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Firewind, Leaves’ Eyes im Konzert (Bochum, September 2012)

Ein paar mehr ZuschauerInnen hätten es doch sein dürfen…

Livs Schattenspiele in Nebel

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Wie hart der Cluballtag neben den vielleicht glanzvolleren Festivaltagen sein kann, das müssen die Griechen Firewind mit dem Support Leaves' Eyes in der Bochumer Matrix erfahren, nicht, was die Stimmung betrifft, denn die ist ausgelassen gut, sondern eher, was das Zuschaueraufkommen angeht, denn knapp 200 zahlende Gäste lassen sich an diesem Abend in Bochum blicken. Anmerken lassen sich die beiden Truppen allerdings nichts, ganz im Gegenteil, werden sie doch beide fett angefeuert, was dann den Abend versöhnlich ausklingen lässt.

Leaves’ Eyes

Kein Fotograben, heißt es am Eingang, was ja nicht per se schlecht ist, wenn die Matrix nicht gerade überlaufen ist, aber die Vergangenheit hat dann eher gezeigt: Wirklich viel los wird heute in Bochum, was die Zuschauermenge angeht, nicht sein. Knapp eine Viertelstunde vor Spielbeginn tummeln sich vielleicht 50 Fans in Bühnennähe, der Rest verliert sich in den weitläufigen Katakomben des Clubs. Liegt es vielleicht daran, dass Leaves' Eyes mit „Meredead“ zwar ein hochklassiges Album letztes Jahr im April veröffentlichten, das Ganze allerdings auch schon letztes Jahr an Ort und Stelle live vorstellten?
Ein Blick auf die Setlist verrät, dass die Deutschland-Norwegen-Kombination zwar länger randürfen als noch vor einem Jahr, aber großartig neue Songs stehen da jetzt auch nicht. Gut, das kann man natürlich vorher nicht wissen.

Seltsamer allerdings stellt sich die Diskussion einiger Anwesender dar, die Leaves’ Eyes nur wenig bis gar nicht kennen und mit profundem Halbwissen wie „da singt doch eine Frau, die für ihr Alter noch ganz gut aussehen soll“ sich permanent auf Fettnäpfchenniveau bewegen, die aber die Futterluke nicht mehr geschlossen bekommen, als Frontfrau Liv Kristine mit ihrem Taille-betonenden Dress samt High Heels auf die Bühne stöckelt und eher wie ein „heißer Feger“ aussieht.

Verwundert darf man sich dann plötzlich die Augen reiben, wo denn so schnell die ganzen Menschen herkommen, denn mit den ersten Tönen wird es doch voller vor der Bühne, was aber für Leaves’ Eyes auch ein wenig deprimierend sein muss, scheinen sie doch hier im Pott eher zu stagnieren. Liv Kristine, die stimmlich voll auf der Höhe ist, auch wenn die Tour ja schon ein paar Tage läuft, wirkt ein wenig zurückhaltend, schon fast schüchtern und erst mit der Zeit taut sie ein wenig auf, vor allem, als Grunzpartner Alex Krull deutlich aggressiver für Stimmung sorgt. Gegen Schluss fordert dann sogar Liv die Fans mit einem „Wo sind eure Hände?“ dazu auf, sich klatschend zu betätigen.

Mehr Spielzeit, mehr Interaktion – die Rechnung geht bei Leaves’ Eyes voll auf, sei es das Abfragespiel, wer denn Ü 40 oder gar Ü 50 sei, mit entsprechendem Szeneapplaus für einen Senior-Fan mit üppig dimensionierten Lenzen. Bereitwillig gehen die Fans mit, immer wieder die Hände klatschend erhoben oder mitspringend, wenn Alex zum wiederholten Mal für körperliche Ertüchtigung anstiftet. „Im Pott gibt es ja auch Fußball“, schwadroniert Alex und outet sich eher als Nichtkenner der Schalker und Dortmunder Traditionen, die Rivalität kennt er allerdings durchaus und bekommt auch einen Teil davon mit, als er noch vom Stapel lässt, dass sein mitspielenden Gitarrist Thorsten ein Schalker sei.

Auf ihn stürzt sich jedenfalls niemand, vielmehr werden lieber die Powerfäuste zu „Emerald Island“ in die Höhe gelupft, bei „To France“ zeigt sich einmal mehr die Textsicherheit der Gothic- und Metalfreaks bei Chartsmucke aus den Achtzigern und auch dass für Liv sehr heimatliche „Kråkevisa“ wird schon fast ehrfurchtsvoll begleitet. Zwischendurch werden die Pommesgabeln gefilmt, kurz vor Schluss dann noch ein „jetzt nochmals alle alles geben“ und schon verabschieden sich Leaves’ Eyes nach einer kurzweiligen Show, wobei Alex Krull noch mit Augenzwinkern darauf hinweist, bei der nächsten Tour doch einfach auch ein paar Freunde mitzubringen. Liv selbst steht dann nachher auch am Merchstand, lässt sich bereitwillig mit den Fans fotografieren und muss Autogramme fast im Sekundentakt herausgeben – für jedes nette Wort sehr dankbar, schon fast demütig.

Setlist:

Spirits’ Masquerade
Velvet Heart
Ocean’s Way
My Destiny
Melusine
Emerald Island
Kråkevisa
Take The Devil In Me
Elegy
To France (Mike Oldfield-Cover)
Frøya's Theme
Outro Mot Fjerne Land

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