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Grand Magus, Audrey Horne, Zodiac, The Vintage Caravan im Konzert (Hamburg, März 2014)

Vier tolle Bands mit einem klaren Gewinner

Zeigten sich wieder mal in Topform: Toschie und Audrey Horne

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Audrey Horne

Für Audrey Horne gilt ähnliches wie für Zodiac: Live kommen die Songs noch kraftvoller und authentischer herüber – genauer gesagt sind die Norweger so etwas wie die geborene Liveband. Wer den Bericht vom Rock Hard Festival 2013 gelesen hat, erinnert sich vielleicht noch, wie der Verfasser dieser Zeilen vom damaligen Auftritt der Band geschwärmt hat. Auch heute gibt sich das Quintett keine Blöße und beweist, dass es eine der besten und unterhaltsamsten Combos überhaupt auf der Bühne darstellt. Die Gitarristen Ice Dale und Thomas Tofthagen beherrschen alle typischen Rockstar-Posen, besonders bei den zahlreichen Harmoniesoli, die einen einfach nur stets aufs Neue mit der Zunge schnalzen lassen, aber man hat nie das Gefühl, dies sei übertrieben oder affektiert. Und Sänger Toschie ist sowieso ein unglaublich charismatischer Frontmann, der auf total liebenswerte und bodenständige Weise mit dem Publikum kommuniziert.

Die Zuschauer sind von Anfang an da und schmettern die Refrains solcher Gassenhauer wie „Redemption Blues“, „There Goes A Lady“ oder der unwiderstehlichen tanzbaren Nummer „Pretty Little Sunshine“ kräftig mit. Ausverkauft ist der Laden leider nicht, doch besonders vorne geht es richtig intensiv ab. Sehr ärgerlich, dass der Sound anfangs total zu wünschen übrig lässt, es ist laut, breiig und basslastig, erst ab dem vierten Stück kriegt der Soundmann es endlich gebacken – jedoch nur, damit es zum Ende wieder schlechter wird; muss und kann man nicht begreifen.

Den Leuten ist es egal und Toschie freut sich sichtlich über die euphorischen Reaktionen – keine Ahnung, warum immer wieder behauptet wird, das Publikum in Hamburg sei lahmarschig. Der Sänger jedenfalls lässt ein paar Sprüche ab („after the show we’ll have some beers together at the merch and then we’ll take all your money“), liefert sich zwischendurch immer mal wieder ein kleines (natürlich nur gespieltes) Wortgefecht mit Bassist und Backing-Sänger Espen Lien und ist sehr gut gelaunt.

Die Setlist unterscheidet sich nicht sonderlich von den Konzerten im letzten Jahr – vom dritten, selbstbetitelten Album werden „Bridges And Anchors“ sowie „Blaze Of Ashes“ (dieses Killer-Riff!) gespielt, der Rest stammt fast komplett vom letzten Output „Youngblood“. Sie müssen demnach sehr stolz auf die Platte sein, was sie allerdings auch sein können, so wie das Teil mit Hits angereichert ist; allein der Titelsong ist einfach ein absoluter Oberhammer.

Und doch werkeln die Jungs offensichtlich bereits am nächsten Album, denn man hat zwei brandneue Nummern im Gepäck, die man live gerne austesten will. Nach meiner bescheidenen Meinung hat die zweite („High N’ Dry“) der ersten („I Know“) gegenüber qualitativ klar die Nase vorn (soweit man das nach erstmaligem Hören beurteilen kann), aber die Fans bescheinigen mittels hochgereckten Daumen natürlich beiden Stücken große Klasse. Wer würde in dieser Situation schon anders reagieren, wenn der sympathische Toschie fragt, ob man sie gut fand.

Völlig ausgelassen geht es dann zum Schluss zur Sache, als Toschie kurzerhand ins Publikum springt und dort weitersingt, umringt von selig grinsenden Fans, und dann sogar noch Ice Dale und Tofthagen mit ihren Gitarren folgen, wobei ein paar Leute umsichtig die Kabel in der Luft halten, damit sie nicht aus den Instrumenten bzw. dem Mikrofon herausgerissen werden. Toschie wird zum Schluss dann per Crowdsurfing wieder auf die Bühne gehievt, während Espen für den Schlussakkord einem Fan, der die Bühne erklommen hat, seinen Bass umhängt – Wahnsinn, was hier abgeht, da werden es Grand Magus sehr schwer haben, gegen anzustinken. Trotz der Soundprobleme ein weiterer grandioser Auftritt dieser Norweger, die wie erwähnt live einfach nicht zu toppen sind.

Setlist:

Redemption Blues
Bridges And Anchors
Youngblood
There Goes A Lady
I Know (new song)
Pretty Little Sunshine
Cards With The Devil
This Ends Here
High N’ Dry (new song)
Show And Tell
Blaze Of Ashes
Straight Into Your Grave

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