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In Extremo im Konzert (Bochum, Februar 2011)

In Extremo präsentieren auf ihrer exklusiven Clubtour die Ohrwürmer ihrer neuen Platte

In Extremo können mit den vielfältigen Instrumenten und dem neuen Album voll überzeugen

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Seit dem 25. Februar 2011 ist das neue und heiß ersehnte Album „Sterneneisen“ von In Extremo beim Plattenhändler des Vertrauens zu kaufen. Bereits ein paar Tage vor diesem Stichtag beginnt die exklusive Clubtour der Mittelalter-Rock-Band. Die kleinere, intimere Show in fünf Clubs ist nur ein kleiner Vorgeschmack für die kommende "Sterneneisen"-Tour, die im April startet, und für die aufgrund des enormen Ansturms bereits vereinzelte Zusatz-Termine genannt wurden.

Heute finden sich In Extremo in der Bochumer Matrix ein, die schon seit Wochen ausverkauft ist. Auch der Andrang vor der Halle ist schon lange vor dem Einlass enorm, und das, obwohl das Wetter zu wünschen übrig lässt. In der Matrix angelangt, steht ein Verkaufstand, der Trinkhörner, Schmuck und dergleichen zum Verkauf bereithält. Aber dafür haben die wartenden und scheinbar aufgeregten Fans zunächst kein Auge. Denn anstatt direkt bis zu der heiß ersehnten Bühne vorgelassen zu werden, ist eine weitere halbe Stunden Warten angesagt, und der Wettlauf um die besten Plätze dafür umso größer. Die Halle in der Matrix, die immer für Konzerte bereitgestellt wird, bietet aufgrund ihrer schmalen, langen Form nicht viele Logenplätze mit direkter Sicht auf die Bühne - diese sind dafür umso begehrter.

Auf der Bühne stehen bereits ein paar Instrumente der Band bereit, und ein Blick auf die Setlist verspricht einen Abend voll mit alten Klassikern und neuen Ohrwürmern. Als In Extremo unter großem Jubel die Bühne betreten, strahlen die Fans bis über beide Ohren, und der Dauerbrenner „Küss mich“ ist ein wunderbares Lied, um den Fans die ersten Töne aus der Kehle zu entlocken.

Aber auch der danach folgende Titel „Zigeunerskat“ bringt schon viele Fans zum Mitsingen. „Zigeunerskat“ ist die erste Singleauskopplung von „Sterneneisen“, und wandert bereits seit dem 18. Februar 2011 über die deutschen Ladentheken. Es war also genug Zeit vorhanden, den Text des absolut eingängigen Songs, der zum Mitsingen einlädt, in das Gedächtnis zu brennen.

Die Band strahlt bis über beide Ohren. Mit absoluter Spielfreude und einer enormen Bühnenpräsenz wird ein Hit nach dem anderen zelebriert. Auch wenn aufgrund der Beschaffenheit der Location keine Pyros möglich sind, macht der Auftritt von In Extremo einfach nur Spaß. In der Bochumer Matrix wirkt die Show viel intimer und präsentiert einen ganz anderen Charakter als die großen Shows der Band. Dass keine Pyros vorhanden sind, ist in diesem Fall überhaupt nicht negativ zu werten.

Die Fans sind jedoch, trotz aller exzellenten Textkenntnisse, vergleichsweise verhalten. Erlebt man die In Extremo-Fans sonst immer in hochkonzentrierter und bewegungsfreudiger Party-Laune, beschränkt sich die Aktivität heute auf lautes Mitsingen und jegliche Form von Jubel. Gehüpft und gemosht wird wenig bis gar nicht. Das mag zum einen an der dafür eher ungünstigen Beschaffenheit der Halle liegen, an der fehlenden Animation einer Vorband, oder einfach an der anderen Atmosphäre, die heute in der Matrix zu finden ist. Aber der Spaß kommt trotz allem auf beiden Seiten nicht zu kurz, und das ist durchaus der wichtigste Faktor.

Kurz bevor der Titelsong des neuen Silberlings auf dem Plan steht, erkundigt sich Micha alias das letzte Einhorn, ob heute Abend ein Geburtstagskind unter den Fans zu finden ist. Nach einigem Zögern meldet sich jemand zaghaft aus der Mitte. Das Geburtstagskind wird von Micha aufgefordert nach vorne zu kommen, aber der Mut scheint bei der Person nicht von besonderer Größe zu sein. Stattdessen wird gekniffen, womit sich dieser Fan gehörig ins eigene Fleisch schneidet. In Extremo haben nämlich vorne auf der Bühne für das Geburtstagskind eine CD bereit gehalten, die nun an einen Fan in der ersten Reihe verschenkt wird.

Auch der Klassiker „Vollmond“ fehlt heute Abend nicht in der Setlist und Micha muss einfach nur den Namen „Dr. Pymonte“ erwähnen und der Saal weiß Bescheid. Der sympathische Harfinist, der durchaus auch eine Fülle an anderen Instrumenten beherrscht, steht für einen kurzen Moment im Mittelpunkt des Geschehens und wird wie eh und je gesanglich von den Fans unterstützt, bevor E-Gitarre, Schlagzeug und Co. zum Rocken ansetzten.
Die perfekte Überleitung zum nächsten Song bietet die Tube der Matrix, in der das Konzert stattfindet. Um sehen zu können, bis wohin sich die Fans dicht gedrängt aufreihen, wird das Licht erhellt - genauso wie das Licht am Ende des Tunnels, wenn das Leben mal vorbei ist. Micha findet dazu wie so oft die passenden Worte und bildet damit die Überleitung zu „Siehst du das Licht“.

In einer kurzen musikalischen Pause dröhnt plötzlich eine enorm dunkle Stimme nach vorne an die Bühne. Im Stimmen-Wirrwarr der Fans kommt das gegrowlte „In Extremo“ aber noch vorne an und die Band wird hellhörig. Alles wird ruhig und Micha bittet um eine Wiederholung, die prompt folgt. Die Band und die Fans sind hoch amüsiert von der tiefen Stimmlage und Micha steckt mit seinem herzlichen Lachen alle an. Bei „Auge um Auge“ bekommt der In Extremo-Sänger die Gelegenheit, aus vollem Leibe zu brüllen, und verleiht dem Song, in dem es um die Todesstrafe geht, damit noch mehr Wirkung. Aber so düster sollen die Themen der Songinhalte nicht bleiben. „Viva La Vida“ handelt von durchzechten Nächten, Heimtorkeln im Morgengrauen und verkörpert pure Lebensfreude. Nicht nur die Tatsache, dass so ziemlich jeder Fan etwas mit dieser Thematik anfangen kann, wird diesen Song mit Sicherheit zu einem neuen Dauerbrenner von In Extremo machen. Bei „Viva La Vida“ spielt Micha sogar ein Stück auf der Mundharmonika. Die instrumentelle Vielfalt der Band ist nach wie vor ganz große Klasse. Yellow Pfeiffer und Flex der Biegsame spielen überwiegend auf den Dudelsäcken, aber auch Drehleier und Schalmei gehören zu den Instrumenten der Beiden, um nur ein paar zu nennen. Ähnlich sieht es bei Dr. Pymonte aus, den in erster Linie alle mit seiner Harfe in Verbindung bringen. Auch er spielt immer wieder Schalmei und greift auch mal zum Dudelsack. Die Lutter und Van Lange bleiben ihren Saiteninstrumenten treu. Der frische Drummer Specki, der seit ziemlich genau einem Jahr den Platz von dem Morgenstern eingenommen hat, fügt sich hervorragend in die Band ein. Strahlend bis über beide Ohren macht er heute Abend einen hervorragenden Job an seinem Schlagzeug. Aber nicht nur die Band hat mit ihren Fähigkeiten großen Respekt verdient - auch „die verdammte, geile Crew“ bekommt einen dicken Applaus von den Fans.

Passenderweise ist „Spielmannsfluch“ der letzte Song vor der Zugabe. So gibt es statt selbiger Rufe lauten „Spielmannsfluch“-Gesang, der die Band nach einiger Zeit mit dem neuen Song „Stalker“ zurück auf die Bühne holt. Nachdem ein weiterer Must-Have-Titel mit „Mein Rasend Herz“ gespielt wurde, folgen noch drei von dem Nummer-eins-Album „Sängerkrieg“, von dem auch der letzte Song des heutigen Abends, „Frei zu sein“, ist.

Die Clubshow in der Matrix hat sowohl den Fans als auch der Band ganz offensichtlich viel Freude bereitet. Das neue Album „Sterneneisen“ entfernt sich zwar ein klein wenig mehr von der mittelalterlichen Schiene, rockt dafür aber umso mehr und hat eine Vielzahl an Ohrwürmern zu bieten, die bis zum Start der Tour im April von den Fans garantiert tief in die Köpfe eingefräst wurden - das wurde heute Abend auf jeden Fall schon mehr als deutlich. Aber bevor die Tour startet, nehmen sich In Extremo nach dem Gig erst nochmal die Zeit für eine Autogrammstunde, die zweite an diesem Tag. Der Andrang ist groß, und die Schlange scheint nicht kleiner werden zu wollen. Nach diesem Abend steigt die Spannung auf die kommende Tour noch mehr, die gänzlich anders sein wird, als die kleine, exklusive Clubtour.

Setlist:

1. Küss Mich
2. Zigeunerskat
3. Liam
4. Wessebronner Zauberspruch
5. Sterneneisen
6. Vollmond
7. Siehst Du Das Licht
8. Flaschenpost
9. Auge Um Auge
10. Herr Mannelig
11. Viva La Vida
12. Spielmannsfluch
13. Stalker
14. In Diesem Licht
15. Mein Rasend Herz
16. En Esta Noche
17. Frei Zu Sein

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