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Hämatom, Dymytry & Kaizaa im Konzert (Dresden, Oktober 2018)

„Die Bestien sind los“

Hämatom

Das Banner des Fanclubs ist aufgehängt, Bier vorsorglich nachgetankt, die Stimmung bewegt sich eh bereits im oberen Level – beste Vorzeichen also für den Hauptact Hämatom. Der lässt auch gar nicht lange auf sich warten und beschert den Zuschauern mit „Zeit für neue Hymnen“ gleich einen spektakulären Auftakt. Frontmann Nord beginnt direkt im Käfig, aus dem er sich, von Pyro-Elementen umrahmt, gen Ende des Songs befreit. Zudem steht mit dem Opener gleich der erste Stampfer bereit, dem direkt „Mein Leben – meine Regeln“ und „Säulen des Wahnsinns“ folgen. Nord schwenkt noch eine Flagge und dann ist es endlich Zeit kurz durchzuatmen und sich gegenseitig zu begrüßen. Getan wird dies mit „schön wieder im Osten zu sein“, klar folgt hier Beifall und auf einmal ist man mitten im Thema Fußball. Wie es dazu kommt, ist irgendwie gar nicht mehr richtig nachvollziehbar, auf einmal waren die „Dynamo“-Rufe da und entflammen eine etwas leidige Diskussion. Glücklicherweise würgt Nord die Thematik dann doch zügig ab und stimmt stattdessen lieber „Ich hasse dich zu lieben“ an.

Erstaunlich ist bis dahin auf jeden Fall, dass der NDH-Vierer sehr viel neues Material anbietet, welches allerdings genauso euphorisch gefeiert wird wie das altbekannte „Fick das System“, bei dem gleich noch die Mittelfinger gezückt werden dürfen. Als Belohnung spendiert man einen Regen von Aufklebern und hintendran noch „Lauter“, welches ebenfalls vom neuen Album stammt. Mittlerweile tanzen die ersten Leute auf den Stühlen am Rand, schwierig wird es für sie dann bloß beim eingeforderten Mitspringen. Aber auch diese Hürde absolviert man mit Bravour und zu „Zur Hölle mit eurem Himmel“ wird es zum Glück eh wieder ruhiger.

Vor „Wehleidige Monster“ geht es etwas ernster zu, die wieder einsetzenden „Dynamo“-Rufe werden zackig mit einem „haltet die Fresse und hört mal kurz zu“ unterbrochen. Nord hält ein Statement gegen rechten Populismus und Nazis, und er tut verdammt gut daran, diesem Thema hier ordentlich Nachdruck zu verleihen, denn es gibt tatsächlich nicht nur Jubel zu hören. Vielleicht muss der Vierer in Zukunft auf zwei, drei Zuschauer verzichten, aber dies wird es ihnen allemal wert sein.

„Mörder“ folgt und Nord kann auf dem elektrischen Stuhl Platz nehmen, was zeigt, dass Hämatom neben der krassen Lichtshow auch in puncto Showelement etwas draufgepackt haben. Einfacher, aber trotzdem gar einen Tick wirkungsvoller, ist das nachherige Drum-Surfen von Schlagzeuger Süd. Mittels Podests schwebt er vor sich hin spielend zu „Ikarus Erben“ über den Köpfen der Zuschauer und bindet im Notfall selbst einen Lampenschirm als Trommel ein. Zugleich mischen sich nun häufiger ältere Titel ins Programm; „Eva“ und „Alte Liebe rostet nicht“ werden enthusiastisch von den Zuschauern in Empfang genommen, „Totgesagt doch Neugeboren“ gibt es gar in akustischer Form und mitten aus der Menge zu hören. Das Marteria-Cover „Kids (2 Finger an den Kopf)“ ertönt und schon heißt es „Vielen, vielen Dank Dresden“.

Dies war auch schon das etwas überraschende Ende des Konzerts, aber natürlich dürfen Hämatom den Klub nicht ohne eine Zugabe verlassen. Mit „Wir sind Gott“ steigt der Vierer wieder brachial und episch ins Konzert ein, um mit „Behind The Mask“ gleich noch einen draufzusetzen. Hier gibt es zudem noch tatkräftige und lautstarke Unterstützung von Dymytry, denen aufs herzlichste gedankt wird. Allerdings steht mit „Leck mich!“ nun wirklich der allerletzte Song an, ein letztes Mal heißt es durchdrehen, Mittelfinger hoch und mitröhren. Und damit geht ein Abend mit drei gut aufgelegten Bands, einer Superstimmung und einem fetten Sound zu Ende. Der einsetzende Jubel sagt an dieser Stelle wohl alles.

Setlist:

Zeit für neue Hymnen
Mein Leben - meine Regeln
Säulen des Wahnsinns
Ich hasse dich zu lieben
Tanz aus der Reihe
Warum kann ich nicht glücklich sein?
Fick das System
Lauter
Zur Hölle mit eurem Himmel
Auge um Auge
Made in Germany
Wehleidige Monster
Mörder
Ikarus Erben
Lichterloh
Eva
Lange nicht perfekt
Totgesagt doch Neugeboren - Teil 2
Alte Liebe rostet nicht
Kids (2 Finger an den Kopf) (Marteria Cover)


Wir sind Gott
Behind The Mask
Leck Mich!

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