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Fiddler's Green im Konzert (Bayreuth, März 2011)

Wie ein Abend im Pub

Albi hatte die Zuschauer von Anfang an in der Hand

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Für ihren Speed Folk Rock sind Fiddler's Green weiträumig bekannt. Nach dem Erfolg ihrer Live-DVD „Folk’s Not Dead“ und dem extra dafür aufgezeichneten Geburtstagskonzert, das erstmalig einen reinen Akustikteil enthielt, entschlossen sich die Musiker, die Akustikshow in das Format einer Tour zu bringen. Diese Tour hat in der Stadt Richard Wagners, Bayreuth, ihren zweiten Stop. Die gewählte Location, das Zentrum, bietet eine wohnliche, warme und familiäre Atmosphäre. Das Publikum ist bunt gemischt. Hier treffen sich Jung und Alt; Fiddler's Green waren schon immer generationenübergreifend. Es befinden sich auch Fans verschiedenster musikalischer Couleur in der Halle, was beweist: Die Band ist nicht nur altersunabhängig, sie schert sich auch noch einen Dreck um Genregrenzen. Fiddler's Green sind alleine unterwegs, eine Vorband gibt es also heute Abend nicht. Die Bühne im Zentrum wurde stilvoll hergerichtet. Das Backdrop ist eigentlich kein Backdrop, es erstreckt sich über die drei Bühnenseiten. Darauf abgebildet ist ein Irish Pub von innen. Vorne an der Bühne stehen vier Barhocker und unter jedem dieser Hocker stehen zwei kleine Bier.

Um 20:15 Uhr betritt ohne Vorankündigung Schlagzeuger Frank Joos die Bühne und beginnt mit einem Trommelrhythmus. Nun betreten auch die anderen Bandmitglieder die Bühne und das Konzert startet mit „Little Beggar“. Nach einer kurzen Begrüßung folgt „Creel“. Dieser Titel erntet dann auch schon großen Applaus, doch die Zuhörer zögern immer noch leicht. Das soll sich aber ändern. Mit den Liedern „Don’t Come Again“ und „Rose In The Heather“ packen Fiddler's Green nämlich die Mittanzkeule aus. Und mag sich der Oberfranke auch noch so wehren, das ist der Rhythmus, bei dem man mit muss. Es ist also vollbracht, ab jetzt ist die ganze Halle in Bewegung. Die Ankündigung von Pat, dass jeder, der während der „Kunstpause“ in „Days Of Yore“ klatscht, genauso rausfliegt wie jeder, der nach dem Song nicht klatscht, sorgt für allgemeine Erheiterung, aber nicht dafür, dass keiner während der Pause klatscht. Schon während der ersten vier Lieder ist somit klar, dass die Combo keinesfalls ihre Lieder einfach nur ohne Verstärker spielt, vielmehr haben die Fiddler's ihr Programm soweit manipuliert, dass eine Unterhaltungsshow entsteht. Mit „Bottom Of Our Glass“ steht das erste Trinklied auf der Setlist und auf die Frage, ob die Fans gerne ein Sauflied hören möchten, ernten die Instrumentalisten großen Applaus. Als schwierig entpuppt sich das Auftreiben einer leeren Bierflasche. So opfert sich Pat kurzerhand und leert eines seiner kleinen Biere auf ex. Der Mitmachtitel „Cripple Creek“ kommt richtig gut an. Die Fans sind mit Begeisterung dabei. Gelächter bricht aus, als Albi den Titel „Highland Road“ auf indianisch ankündigt. Und tatsächlich wurde der Titel mit einer kleinen indianisch anmutenden Passage angepasst. Praktisch unverändert schallt im Anschluss der Reggae-Song „As I Roved Out“ aus den Boxen, wozu das Publikum kräftig das Tanzbein schwingt. Als Stück aus Pats Vergangenheit wird „Empty Pockets, Empty Fridge“ angekündigt. Die Protagonisten lassen sich zwischen den Liedern immer wieder kurz Zeit, um sich über sich selbst zu amüsieren oder kurze lustige Geschichten zu erzählen, die das Publikum auch immer wieder zum Lachen bringen.  

Ab „Apology“ tauchen Fiddler's Green in einen Balladenteil ein, in den sie ihre schönsten ruhigen Songs gepackt haben. Das ist für die Band aber kein Grund, auf spaßige Ansagen zu verzichten und so gibt es auch hier viel Gelächter. Richtig lustig wird es dann bei „Strike Back“, als sich die Musiker gegenseitig zu Soli auffordern. Was beim Schlagzeug noch klassisch ausgeführt wird, endet spätestens beim Metallophon in einer selbstironischen Darbietung, die die Augen tränen lässt. Als Pat dann ein Gitarrensolo spielen soll, entgegnet dieser nur: „Wir sind hier auf einer Akustiktour, da gibt es doch keine Gitarrensoli!“ Man sieht dem Publikum also an, dass die Lachmuskeln ganz schön strapaziert werden. So langsam kommt die Stimmung zum Höhepunkt. „Star Of The County Down“ wird frenetisch abgefeiert. Als dann auch noch ein iPhone 4 gefunden und an der Bühne abgegeben wird, outen sich die Musiker als unbewandert, wie man denn nun einen iPod von einem iPhone unterscheidet. Nach einigen Diskussionen, in denen dann auch noch das iPat erfunden wird, einigt man sich darauf, das Gerät am Merch-Stand zu hinterlegen. Die kurze Tanzpause wird mit dem Lied „Irish Air“ jäh beendet und die Meute ist sofort wieder voll mit dabei.

Als klassisch mit „Bugger Off“ in einer verlangsamten Version das Konzert beendet wird, können die Künstler nicht einmal ihre Instrumente abstellen, bevor die ersten Zugaberufe durch die Halle schallen. Nach nur kurzer Abwesenheit entert die Band also wieder die Bühne, um „Tan Linn“, „Folk’s Not Dead“ und „The Mermaid“ zum Besten zu geben. Bei „The Mermaid“ wird das Publikum gebeten, mitzusingen, was die Zuhörer auch klasse mitmachen. Wie zu erwarten ist, will wieder niemand die Band gehen lassen, und die Musiker erscheinen ein weiteres Mal und schmettern dem erschöpften, aber glücklichen Publikum „Freeman“, „Mary Mack“ und „Dirty Old Town“ entgegen. Nun ist das Konzert aber nach über zwei Stunden Spielzeit wirklich zu Ende. Dieses Konzert wird vielen als wirklich gelungener Abend in Erinnerung bleiben.

Setlist:

  • 1. Little Beggar
  • 2. Creel
  • 3. Don’t Come Again
  • 4. Days Of Yore
  • 5. Rose In The Heather
  • 6. Bottom Of Our Glass
  • 7. Cripple Creek
  • 8. The Jolly Beggar
  • 9. Highland Road
  • 10. As I Roved Out
  • 11. Empty Pockets, Empty Fridge
  • 12. Dead End Street
  • 13. Apology
  • 14. Another Spring Song
  • 15. Strike Back
  • 16. Charlie
  • 17. Drum Solo
  • 18. Star Of The County Down
  • 19. Irish Air
  • 20. Rose Of Ballymore
  • 21. Irish Rover
  • 22. Bugger Off
  • 23. Tan Linn
  • 24. Folk’s Not Dead
  • 25. The Mermaid
  • 26. Freeman
  • 27. Mary Mack
  • 28. Dirty Old Town
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