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Hämatom, apRon im Konzert (Dresden, November 2016)

„Was für ein geiler Scheiß“

Hämatom

Wie schon vor drei Wochen starten Hämatom auch heute mit ihrem eindrucksvollen Intro, diesmal gibt es zusätzlich einen Bühnenvorhang, auf welchen die vier Musiker sich einzeln als Schattenbilder zeigen. Da hier schon der erste Applaus aufbraust, ist es nicht wirklich verwunderlich, dass zum Start mit dem hymnischen „Wir sind Gott“ ein euphorischer Beifallssturm durch den Saal zieht. Selbst wer hier einfach nur so mal vorbeischaut, wird automatisch von dieser Stimmung einverleibt und nicht mehr losgelassen.

Zugegebenerweise machen es Hämatom den Zuschauern auch extrem schwer, bei den Songs ruhig zu bleiben. Die ersten drei Titel werden nacheinander rausgehauen, besonders sticht hier „All U Need Is Love“ heraus, welches mit Pyro untermauert wird. Texte vorsagen braucht man nicht, die Lieder sind bekannt und werden dementsprechend intensiv mitgesungen.

Vor „Seelenpiraten“ erfolgt dann schließlich doch noch eine Begrüßung und wird sogleich mit der Frage kombiniert, ob man Lust auf etwas Rock’n’Roll hätte. Das hundertstimmig herausgebrüllte „Ja“ lässt schnell im Programm fortsetzen und mit „Made in Germany“ naht schon der nächste Stimmungshöhepunkt, welcher zugleich im passenden Schwarz-Rot-Gold eintaucht. An dieser Stelle sei angemerkt, dass Hämatom sicher im klassischen Sinne nicht die schönste Lichtshow haben, dafür allerdings eine, die die eh schon druckvollen Songs gut unterstreicht. Die schnellen und vor allem heftigen Lichtwechsel bringen immer wieder weitere Energieschübe und pushen die Zuschauer zusätzlich.

Die Fans in den ersten Reihen werden nicht nur gut ausgeleuchtet, sondern ebenso von Frontmann Nord bedacht, immerhin steht gleich an der Absperrung jemand, der sehr ähnlich und immerhin auch fast genauso gut wie er selbst aussieht. Nützt ihm allerdings nicht viel, denn jetzt werden Weiber gesucht und folgerichtig geht es mit „Teufelsweib“ weiter. „Ahoi“ schiebt sich dramatisch und treibend hinterher, bevor es mit „Zu wahr und schön zu sein“ erstmals einen ruhigen Song zu Gehör gibt, der durch die markant raue Stimme von Nord unwillkürlich unter die Haut geht. Aber zu viel Ruhe scheint im Universum von Hämatom nicht drin zu sein, direkt geht es hinüber zu „Säulen des Wahnsinns“, welches einen Moshpit zur Folge hat. Eine Mittelfinger-Orgie zu „Fick das System“ rollt durch den Saal, völlig durchschwitzte Leiber pogen was das Zeug hält, mittlerweile löst sich selbst bei Nord die Schminke komplett auf, aber trotzdem wird weiter ständig Dampf gemacht und die Reithalle in eine Galopprennbahn verwandelt.

Mit „Fleisch und Blut“ gleitet man schließlich wieder in die leisen Töne hinüber und man darf ehrlich gestehen, dass man bei solch ruhigen, liebevollen Momenten nicht zwangsläufig an Hämatom denkt, aber auch hier beweisen die vier Herren, dass sie dem ebenso gewachsen sind. Kein Wunder also, dass die ständigen „Hämatom“-Rufe aus dem Publikum nie wirklich abreißen wollen und mit „Eva“, wie auch „Offline“ wird dies auch weiterhin anständig befeuert.

Aber alles hat eben auch mal ein Ende, nach schier unendlichen Rufen des Bandnamens und „Oh wie ist das schön“-Gesängen, wird tatsächlich der letzte Song angekündigt. „Halli Galli“ startet und dies mit der Unterstützung von apRon. Was hier an Konfetti, Luftschlangen, Luftballons und geballter Energie über die Bühne fliegt, dürfte selbst die Party-Altmeister von The Adicts mit Respekt erfüllen.

Klar ist damit eigentlich auch, dass sich die Zuschauer damit nicht begnügen werden, also sämtliche Fan-Gesänge noch mal mit voller Kraft voraus, bis sich Hämatom endlich wieder zur Dreingabe auf die Bühne bewegen. „Totgesagt doch Neugeboren“ wird zum absoluten Selbstläufer, bei dem der Vierer fast zur Nebenrolle absteigt, immerhin übernehmen die Fans den Gesang so gut wie komplett, was Nord ein anschließendes „was für eine geile Scheiße“ entlockt. Kann man irgendwie nur genauso zurückgeben, Respekt für ein Konzert, welches mit „Leck mich!“ deftig abschließt und mit einem minutenlangen Applaus belohnt wird.
 
Setlist:

Wir sind Gott
Tanz aus der Reihe
All U Need Is Love
Seelenpiraten
Made in Germany
Teufelsweib
Ahoi
Zu wahr um schön zu sein
Säulen des Wahnsinns
Fick das System
Feuerwasser
Auge um Auge
Ikarus Erben
Fleisch und Blut
Eva
Offline
Kids (2 Finger an den Kopf)
Halli Galli

Totgesagt doch Neugeboren
Alte Liebe rostet nicht
Leck Mich!

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