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Into Darkness, Epicedium, Abrasive im Konzert (Weinheim, Juni 2012)

Überraschend schlecht besucht, aber dennoch erstaunlich motivierte Bands

Bösedeath spielen als Opener

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Man könnte meinen, eine Band wie Into Darkness schafft es, in über 15 Jahren Bandgeschichte mehr als ein Album rauszubringen. Falsch gedacht, denn die Heidelberger laden hier und heute zu der Releaseparty ihres ersten Full-Length-Albums „Dysphoria“ ins heimelige Café Central nach Weinheim. 1997 hatten die Herren um Sänger und Gitarrero Seb sich bequemt, mit „Misfortunal Odes In D-Minor“ ein Tape-Album herauszubringen, was folgte waren Samplerbeiträge, die „Reanimation“-EP aus dem Jahr 1996 und ein Sechs-Track-Livealbum mit dem beschaulichen Titel „Killing In Front Of 13 People“, das in Kassel mitgeschnitten wurde. Kein Wunder also, dass im Vorfeld schon Späße gemacht wurden, ob die Band denn überhaupt auftauchen würde – und ob „Dysphoria“ denn nun wirklich existiere.

Die Platte existiert, soviel sei schon mal vorneweg gesagt, und die Truppe lässt es sich nicht nehmen, das neue Release komplett runterzuzocken. Vorneweg gibt sich aber ein ganzer Tross an mehr oder minder lokalen Bands die Ehre, die Albumverzögerer zu supporten.

Bösedeath

Den Anfang machen die Jungs von Bösedeath mit einer recht tieffrequenten Mischung aus Todesmetall und Grindcore. Mit dem Debüt und bisher einzigen Album „… Of Death“ und der EP „Gaahl Lagerfeld – A Black Metal Lovestory“ haben die Fünf immerhin schon ordentliche Auswahlmöglichkeiten für die Setlist und zeigen außerdem spätestens mit dem EP-Titel und Songs wie „Seife“, dass sie sich nicht ganz ernst nehmen und trotz gängigen Grindcore-Klischees auch über modernste Hygieneartikel gut Bescheid wissen.

Man kennt das ja von besagter Location durchaus, dass sich zu Beginn noch so gar nichts tut, aber die Darmstädter haben heute Glück: Bereits beim zweiten Song füllt sich der Platz vor der Bühne doch erstaunlich schnell und hier und da lässt sich schon wohlwollendes Kopfnicken erkennen – die Jungs heizen natürlich aber auch ordentlich drauflos, allen voran Sänger Dän, der zwischen den Stücken atemlose Ansagen macht. Leicht nervös wirkt der Gute noch dazu, muss er aber eigentlich nicht sein, denn die Mischung scheint hier gut anzukommen. Ein wenig glanzlos wird das Ganze mit der Zeit, technisch sind die Jungs aber wirklich gut, zumal auch Bassist Älex ab und an bei den Growls aushilft, da kommt also schon ein bisschen Abwechslung rein.

Mit „Decapitate The Headless“ haben Bösedeath dann ein neues Stück im Gepäck, dass das bisherige rasante Tempo nochmal Lügen straft. Die Finger flitzen über die Griffbretter, das Schlagzeug rotiert beinah, nur am Sound muss der Mischer noch ein bisschen feilen, denn Däns tiefere Growls hört man recht schlecht. Vielleicht ist der Mann aber auch einfach so niederfrequent, dass menschliche Ohren die Vocals schon gar nicht mehr ausmachen können. Wundern würde einem bei dem Organ gar nichts mehr. Mit „Anus Satanus“ schießen sich Bösedeath, so schön der Titel auch sein mag, selbst ins Knie, denn der Track sackt eher in Monotonie statt in Begeisterung ab. Zum Glück hält dieser Umstand aber nicht lange an: Zum Klassiker „Stirb Or Die“ braten die Jungs im eigenen Saft, nur Dän schwitzt komischerweise kaum – nur minimal glänzt die Glatze, während er sich mit Älex ein Screamduell liefert, dass man sich vor Freude vor die Bühne werfen will.

Bereits als Single ausgekoppelt wurde ganz frisch das knapp zwei Minuten lange „Vampire Diarrhea“, das mit einem süffisanten Grinsen von Seiten des Sängers mit dem Satz „für die Twilight-Fans unter euch“ eingeleitet wird; direkt auf dem Fuße folgt dem neuesten Song quasi das Gegenstück in Form des allerersten Bösedeath-Tracks überhaupt, „Brutal Brutality“. Trotz des verwegen redundanten Titels kracht der Song mörderisch und lässt die Frage im Raum stehen, ob die älteren Tracks nicht vielleicht sogar den neueren vorzuziehen wären. Übrigens ist das Quintett zurzeit auf Drummersuche – wer sich also für sekundäre und auch primäre Geschlechtsorgane sowie Bier und Gedärme interessiert, kann sich bei den Herren gerne melden.

Setlist:

In Love With Lucifer
Seife
Gaahl Lagerfeld
Panzer Multiplikation Bösedeath
Decapitate The Headless
Anus Satanus
Stirb Or Die
No Gnade
Vampire Diarrhea
Brutal Brutality
Fistfucked To Death

Troops

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