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Ghost Brigade, A Storm Of Light, Intronaut im Konzert (Hamburg, Oktober 2011)

Gut, aber da ist noch Luft nach oben

Intronaut hatten einen sehr basslastigen Sound

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Mit „Until Fear No Longer Defines Us“ brachten Ghost Brigade ihr nunmehr drittes Album heraus, das genau wie die Vorgänger „Guided By Fire“ und „Isolation Songs“ von Presse und Fans abgefeiert wurde und dazu führte, dass die Finnen nun sogar eine Headliner-Tour durch Europa absolvieren dürfen. Als Vorbands fungieren die beiden amerikanischen Combos Intronaut und A Storm Of Light, von denen zumindest meine Wenigkeit noch nie etwas gehört hat, die aber auch jeweils auf bereits drei Studioplatten zurückblicken können.

Intronaut

Das Quartett aus Los Angeles betritt als erstes die Bretter und dies ziemlich pünktlich um 21 Uhr. Wer meine Berichte kennt, weiß, was jetzt folgt – nämlich das Ärgern über diesen späten Beginn. Ich werde nie begreifen, warum man ein Konzert mit drei Bands mitten in der Woche erst um neun anfangen lässt. Nun, sei’s drum, Intronaut jedenfalls erwischen irgendwie keinen besonders guten Start, der Sound ist übertrieben laut und breiig, sodass man gerne zu den an der Bar des Hafenklangs gratis verfügbaren Ohrstöpseln greift.

Angesichts der Musik, die die Kalifornier fabrizieren, und die sich irgendwo zwischen Progressive Metal und Postrock bewegt, sind die hallgetränkten, wabernden Gitarren bis zu einem gewissen Grad sicherlich gewollt, doch wenn man fast gar keine Strukturen mehr heraushört, hat niemand etwas davon. Im Laufe des Gigs wird der Ton dann aber glücklicherweise besser und man stellt fest, dass diese Band eigentlich echt ganz coole Mucke macht. Auffällig ist vor allem, dass der Bass sehr im Vordergrund steht – tatsächlich spielt Tieftöner Joe Lester sehr komplexe und melodiöse Läufe, während die beiden Gitarristen mehr Hintergrundatmosphäre schaffen. Der stämmige Mann am Langholz wird daher wohl nicht umsonst in der Mitte der Bühne Platz genommen haben, was ja normalerweise das Reich des Frontmannes ist. Auch das Drumming ist ansprechend, von hohem Wiedererkennungswert der Songs kann bei aller handwerklicher Qualität jedoch nicht gerade die Rede sein. Sicherlich aber muss man sich mit den Stücken der Amis näher befassen, um sich da ein wirklich angemessenes Urteil bilden zu können. Leider kann ich nicht mit Songtiteln aufwarten, denn um zu erkennen, ob eine Setlist ausliegt, stehe ich zu weit hinten, und die wenigen Ansagen kann auch kein Schwein verstehen.

Übrigens ist es schon zu diesem Zeitpunkt erstaunlich voll im Hafenklang, wodurch es nicht leichter wird, sich Bier zu organisieren oder sich auf den Lokus zu begeben. So ganz clever entworfen ist der Club halt nicht gerade, befindet sich die Bar doch links von der Bühne und die Toiletten noch einmal dahinter. 

A Storm Of Light

Beim Bandnamen der Combo, die nun nach etwa 20-minütiger Pause folgt, muss man unweigerlich an den Song „A Storm Inside“ des heutigen Headliners denken, aber das nur am Rande. Ähnlich wie die vorige Truppe haben A Storm Of Light Postrock- und Prog-Elemente in ihrem Sound, aber irgendwie klingt das Ganze doch deutlich brutaler, aggressiver und vor allem: primitiver. Das mag zwar Arsch treten, ist auf Dauer aber doch ganz schön anstrengend, denn wenn ewig auf recht simplen Riffs herumgeritten wird, beginnt die Angelegenheit schnell zu langweilen. In Form von ruhigeren Momenten wird zwar der Versuch unternommen, Atmosphäre aufzubauen, aber so richtig überzeugt das nicht – hier wurde auf Teufel komm raus probiert, Klangkaskaden à la Isis und Konsorten zu erschaffen, nur scheitert man mit diesem Versuch insgesamt ziemlich grandios. Auch was die zusammengewürfelten Sequenzen auf der großen Videoleinwand sollen, die keinerlei vernünftigen Kontext aufweisen, bleibt eher rätselhaft. Der Sound ist zudem auch ziemlich bescheiden und erneut breiig. Sorry, aber da geht man doch lieber mit einem Bier bewaffnet nach draußen, um sich ’ne Kippe reinzuziehen.

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Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend