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In Extremo im Konzert (Hamburg, Februar 2011)

Ein verhältnismäßig einfaches, aber dafür umso zufriedenstellenderes Konzert

Das neue Album klingt mehr nach Metal, lässt die mittelalterlichen Instrumente aber dennoch nicht außer Acht

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Mit knapp 30 Veröffentlichungen und unzähligen Auftritten seit offizieller Gründung, im März 1997, kann man In Extremo eindeutig zu den produktivsten Musikern in Sachen Mittelalter-Rock zählen. Da verwundert es nicht, dass sie es neben dem Release und der Promotion ihrer neuesten Langrille "Sterneneisen" (veröffentlicht am 25. Februar 2011) und dem Videodreh zur Singleauskopplung Zigeunerskat noch schaffen eine restlos ausverkaufte Club Tour mit fünf Terminen zu absolvieren. Natürlich bevor die eigentliche Sterneneisen Tour 2011 im April losgeht.

Wie zu erwarten herrscht dichtes Gedränge am Ende der Großen Freiheit auf der Reeperbahn in Hamburg. Das Grünspan ist restlos ausverkauft und das obwohl die Tour ohne “Pompöse Dekoration und Showeinlagen” angekündigt wurde. Man will den Fokus auf “sich und die Fans” konzentrieren - da ist der Verzicht auf eine Vorband nur konsequent.
Die Ankündigung bestätigt sich: Ohne Bühnendeko, Banner und Intro dafür aber mit einem kräftigen “Moin Moin” geht es pünktlich um 20.00 Uhr los. Der Opener "Küss Mich" und das neue, ganz offensichtlich schon gut bekannte "Zigeunerskat" zünden sofort. Die Band hat eine Menge treue Fans und die Stimmung ist von Anfang ausgezeichnet.

Das Letzte Einhorn, seines Zeichens Frontman der siebenköpfigen Band, blödelt wie immer gekonnt mit dem Publikum und sorgt mit seinen Anekdoten für allgemeine Heiterkeit. Seine mit einem schelmischen Lächeln vorgetragene Ankündigung beim späteren Treffen am Merch alles zu unterschreiben was vorgezeigt wird, sorgt bei einigen, vornehmlich weiblichen Wesen, für kecke Bemerkungen. Selbst wenn der Mann erzählt, dass die Band bei einer mittäglichen Barkassen-Bootsfahrt die, im übrigen immer gleichen, humoristischen, Ansagen genießen durfte, steckt er mit der Sympathie, die er ausstrahlt, steckt einfach an. Und das die Band dann noch ein Geburtstagskind auf die Bühne holt und ihm das neuste Machwerk mit auf den Weg gibt ist nun wirklich eine nette Geste. Zusammen wird dem Glücklichen ein Ständchen gesungen.

Nach einigen weiteren Liedern erreicht das Konzert mit "Vollmond" einen ersten Höhepunkt, nicht zuletzt weil die anderen Bandmitglieder langsam warm werden. Die Fans hingegen lassen von Anfang an weder Zweifel daran aufkommen, warum sie hier sind, noch dass sie den Text kennen. Spätestens beim altschwedischen "Herr Mannelig" mit seiner tanzbaren Melodie und eingängigem Rhythmus hält es niemanden mehr ruhig an seinem Platz.

Leider können Flex und Pfeiffer mit ihren Marktsackpfeifen nicht ganz so agieren wie sie es gewohnt sind und besonders Dr. Pymonte leidet offensichtlich etwas unter der Bühnengröße. Mit dem üblichen Bühnenaufbau dieser Spielleut hätte das sicherlich nicht geklappt. Es geht hektisch zu auf der Bühne, weshalb es auch zu entschuldigen ist, wenn anscheinend das ein oder andere Instrument vom Band kommt.
Nach einer guten Stunde läutet der großartige "Spielmannsfluch" den letzten regulären Song ein, was zumindest ein wenig zu helfen scheint das neue, etwas untypische "Viva La Vida" zu verdauen.

Die neuen Lieder wirken zumindest live erstaunlich hart und Metal lastig, was besonders bei "Stalker" zu beobachten ist. Vielleicht haben neben Letzte Instanz auch In Extremo ihre Metal Ambitionen erkannt? Wie auch immer: schaden tut es definitiv nicht, im Gegenteil. "Stalker" hat eindeutig Potential, auch wenn sich Das Letzte Einhorn den Text zur Zeit noch in Reichweite positionieren musste.
Da auch genügend alte Stücke ihren Platz im Set hatten, schadete es nicht das der Schwerpunkt insgesamt auf Songs der letzten beiden Alben und dem neusten Machwerk lag. Zu letzterem zählen: "Zigeunerskat", "Sterneneisen", "Auge Um Auge", "Viva La Vida" und "Stalker".
Der klare, druckvolle Sound sorgt, bis auf einige wenige übersteuerte Momente, für einen guten ersten Eindruck der neuen Scheibe und macht viel Spaß beim Lauschen der Klassiker.

Nach fünf Songs als Zugabe gibt es "Frei zu Sein" als fulminanten Abschied, den das Puplikum gebührend zu würdigen weiß. Mit insgesamt anderthalb Stunden mehr Spielzeit auf dem Buckel verlassen die Spielleut von In Extremo die Bühne und gesellen sich zu den Fans. Wie angekündigt, ein im Vergleich mit anderen Konzerten der Band eher einfacher, aber erfüllender Abend. Als Appetitanreger für das neue Album und die kommende Tour gerade richtig. Bitte mehr davon!

Setlist:

Küss mich
Zigeunerskat
Liam
Wesserbronner Gebet
Sterneneisen
Vollmond
Siehst Du Das Licht
Flaschenpost
Auge Um Auge
Herr Mannelig
Viva La Vida
Spielmannsfluch
Stalker
In Diesem Licht
Rasend Herz
En Esta Noche
Frei Zu Sein

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend