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Iced Earth, Ensiferum, Kataklysm & Unearth im Konzert (Hamburg, Dezember 2016)

"An open-minded Package"

Ein interessantes und abwechslungsreiches Bandpaket ist es, das da in diesem Winter anrollt: Unearth, Kataklysm, Ensiferum und Iced Earth zusammen auf Tour – eine durchaus mutige Zusammenstellung, die unter dem Banner „MTV Headbangers Ball“ läuft und bei der so mancher sicher zunächst skeptisch war. Doch wie sagte schon der selige Lemmy einst, als Motörhead mit einer Genre-technisch komplett anders gelagerten Band unterwegs waren: „Die Leute werden ja wohl so flexibel sein, sich an einem Abend mal zwei, drei verschiedene Stile anzuhören!“

Recht hat er wie immer – letztlich sollte schlicht für jeden etwas dabei sein. Ich persönlich habe Iced Earth in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren, da die letzten Alben nicht mehr hundertprozentig überzeugen konnten, aber live ist die Truppe immer ein Garant für saftige Arschtritte und wenn sie dann noch solch namhaften Support dabei hat, kann man gar nicht widerstehen.

Unearth

Bei den Metalcorelern aus Massachusetts ist der Laden schon gut gefüllt. Kein Sicherheitsabstand zur Bühne, nicht nur gefälliges Kopfnicken – nein, hier wird gleich amtlich gebangt (jedenfalls weiter vorne), Pommesgabeln werden in die Höhe gestemmt, Schweiß und Bier fließen gleichermaßen. Logisch, denn dieser Fünfer macht keine Gefangenen, angetrieben von Frontmann Trevor Phipps, der inzwischen wieder eine ordentliche Matte trägt und den Leuten mächtig einheizt.

Für die Band dürfte es mittlerweile nicht unbedingt Standard sein, bei einem Viererpack als erstes anzutreten, immerhin haben die Jungs sich bereits 1998 gegründet und schon sechs Studioalben draußen. So gesehen natürlich kein Wunder, dass es zu diesem Zeitpunkt schon einigermaßen kuschelig im Saal ist. Soundmäßig allerdings gibt es jede Menge Luft nach oben, laut ist es, vor allem aber breiig und das Material für meinen Geschmack zu Metalcore-lastig und zu eintönig. Ein paar hübsche Harmonieläufe der Gitarristen lockern die Angelegenheit jedoch hier und da immerhin ein bisschen auf und wie erwähnt: Man kann der Formation nicht vorwerfen, sie würde nicht alles geben. Die beiden Klampfer steigen zu Entertainmentzwecken auch mal auf die Boxen an den Seiten, was für alle anwesenden Fotografen selbstverständlich einen echten optischen Leckerbissen darstellt.

Runde 40 Minuten berserkern, metalcoren, bangen und breakdownen sich Unearth durch ihr Programm und die meisten Anwesenden scheinen mit diesem Einheizer zufrieden. Schnell noch die Band vorgestellt und dabei darauf hingewiesen, dass der etatmäßige Drummer Nick Pierce nicht dabei ist und von Wovenwar-Schlagwerker Jordan Mancino vertreten wird (das sind übrigens praktisch As I Lay Dying minus Tim Lambesis; genau jener Irre, der sich wegen eines versuchten Auftragsmordes an seiner Ehefrau seine Karriere zerstörte und deswegen nun zurecht im Knast einsitzt), bevor mit Kataklysm das nächste Schwergewicht ansteht.

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