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Helloween, Stratovarius, Pink Cream 69 im Konzert (Hamburg, Februar 2011)

Ein sehr unterhaltsamer Abend mit drei tollen Bands

Stratovarius

Nach etwa zwanzig Minuten Umbaupause entern dann Stratovarius die Bühne – Timo Kotipelto ist ein Leidensgenosse von Andi Deris: Er hatte sich Anfang des Jahres eine schwere bakterielle Infektion zugezogen, die anscheinend immer noch nachwirkt. Es wird sehr schnell deutlich, dass Timo enorme Probleme beim Singen hat und daher quasi lieber auf Sparflamme agiert. Der arme Kerl tut einem richtig leid, denn man sieht ihm im Gesicht an, wie er sich quält und wie er mit den bei Stratovarius-Songs nun nicht gerade geringfügig vorhandenen hohen Noten zu kämpfen hat. Erfreulich ist hingegen, dass Jörg Michael doch schneller wieder fit wurde als angenommen: Ursprünglich sollte der Schlagwerker vom ansonsten bei Mekong Delta und Annihilator trommelnden Alex Landenburg auf dieser Tour vertreten werden, nach bestandener Operation sitzt der Dortmunder aber nun doch jetzt schon wieder hinter den Kesseln und spielt so souverän, als wäre nie etwas vorgefallen.

Die Jungs starten mit dem Gassenhauer „Hunting High And Low“ vom 2000er „Infinite“-Album ins Set und haben das Publikum erwartungsgemäß sofort auf ihrer Seite. Der junge Saitenhexer Matias Kupiainen steht seinem so übermächtig erscheinenden Vorgänger Timo Tolkki in nichts nach und zockt seine Soloduelle mit Tastenzauberer Jens Johansson lässig und ohne mit der Wimper zu zucken herunter – bei diesen atemberaubenden High-Speed-Läufen klappt einem immer wieder die Kinnlade herunter, egal, wie oft man die Gruppe schon gesehen hat. Da ist es schon ganz gut, dass sich im Set mit dem von einem schönen Intro Johanssons eingeleiteten „Winter Skies“ und „Forever“ auch zwei Balladen befinden, um ein bisschen herunterzukommen. Natürlich sind die kitschig ohne Ende, aber ganz ehrlich: Kitsch gehört bei einer Band wie Stratovarius einfach dazu und da es wirklich gut gemacht ist und einen gewissen Charme hat, wäre es albern, sich bei den Finnen über so etwas zu beschweren. Allerdings scheint es mittlerweile out zu sein, bei Balladen Feuerzeuge zu schwenken, bei „Forever“ blitzt jedenfalls nur ein einziges im Zuschauerrund auf – na so was!

Von der neuen Scheibe „Elysium“ kommt mit deren Opener „Darkest Hours“ lediglich ein Song zum Zuge, ansonsten beschränkt man sich auf die Klassiker, und insbesondere „Paradise“, „The Kiss Of Judas“ (mit Speed-Einlage am Ende) und natürlich das als letzte Zugabe fungierende „Black Diamond“ werden gnadenlos abgefeiert – alle drei stammen vom Überalbum „Visions“, der besten Strato-Scheibe aller Zeiten. Schade ist, dass die „Elements“-Alben komplett vernachlässigt werden, aber möglicherweise sind diese besonders schwer zu singen (man denke nur an „Find Your Own Voice“ oder „Learning To Fly“) und werden deshalb ignoriert.

Es mag ein Wermutstropfen sein, dass der ansonsten solide Auftritt von Kotipeltos Stimmproblemen etwas getrübt wird, aber Krankheiten kommen nun mal vor und es ist aller Ehren wert, dass sich der kleine Sänger trotzdem auf die Bühne begibt und zumindest sein Bestes versucht. Außerdem gibt es immer noch das Publikum, das dem angeschlagenen Fronter beispielsweise bei „Distant Skies“ mit „Ohoho“-Chören brav aushilft. Am wichtigsten ist ohnehin, dass Jörg Michael wieder auf den Beinen ist.

Setlist:

Hunting High And Low
Speed Of Light
The Kiss Of Judas
Winter Skies
Darkest Hours
Distant Skies
Phoenix
Forever
Paradise
Black Diamond

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