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In Extremo, Hämatom im Konzert (Dresden, Oktober 2016)

… und der Schlachthof brennt

Im Juni kam das neue Album „Quid Pro Quo“, darauf folgten einige Festivaltermine und Open Airs, nun sind In Extremo auf ihrer Herbsttour und im Zuge dessen im Dresdner Schlachthof angekommen. Dieser ist seit einiger Zeit ausverkauft und dermaßen proppenvoll, dass man in der Umbaupause gar die Besucher auffordern muss, etwas mehr zusammenzurücken, da noch einige vor der Saaltür stehen und nicht hineinkommen. Leider war dies nicht hundertprozentig von Erfolg gekrönt, sodass einige der Anwesenden nur das Zuhören blieb.

Hämatom

Von diesem Umstand sind allerdings die Zuschauer von Hämatom noch nicht betroffen, selbst wenn der Saal schon gut gefüllt ist, klaffen hier und da noch einige Lücken, die aber immerhin auch noch etwas Bewegungsfreiheit ermöglichen, was angesichts ihres kürzlich veröffentlichten Werks „Wir sind Gott“ durchaus recht willkommen sein dürfte.

Hämatom kündigen sich mit einem beeindruckenden Intro an, bei dem die These zu Gehör gebracht wird, dass eine Legitimation aller Sünden durch die Erschaffung von Gott durch den Menschen ermöglicht wurde. Das Ganze klingt nicht nur imposant, sondern dürfte auch provokant genug sein, um im heimischen Bayern zumindest mal eine gelbe Karte einzufahren. Folgerichtig startet man auch hiernach mit dem titelgebenden Song der neuen Scheibe sehr brachial in den Gig, was nicht nur ankommt, sondern aufzeigt, dass sich hier auch einige Fans der Band versammelt haben. Gleich zu Beginn gehen schon die ersten Hände in die Höhe und einige Zuschauer in den ersten Reihen zeigen sich durchaus recht textsicher.

Wen das Ganze noch nicht komplett erreicht hat, wird zumindest zu „Auge um Auge“ der Band recht gewogen sein, immerhin werden hier ein paar T-Shirts in die Massen geschossen. Die Geste zeigt sich zumindest als durchaus probates Mittel, um die Gunst des Publikums auch weiter oben zu halten. Bei „Totgesagt doch neu geboren“ bedarf es nur einer kleinen Nachfrage wo die Hände bleiben, um sie direkt wieder nach oben zu katapultieren und zu dem Marteria-Cover „Kids“, welches rhythmisch in den Saal hämmert, kann man auf eine fette Wand von mitklatschenden Menschen bauen.

Zeit für eine Mitteilung muss natürlich ebenfalls da sein: Die betrifft die Tour von Hämatom und für den 4. November wird der gesamte Schlachthof gleich zu ihrem Konzert, welches ebenfalls in Dresden stattfindet, eingeladen. Mit „Alte Liebe rostet nicht“ geht es weiter und auch so mächtig nach vorn los, dass sich der besagte Termin bei vielen mit Nachdruck ins Oberstübchen festgesetzt haben dürfte. Damit naht aber schon der letzte Song, was man ja angesichts der gebotenen Leistung ziemlich bescheiden finden kann, dass nun aber alle Mittelfinger nach oben gehen, hat dann aber doch mit dem Text des Titels zu tun. „Leck mich“ wird ausgiebig zelebriert, selbst wenn die Strophe kaum zu verstehen ist, der Hinweis an seinen „Lieblingswichser“ zu denken, lässt flächendeckend den Stinkefinger nach oben gehen. Damit endet der Gig zwar etwas eigenwillig, aber brennt sich immerhin ins Gedächtnis ein. Hämatom verabschieden sich bis November und dürften mit ihrer Vorstellung tatsächlich ein paar neue Fans gefunden haben.

Setlist:

Wir sind Gott
Made in Germany
Feuerwasser
Auge um Auge
Totgesagt doch neu geboren
Kids (2 Finger an den Kopf)
Alte Liebe rostet nicht
Leck Mich!

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