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Heaven Shall Burn im Konzert (Essen, September 2016)

Keine Angst, die Zeche steht noch...

Barrierefreier Abend

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Nanu, wo ist denn die Supportband geblieben, die dem Vernehmen nach schon richtig gut eingeheizt hat? Nun ja, Deathrite sind zumindest für unsere Berichterstattung Opfer des nach hinten verzögerten und dann auch noch länger dauernden Interviews mit Heaven Shall Burn-Klampfer Maik geworden – der letzte Song reicht dann halt nicht für Bilder und Bericht.

Heaven Shall Burn

Eigentlich haben sich die Thüringer Heaven Shall Burn aus Locations wie der Zeche Carl in Essen herausgespielt, es wundert also auch nicht, dass die Show wie auch der Rest der Tour ruckzuck ausverkauft ist – angenehmer Nebeneffekt aber heute ist, dass der Club nicht aus allen Nähten platzt, sondern dass man sich noch immer in den hinteren Bereichen oder auf dem Balkon gut bewegen kann – hier wird also nicht auf Teufel komm raus auch noch der letzte Quadratmeter für ein paar Euros mehr mit Menschen vollgestopft. Und immerhin haben die Thüringer sich die altehrwürdige Zeche ganz bewusst ausgesucht, ein Gemäuer mit Traditionen, welches in den letzten Jahren allerdings zunehmend immer weniger die härtere Gangart förderte.

Respekt aber für die heutige Leistung bei Band und Fans, denn einmal mehr heißt es Vollgas, schon bei den ersten Takten zu „Endzeit“ bricht die Hölle los, wie Frontmann Marcus anerkennend zugeben muss. Allerdings lässt er auch wissen, dass hier bloß nicht nachgelassen werden soll, fragt später sogar nach dem xten Circlepit ab, ob denn alle noch können, vergisst dabei die träge Truppe auf dem Balkon nicht und fordert sogar einmal ganz separat Unterstützung von dort oben, will aber die Menge nicht separieren, als der Moshpit mit spöttelnden Schlachtrufen die da oben provoziert.

Erlaubt ist heute alles, zumindest alles, was Spaß macht, lässt Marcus schon früh ebenfalls wissen, gemeint ist natürlich die barrierefreie Show, die bei entspannter Security Stagediver zulässt. Allerdings macht der Shouter auch sehr deutlich, dass mit den Füßen voran springen überhaupt nicht geht und Heaven Shll Burn dann auch abbrechen würden. Und als in der dichten Menge ein Springer doch gleich mal bis zum Boden durchrauscht, so vergewissert er sich in der anschließenden Songpause erst einmal, ob denn auch alles in Ordnung sei, gepaart mit den Hinweis, man möge doch auf sich gegenseitig aufpassen. Doppelt so sympathisch ist dann auch noch der Hinweis, dass doch die größer als 100-Kilo-Fraktion nicht gerade dort springen solle, wo drei kleine Mädels stehen – die jungen Dinger sind dann eher aufgefordert, crowdsurfend auf ihn zuzusteuern, einmal hebt er eines dieser 40-Kilo-Wesen schnell auf die Bühne, nimmt sie auf den Arm und legt sie vorsichtig in die fangbereiten Arme vor der Bühne. Großen Sport muss allerdings der Heaven Shall Burn-Fan einfangen, der in der ersten Reihe steht und nach zwei Dritteln der Show noch immer nicht schwitzt.

Überhaupt, Marcus scheint sich neben den Kilometern auf der Bühne und so ganz nebenbei brüllenden Arbeit auch zum Hauptziel gemacht zu haben, jeden Crowdsurfer höchstpersönlich sicher auf die Bühnenbretter landen zu lassen – es dürfte schon annähernd Guinness-Buch-Rekord-verdächtig zu sein, wie viele der verschwitzenden Leiber so wenigsten einmal ihren Helden sehr nahe kommen können. Und wenn er nicht für die Sicherheit auf der Bühne sorgt, dann witzelt er über seinen Slang, lässt gar Drummer Christian kurz das Wort ergreifen, der nicht nur seine Jugend hier im Pott und speziell in Essen verbracht hat, sondern gleich mal einen Fußball-Kalauer zum Besten gibt, worauf Marcus gar ein Drumsolo als Strafe fordert.

In der heftig geforderten Zugabe wird es dann noch einmal richtig emotional, denn die frisch zu Grabe getragenen Bolt Thrower, die ja einen nicht unerheblichen Einfluss auf die metallische Früherziehung des Quintetts hatten, werden mit „The Weapon They Fear“ geehrt, beim anschließenden „Valhalla“ soll dann auch nicht mehr getanzt, sondern lieber noch ein Stück weit nach vorn gedrängelt und mitgesungen werden – Pommesgabelalarm, wie man sich denken kann. Das gelingt gleich so gut, dass die Fans einfach noch weitersingen, Heaven Shall Burn sich aber schon verabschieden. Das Sahnehäubchen an diesem Abend wäre eigentlich nur noch „Agent Orange“ gewesen, denn Frank Blackfire, frisch als Klampfer bei Assassin eingestiegen, hatte es sich im Publikum gemütlich gemacht und wäre sicherlich einem Gastauftritt nicht abgeneigt gewesen.

Setlist:

Intro
Endzeit
Voices Of The Voiceless
Bring The War Home
Counterweight
Combat
Land Of The Upright Ones
To Inherit The Guilt
The Fire
Intro
Hunters Will Be Hunted
Behind A Wall Of Silence
Die Stürme rufen dich
Downshifter
The Only Truth
Godiva
Black Tears (Edge Of Sanity-Cover)
Trespassing The Shores Of Your World
------------------------
They Shall Not Pass
The Weapon They Fear
Valhalla (Blind Guardian-Cover)

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