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Graveyard, Spiders im Konzert (Köln, Dezember 2012)

Retro-Abend ohne Gras

Die Spiders erspielen sich ihre Fans

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Mit Gras ist hier keineswegs die Rauchware gemeint, auch wenn es durchaus passen würde, sich das Package des heutigen Abends mit einigen tiefen Lungenzügen zu verschönern oder mit Peace-Plätzchen die Stimmungsfarben ein wenig aufzufrischen – mit Gras ist hier vielmehr die frisch gemähte Blumenwiese gemeint, wo man sich hinhocken und den schwedischen Graveyards lauschen könnte. So aber treffen um die 750 Fans in der Kölner Essigfabrik ein, was im Gegensatz zur letzten Tour mit einem Stopp im Kölner Underground wieder einen Sprung nach oben bedeutet. Anscheinend bleibt man gerne unter sich, denn im Vorprogramm haben sich die Retro-Rocker eine passende Bands namens

Spiders

mitgenommen, die musikalisch und auch optisch dem Headliner des heutigen Abends in nichts nachsteht. Das Göteborger Quartett Spiders mit dem Hang zu Vinylscheiben – die übrigens in Köln zu einem kaum akzeptablen Kurs von 10 Euro für eine Vinyl-7“ über die Merchtheke gehen – will natürlich das vor knapp zwei Monaten veröffentlichte Debütalbum „Flash Point“ vorstellen, wobei sie gleich auch mit dem Opener jener Scheibe starten.

Das Publikum, vielleicht schon gute 500, wirkt noch arg zurückhaltend, klar, die noch völlig unbekannte Truppe muss erst einmal zeigen, was sie so drauf hat. Dabei müssen sie rein musikalisch überzeugen, denn von einer unterstützenden Lightshow kann heute Abend keine Rede sein, vielmehr sind die Protagonisten immer wieder in monotones Licht getaucht, welches den Farbenkomplex der Siebziger ganz gut widerspiegelt. Denn genau da fühlen sich die Schweden offenkundig wohl, nicht nur die hardrockige Mucke passt genau in jene Zeit, sondern auch die von Frontfrau Ann-Sofie getragene Jacke versprüht mit dieser gardinenähnlichen Girlande genauso den Eindruck von Flower Power – nur die Schlaghosen fehlen.

Schluss aber mit den Äußerlichkeiten, was zählt ist schließlich die Musik, und die kann sich hören lassen. Zwar braucht vor allem Ann-Sofie durchaus drei Songs, um sich in ihrer Rolle zu finden, doch dann steppt sie immer wie verdrogt über die Bühne, während ihre Gesangsleistung immer souveräner wird, wobei sie deutlich häufiger Kontakt zu ihrem Gitarristen John Hoyles sucht.

Die anwesenden Fans brauchen auch erst ihre Eingewöhnungszeit, bedanken sich noch bei „Rules Of The Game“ mit zaghaftem Applaus, der sich aber von Song zu Song steigert, bis sie schließlich laut klatschend dem „Hard To Keep True“-Finale einen würdigen Abschluss verpassen. Spiders verplempern auch nicht ihre knapp 30 Minuten Spielzeit, verzichten auf große Ansagen, Ann-Sofie peppt den Sound mit Rassel oder Mundharmonika auf, ein kurzes, leicht zögerndes „Dankeschön“ nach „Weekend Nights“ und ein zarter Handkuss nach „Loss & Trouble“ – und schon ist der Abend vorbei und die Fans sind um einen Retrotrip bereichert.

Setlist:

Hang Man
High Society
Rules Of The Game
Weekend Nights
Love Me
Loss & Trouble
Hard To Keep True

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