Wobei es allerdings auch gut möglich ist, dass man nur näher an die Bühne heran tritt, um die Band halbwegs erkennen zu können, denn im Großen und Ganzen ist das Quintett nur als Silhouette wahrnehmbar. Dafür bürsten die Schweden aber anständig die Gehörgänge durch und zeigen, wie unterschiedlich Punk interpretiert werden kann. Wer hier einen typischen „hau-drauf-Punk“ mit drei  Akkorden erwartet, ist komplett an der falschen Stelle. Atlas Losing Grip pflegen nicht nur eine anständige Matte, sondern sind auch stilistisch stark im Metal verwurzelt.

Mit „Numb“ ziehen die Schweden deutlich an und bringen gar Sequenzen von Speed Metal zu Gehör, welcher live deutlicher zum Vorschein tritt als auf ihrer diesjährigen Studioproduktion. Kein Wunder also, dass auch der Aufforderung zum Circle-Pit bereitwillig nachgekommen wird. Ansonsten wird eher ein melodischer Punk mit Einflüssen von Heavy Metal zelebriert, der vor allem Gitarrist Gustav Burn zu Höchstleistungen treibt. Nicht, dass er nur sein Instrument anständig im Griff hat, auch weiß er sich bestens im Nebel und dem von unten gesetzten Schweinwerfern zu präsentieren.

Mit „Shallow“ läuten Atlas Losing Grip eine neue Welle der Begeisterung ein, bei der die Zuschauer nicht nur intensiv den Refrain mitkreischen, sondern man sich auch zu einer anständigen „Wall Of Death“ trifft. Auf musikalischer Ebene liegen Fans und Band rundum auf einer Ebene, bloß die Kommunikation lässt etwas zu wünschen übrig. Zwar bemüht sich Frontmann Niklas Olson immer um Kontaktaufnahme, diese stößt allerdings selten auf allzu große Gegenliebe, aber immerhin outen sich etwa fünf Mann, doch schon auf einem der Konzerte der Schweden gewesen zu sein. Denen dürfte auch das abschließende „Bitter Blood“, welches sehr an Stücke von Ignite erinnert, nicht ganz unbekannt sein. Ein abschließendes Foto mit der Band folgt und schon ist die Bühne leer, um für die Nachfolger Platz zu machen.

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„Weil wir einfach wissen, dass wir als Band nur funktionieren, wenn wir uns nicht verbiegen“