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Gloomball, Hypno5e im Konzert (Mannheim, März 2012)

Alternative und Sphärengeschredder

Gloomball waren bester Stimmung, hatten aber zu wenig Publikum

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Eigentlich ist das 7er in Mannheim einer der Stammclubs der lokalen Metal- und Rockszene: immer gut gefüllt, aber trotzdem mit familiärer und kuscheliger Atmosphäre. Selbige ist an diesem Freitag aber eine Spur zu familiär: Eine halbe Stunde vor dem planmäßigen Start von Gloomball sind vielleicht zehn bis fünfzehn Leute anwesend. Besser wird das auch durch die Tatsache nicht, dass die Franzosen Hypno5e, die hier und heute Release-Party feiern, eine gute Stunde zu spät aufkreuzen und damit ein wenig den Zeitplan über den Haufen werfen. Dementsprechend sind die Mannheimer ein bisschen grummelig bei ihrem Soundcheck – verständlich, solche organisatorischen Missstände gehen einem nun mal sowohl als Fan als auch als Musiker ordentlich auf den Zeiger.

Gloomball

Mit einiger Verspätung erklimmen die Herren von Gloomball um halb elf schließlich die Bühne. Wesentlich voller ist es im Raum kaum geworden, vielleicht 35 oder 40 Leute haben sich eingefunden und nicht alle haben Bock auf Alternative Rock. Macht aber gar nichts, die Band macht erst mal das Beste draus – was anderes bleibt ihnen ja kaum übrig – und startet mit „Long Time Gone“. Vor der Bühne haben sich inzwischen immerhin eine Handvoll Todesmutige versammelt, die der ersten Live-Darbietung des neuen Songs „More And More“, der direkt an zweiter Stelle auf der Setlist steht, beiwohnen wollen. Rein vom Sound her passt der Track optimal ins Set, abgehen ist hier aber natürlich schwierig, weil der Song noch weitestgehend unbekannt ist.

Ab dem Kracher „Burning Gasoline“ kommt zumindest eine Spur Bewegung ins immer noch recht spärlich versammelte Publikum: Man wippt schon mal wohlwollend mit dem Fuß, Applaus gibt es ohnehin und die ein oder andere Matte wird geschwungen. Man merkt aber auch allmählich, dass der Band diese gähnende Leere im Großteil des Saals nicht in den Kram passt. Die irritierte Frage von Sänger Alen, ob man hier auf einer Beerdigung oder einem Konzert sei, ist da schon irgendwie naheliegend; hey, der Mann hat recht, in den Pausen könnte man eine Nadel fallen hören. Es ist einfach zu wenig los. Was ein Profi ist, der spielt aber auch vor fast leerem Haus. Und immerhin: Mit den Bandklassikern „We Do Belong“ und „Torn Inside“ zeigt sich Alen noch mal bei guter Stimme, die Saitenfraktion übt sich in körperlicher Betüchtigung und der Sound lässt auch kaum zu wünschen übrig, abgesehen davon, dass das Schlagzeug eine Winzigkeit zu laut ist.

Das Finale bestreitet wieder mal Robert Teppers Dauerbrenner „No Easy Way Out“ vom „Rocky“-Soundtrack. Zum Glück ist das im Vorfeld angedrohte Bon Jovi- beziehungsweise Manowar-Cover ausgeblieben, das hätte doch massiven Abzug in der B-Note gegeben. Obwohl: Vielleicht hätten Gloomball mich ja zum Power Metal überreden können? So oder so, die Truppe hat die Leute zwar nicht auf übermäßige Betriebstemperatur gebracht, aber doch eine energetische Show abgeliefert, wenn man mal bedenkt, dass kaum ein Mensch vor Ort war. Respekt!

Setlist:

Long Time Gone
More And More
Bitter Place
Burning Gasoline
We Do Belong
Behind Me
Torn Inside
Hands In Blood
No Easy Way Out

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