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In Extremo, Lacrimas Profundere im Konzert (Leipzig, August 2016)

Mit Spielfreude in die Raserei getrieben

In Extremo

Nachdem Lacrimas Profundere schon anständig vorgelegt haben, ist es nun an In Extremo, die Stimmung zu halten. Das einfach nur Stimmung halten zu wenig für die Sieben ist, wird allerdings schon mit dem Opener „Rasend Herz“ zum Ausdruck gebracht. Hier drückt man ordentlich auf die Tube, dass bei so manchem Fan wohl auch das erste Herzflattern einsetzt. Schon nach wenigen Sekunden verteilt sich die Spielfreude genauso heftig im Publikum wie der abgeschossene Flitter. Ein paar nicht ganz unübliche Witze über den sächsischen Dialekt werden abgeschossen und damit geht es hinüber zu „Feuertaufe“, um den nächsten Stampfer ans Tageslicht zu zaubern.

Der Hinweis, dass einen Tag zuvor Vollmond war, wird von euphorischen Schreien begleitet. Wobei es eigentlich nicht mal einer Ansage bedarf, denn wenn sich Dr. Pymonte mit seiner Harfe gen Bühnenmitte begibt, gibt es eh kein Halten mehr. Die Fans wissen Bescheid, welches Lied nun folgt und grölen jedes Wort aus voller Kehle mit. Wer nun glauben mag, es werden nur die Klassiker abgefeiert, der täuscht sich allerdings gewaltig, denn auch das nachfolgende, brandneue „Störtebecker“ lässt keinen Stimmungsabfall zu.

Mit „Nur ihr allein“ gibt es den musikalischen Dank an die Fans und während sich diese zu „Quid Pro Quo“ mit Dauerklatschen und Gesang revanchieren, gibt es am Rande der Traversen ein ganz anderes Bild. Hier ergattert ein Fan von Lacrimas Profundere ein Selfie mit Frontmann Rob und löst sich danach in Tränen auf, der Rest des In Extremo-Konzerts hat sich damit für ihn erledigt. Während er also volltrunken vor Glück am Rande sitzt, feiert das restliche Publikum „Sternhagelvoll“ ab. Fällt auch nicht besonders schwer, immerhin brauch man den Titel nur einmal gehört zu haben, dann ist er schon ins Blut übergegangen.

Mit „Sängerkrieg“ und auftreibenden Pyrobällen wird weiter eingeheizt, das „Ho, ho, ho“ erschallt aus hunderten Kehlen und auch wenn nun nicht der Weihnachtsmann erscheint, beschenkt werden die Fans auch weiterhin. „Frei zu sein“ wird voller Energie in die Ränge gehauen und dort euphorisch bejubelt. Der Refrain scheint allerdings noch zu leise oder Frontmann Michael Rhein hat leichte Hörprobleme, wie auch immer, die Fans werden aufgefordert, noch etwas lauter zu machen, was auch bestens klappt und hervorragend als Aufwärmen der Stimmbänder genutzt werden kann. Immerhin gibt es nun so etwas wie den ultimativen In Extermo-Klassiker und zu „Spielmannsfluch“ spart sich der Siebener den Refrain gleich, bei dem Zuschauer-Chor wäre man sicher eh nur schwer zu hören.

Eine etwas experimentell anmutende Cister-Einlage von Michael Rhein kündigt „A Vis Lo Lop“ an, die Saiten-und Dudelsackfraktionen vereinigen sich zu einer massiven Klangfront am Bühnenrand, Pyroflammen schießen in die Höhe und zwar so gewaltig, dass hier mancher noch während des Abfeierns sich um seine roten Augen am nächsten Tag Gedanken machen dürften. Damit geht es aber schon dem Ende zu, Micha Rhein kündigt den letzten Titel an, um auch gleich noch zu erwähnen, dass es ja nicht der letzte für den Abend sein muss und damit geht es hinüber zu „Moonshiner“.

Dies bleibt auch tatsächlich nicht der letzte Song, Applaus und Zugabe-Rufe sind doch zu enthusiastisch, um sich hier einfach davon zu stehlen. „Himmel und Hölle“ eröffnet die Dreier-Runde, die mit „Villeman Og Magnhild“ abgeschlossen wird. An dieser Stelle helfen aber auch kein betteln, brüllen, klatschen und auch keine Gesänge mehr, das Konzert ist beendet. Dafür kann man sich nun an eine bestens aufgelegte Band zurück erinnern, die nicht nur mit ihrer Spielfreude die Fans zur Raserei brachte, sondern auch eine Setlist präsentierte, die einem Best Of aus den vergangen zwanzig Jahren glich.

Setlist:

Rasend Herz
Feuertaufe
Zigeunerskat
Vollmond
Störtebeker
Nur ihr allein
Quid pro Quo
Belladonna
Gaukler
Sternhagelvoll
Sängerkrieg
Frei zu sein
Spielmannsfluch
Küss mich
Ai Vis Lo Lop
Unsichtbar
Moonshiner
--------------
Himmel und Hölle
Liam
Villeman Og Magnhild

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