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Headbangers Desaster III

Alles andere als ein Desaster - Headbanger feiern fröhlich und entspannt in der ländlichen Idylle von Suben

Frischgebacken aus der Hölle: Luna Ad Noctum

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Pünktlich zum Co-Headliner des ersten Abends in Suben eingetrudelt begibt man sich ohne Umschweife in das von Anfang an entspannte österreichische Flair der dritten Ausgabe des Headbangers Desaster. Zelte wurden nur vereinzelt aufgeschlagen. Nach Wettervorhersagen zwischen unbeständig, kalt und nass ist Camping nun mal wirklich nicht der absolute Renner, auch wenn die Jahreszeit offiziell noch als Sommer deklariert sein sollte. Umgeben von weitläufigen Wiesen, Feldern und Baumlandschaften birgt dieses ansonsten idyllische Reich allerdings die optimalen Bedingungen für eine rundum erholsame metallische Zusammenkunft.

Luna Ad Noctum

Am Einlass verläuft es ebenfalls absolut locker und entspannt und schon ist man bereit für die Nacht im ersten Anlauf unter dem Banner von Luna Ad Noctum. Mit einer leichten Verspätung von zehn Minuten referieren die polnischen Landsmänner kurz vor halb elf ihren teuflischen Black-Death-Metal in modernem Gewand. Nach ihrem besonders episch dröhnenden Intro vom Band rasen schon bald heftige Blast-Beats über die sichtlich erwartungsvolle Zuhörerschaft.

Die großzügige Halle, aufgeteilt auf zwei Ebenen, würde geschätzt 500 Gäste fassen. Die Fläche direkt vor der Bühne wäre mit circa 200 Personen wohl gut bestückt. Zu Anfang haben sich bereits fünfzig Jünger direkt vor der Bühne eingefunden und verfolgen interessiert das rauhbeinige Geschehen. Beim ersten Streich "You Are What You Are" gibt es an vorderster Front schon vereinzelt bangende Häupter zu vermelden. Dynamisch groovende Riffs regen baldigst einladend zum gemeinsamen fröhlichen Mitwippen an. Von Zeit zu Zeit fühlt man sich hier bezüglich Atmosphäre und Sound an uralte Samael-Ausgaben erinnert. Schreihals Adrian Nefarious agiert mit ausladenden Gesten und knarzigem, zackigem Gesang und liefert mit seinen drei Mitstreitern eine recht attraktive Show ab.

Allerdings scheint der müde Haufen vor der Bühne zu so später Stunde nicht mehr ganz so feierwütig zu sein und der Funke tut sich erst einmal schwer damit, überzuspringen. Schreddergitarren in optimaler Soundabmischung dröhnen jedoch äußerst überzeugend aus den Boxen. Die einzelnen Instrumente sind perfekt ausgesteuert, so dass jeder der Beteiligten ausgewogen heraussticht. Synthesizer-Klänge kommen dezent gestreut gelegentlich vom Band, halten sich aber grundsätzlich unaufdringlich im Hintergrund.

Zur dritten Präsentation "In Hypnosis" ertönen endlich einmal verdiente Jubellaute. Das Stimmungsbarometer scheint jetzt doch ein wenig anzusteigen. Groovende Rhythmen lassen manche Beinchen schwungvoll mitwippen. Die auf vier Bierbänken im hinteren Bereich rechts neben dem Eingang angeordneten Grüppchen entspannen lieber ruhig und gelassen und beobachten von Weitem das Szenario. Wiederholt erheben sich sanfte, undurchsichtige Nebelschwaden gen Himmel. Die von Anfang an vor Ort befindlichen Anhänger verharren treu und ergeben sich immer freudigeren Begeisterungsstürmen. Doch leider gesellen sich unverständlicherweise kaum noch mehr Interessierte hinzu, was sehr schade ist.

Die Kombination aus recht unterhaltsamer Show, tollem Sound sowie handwerklicher Meisterleistung könnte wirklich mehr Euphorie auslösen. Der Drummer drischt auf hoch erhobenem Podest die Blast-Beats in die Runde, dass es eine wahre Freude ist. Nefarious kreischt leidenschaftlich käuzig und wird zudem an manchen Stellen durch den Gitarristen Infamous stimmlich optimal verstärkt. Nach Ablauf der ersten Halbzeit ertönt es seinerseits freudig: "You want more?" - "Yeah", tönt es unumwunden aus der vordersten Front - "Are you sure?" möchte dieser nun definitiv wissen und bekommt mit einem zweiten und noch lauteren "Yeah" das überzeugende Kommando, um fortan mit tosenden Gitarren-Wänden wie gewünscht einzuheizen. Double-Bass-Attacken donnern wie Granaten über die Gefolgschaft hinweg und man sichtet zum Endspurt doch noch einige wallende Mähnen.

"Dankeschön" verabschiedet sich der Fronter zuerst in deutsch, "Thank you very much" dann noch in englischer Version und erntet wohlwollend klatschende Armesstürme. Eine letztendlich geforderte Zugabe-Forderung wird leider nicht mehr erhört. Die Zeit drängt, da die darauf folgende Band Exumer laut Zeitplan bereits in den Startlöchern steht.

Setlist:

You Are What You Are
Fear Technique
In Hypnosis
Abnormal Pain
Fleshless
Ether Dome
Martyrium
Hallucination Twisted Claw
Czas Zemsty
An Ancient Splendour
Inner Predator
Into The Pentagram

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