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Helloween, Stratovarius, Pink Cream 69 im Konzert (Hamburg, Februar 2011)

Ein sehr unterhaltsamer Abend mit drei tollen Bands

Wenn das kein amtliches Package ist: Die Urgesteine des Power/Speed Metal, Helloween, die mit dem bärenstarken „7 Sinners“ im Herbst letzten Jahres ihr bereits dreizehntes Studioalbum veröffentlichten, welches ohne Übertreibung das beste seit „The Dark Ride“ geworden ist (jawoll, ganz richtig gelesen – „The Dark Ride“ ist für meine Begriffe nach wie vor eine exzellente Scheibe, die vollkommen unterschätzt wird), sind zusammen mit den wieder erstarkten Finnen von Stratovarius und den sich ebenfalls schon lange im Geschäft befindlichen Pink Cream 69 auf Tour. Stilistisch passt diese Dreierkombination wie die Faust aufs Auge, auch wenn letztgenannte Combo, bei der Helloween-Fronter Andi Deris früher selbst das Mikro geschwungen hat, bevor er zu den Kürbisköpfen wechselte, sicherlich noch etwas mehr in die Hard-Rock-Ecke geht als die beiden anderen Formationen.

Wie viele bestimmt gehört haben, mussten die Konzerte in Saarbrücken, Bonn, Hannover, Oberhausen und Osnabrück gecancelt beziehungsweise verlegt werden, da sich Andi Deris eine Stimmbandentzündung zuzog – da zwischen den angesetzten Terminen in Osnbarück (6. Februar) und Hamburg (9. Februar) ohnehin zwei Ruhetage geplant waren, hatte er aber offenbar genügend Zeit, sich von der Krankheit zu erholen, so dass wir an der Waterkant von den Absagen verschont blieben und das Glück hatten, in den Genuss dieses exquisiten Tripletts zu kommen.

Pink Cream 69

Andi Deris’ Ex-Band ist wie erwähnt auch schon sehr lange im Geschäft und kann bereits auf stolze zehn Studioalben zurückblicken. Dementsprechend herrscht trotz der Tatsache, dass es sich hier „nur“ um die erste Vorband handelt, schon jetzt eine gute Stimmung im gut gefüllten, aber nicht ganz ausverkauften Docks-Club am Spielbudenplatz vor. Zwar liegt das letzte Album der Karlsruher, „In10sity“, auch schon wieder gute vier Jahre zurück, doch zumindest auf norddeutschen Bühnen hat sich die Combo seit Jahren nicht mehr blicken lassen, so dass die Fanbase froh ist, das Quintett überhaupt wieder live bewundern zu dürfen – ob man jetzt ein neues Album im Gepäck hat oder nicht.

Pink Cream 69 präsentieren sich routiniert und legen, wobei man überpünktlich bereits um 19:50 beginnt (muss dieses Früher-anfangen eigentlich immer sein?), objektiv betrachtet einen völlig tadellosen, 40-minütigen Auftritt hin, auch wenn der englische Frontmann David Readman irgendwie etwas hüftsteif wirkt und sich außerdem Ansagen-technisch nicht besonders originell und einfallsreich gibt. Viel mehr als das übliche „How do you feel?“ und „The next song is called...“ ist es nicht, dafür beweist er allerdings, dass er – welch Wunder, wenn man schon über 15 Jahre in einer deutschen Band spielt – nahezu akzentfrei deutsch sprechen kann, wenngleich auch lediglich im Rahmen der genannten Floskeln. Das alles ändert im Übrigen aber nichts daran, dass er gesanglich voll auf der Höhe ist und die Band mit dem fetten Set-Opener „Children Of The Dawn“, der gleich bestens einheizt, den geil groovenden „Do You Like It Like That“ und „Talk To The Moon“, sowie „No Way Out“, „Shame“ oder „Lost In Illusions“ eine ganze Reihe hervorragend reinlaufender Hits am Start hat, die einfach Spaß machen und das Publikum zum Mitsingen und "Ärmchen-in-die-Luft-Heben" animieren. Bei einer Vorband dieses Kalibers macht man doch gerne mit und verzieht sich nicht mit ignoranter Miene einfach an den Bierstand. Erfreulich ist außerdem, dass der Sound transparent und sehr gut ist – bei Supportacts leider nicht immer Standard.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann