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Fiddler's Green, Punch'n'Judy im Konzert

Bombenstimmung mit einer erstklassigen Liveband
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Fiddler’s Green

Nach kurzen Umbauarbeiten und dem Aufstocken der Bierreserven beginnt das Warten auf Fiddler’s Green. Die Vorfreude treibt auch die letzten Fans von dem Vorraum in den Konzertsaal, der einen guten Füllstand vorweisen kann. Ungeduldig wird auf dem altbekannten Folk-Roadie gewartet, der den Fans das Zeichen gibt, dass in wenigen Sekunde die Partybombe platzt und die Band die Bühne betritt. Kurz nach 22 Uhr ist es dann auch endlich soweit und die sechs Erlangener Frohgemüter stürmen die Bühne und die Herzen der Fans. Der Einstieg hat sich, verglichen zum Sommer, ein wenig geändert. „Life Full Of Pain“ wurde als Opener verdrängt, und stattdessen wird „Highland Road“ die Nummer eins der Setlist und sorgt für muntere Stimmung bei den zahlreichen Fans. Diese hatten nach Punch’n’Judy eine kurze Gelegenheit zu verschnaufen, und treten das Pedal jetzt bis zu der Ölwanne durch. Fiddler’s Green beweisen ab der ersten Melodie, dass sie nicht umsonst eine der besten Live-Bands sind, die durch deutsche Lande streift. Nicht umsonst konnten sie auch auf den großen Festivals in diesem Sommer große Massen für sich begeistern.

Die Masse in der Wuppertaler Börse ist zwar um einiges kleiner, aber deshalb in keinster Weise weniger motiviert. Die gute Laune wird auf der Bühne und davor groß und fett geschrieben, und prägt sich bei „7 Drunken Sailors“ und „Lanigans Ball“ fest auf der Hirnrinde ein. Wie automatisch wird der Modus „gute Laune“ eingenommen und nicht in Frage gestellt. Während die einen springen und hüpfen, genießen die anderen freudestrahlend die fröhlich fiedelnden Klänge von Geige und Akkordeon. Aber nicht nur Stefan und Tobi legen sich voll ins Zeug. Auch Pat, Rainer, Albi und Frank ist anzusehen, dass die Musik mehr als nur ein Hobby ist.

Nachdem „Long Gone“ von dem Album „Drive Me Mad“ nach längerer Abwesenheit von der Setlist nun wieder auf dieser auftaucht und gespielt wird, greift Stefan zur Percussion und entlockt dem irischen Schlaginstrument zu „Mrs. Mc Grath“ die tollsten Klänge. Doch nicht nur für die auditive Wahrnehmung ist diese Lied prädestiniert. Stefans Mimik bietet die tollsten Varianten und er wirkt vollkommen versunken in das Spiel mit der Trommel. Die nächsten Töne werden etwas ruhiger, allerdings nur für die erste Strophe, danach geben Gitarren und Drums gemeinsam mit den anderen Instrumenten eine Tonkulisse, die nur so zum Tanzen einlädt. Nach diesem Stimmungsmacher wird es dunkel. Fiddler’s Green gehen von der Bühne und ein leuchtender Bogen kommt zurück auf die Bühne mit dem Tobi seiner Geige die tollsten Klänge entlockt. Nach kurzer Spielzeit gesellt sich Frank mit einer Pauke dazu und Stefan greift für einen Moment erneut zur Percussion, die jedoch kurz darauf wieder abgelegt wird und durch den zinnernen Eimer ersetzt wird, der schon so manche Show kräftig malträtiert wurde und schon eine vollkommen verbeulte Erscheinung darstellt.

Nachdem „Apology“ und „Raggle Taggle Gipsy“ die Setlist geschmückt haben, wirft Albi plötzlich Zahlen in den Raum und fordert Frank dazu auf, sich für eine zu entscheiden. Dem unwissenden Konzertbesucher stehen Fragezeichen über den Kopf geschrieben. Diejenigen, die wissen, um was im Folgenden gehen wird, sind schneller als jeder Esel, nehmen sich gegenseitig auf die Schultern, noch bevor Frank die Zahl dreizehn durch das Mikro gebrüllt hat. Es sollen sich im Publikum dreizehn vergnügte Paare finden, und die zum Eselreiten bei „Donkey Riding“ antreten. Sicher finden sich da genügend Freiwillige, die zu der Musik munter durch die Gegend zuckeln. Nach der Hälfte kommt der Folk-Roadie vor die Bühne, um Pat ebenfalls auf sein breites Kreuz zu hieven und gemeinsam eine Runde durch den Konzertraum der Wuppertaler Börse zu drehen. Die Jungs von Fiddler’s Green lassen sich stets etwas Gutes für ihre Shows einfallen. Durch ihre gute Laune, ihre Fannähe, der Aktion auf der Bühne und der Kreativität, mit der sie ihre Shows gestalten, zeichnen sich die Erlangener aus. So auch bei „Rocky Road To Dublin“. Wie mittlerweile bekannt ist, ist es bei diesem Refrain immer Zeit für die Wall Of Folk, die bereits auf dem Summer Breeze hunderte Menschen zum fröhlichen Ineinanderprasseln veranlasst hat. Doch heute gibt es eine Änderung. Albi wird von Pat aufgefordert, sich beim Singen auf die andere Seite der Bühne in die Gasse der Wall zu stellen, und dann an der Bühne anzukommen, wenn die Fans zusammenstoßen. In letzter Sekunde kommt Albi an der Bühne an, und bekommt auf dem letzten Meter noch einen sachten Schubser eines Fans mit. Nachdem auch der Circle Pit für verschwitze und zufriedene Seelen gesorgt hat, folgt nun die schwere Entscheidung, ob „Drive Me Mad“ oder „Shut Up And Dance“ gespielt werden soll und eine Stimme aus dem Publikum sagt genau das richtige und brüllt „Beide!“. Klar, dass diese Entscheidung die einzig richtige sein kann, und so schieben Fiddler’s Green „Shut Up And Dance“ hinterher. „Halt’s Maul und Tanz“ wird von dem ganzen, rasenden Club gewaltig mitgesungen und gebührend zelebriert. Es ist wirklich absolut ausgeschlossen zu sagen, wer mehr Freude an dem Gig hat, die sechs Fiddler’s oder die Hunderte Fans.

Wie auch immer, irgendwann kommt jeder Gig zu seinem Ende, und damit der Abschied etwas leichter fällt, sollen sich diejenigen auf der Bühne, und diejenigen, die unterhalb der Bühne stehen, bei „Bugger Off“ noch einmal ordentlich beschimpfen. Zwar stellen sich Fiddler’s Green zum Abschied auf der Bühne auf, aber dieser währt, angesichts des tosenden Beifalls und der Zugabe-Rufe, nicht lange und sie kommen mit „Bottom Of Our Glass“ und „Irish Air“ zurück auf die Bretter. Eine zweite Zugabe folgt mit Albis Solo und „Girls Along The Road“, bevor der Auftritt von Fiddler’s Green nun tatsächlich beendet ist. Völlig zufrieden trennen sich Fans und Band, um sich am Merchandising Stand, oder spätestens beim nächsten Konzert wieder zu treffen.
Es war ein sehr gelungener Auftritt der Band, die vor einem sehr gut gelauten Publikum spielen durfte. Fiddler’s Green konnten heute wieder ihre Ruf als erstklassige Live-Band untermauern und vielen Fans den ein oder anderen Tag fieses Herbstwetter versüßen.

Setlist:
1.    Highland Road
2.    Life Full Of Pain
3.    Sporting Day
4.    7 Drunken Sailors
5.    Lanigans Ball
6.    The Crawl
7.    Bold O`DDonahue
8.    Long Gone
9.    Mrs Mc Grath
10.    All these Feelings
11.    Eimer Solo
12.    Apology
13.    Irish Washerwoman – Star Of The County Town
14.    Raggle Taggle Gypsy
15.    Donkey Ride
16.    I’ll Tell Me Ma
17.    Folk’s Not Dead
18.    The Night That Pat Murphy Died
19.    Rocky Road To Dublin
20.    Drive Me Mad – Captain Song
21.    Shut Up And Dance
22.    Bugger Off
23.    Bottom Of Our Glass
24.    Irish Air
25.    Albi Solo
26.    Girls Along The Road

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