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Fear Factory, Devin Townsend Project im Konzert (Hamburg, Oktober 2012)

Jackasses on Halloween

Fear Factory machen an Halloween ordentlich Party

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Fear Factory

Ein guter Grund, warum so mancher wohl nichts dagegen gehabt hätte, wenn das Devin Townsend Project noch etwas länger gezockt hätte, ist wohl auch der, dass Fear Factory in der letzten Zeit teilweise ziemliche Prügel für ihre Liveauftritte einstecken mussten. Besonders Frontmann Burton C. Bell, der heute anlässlich von Halloween geschminkt antritt, stand im Kreuzfeuer der Kritik, da er stimmlich des Öfteren mal neben der Spur gelegen haben soll. Umso erfreulicher, dass man in dieser Hinsicht heute Abend zumindest nicht ausfallend werden muss.

Die Markthalle hat sich mittlerweile gut gefüllt, wenn auch ein paar kleine Lücken beweisen, dass der Laden nicht ganz ausverkauft ist. Aber Fear Factory sind schließlich auch eine wichtige Band, was die Fusion von Industrial-Elementen, Thrash und Death Metal anbelangt, und die Fans sind ohnehin froh, dass Dino Cazares seit 2009 wieder dabei ist – und mal ehrlich: Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man sich kaum vorstellen, dass bei dieser Combo mal ein anderer Gitarrist als der beleibte Mexikaner gespielt hat.

Entsprechend der Masse an Leuten herrscht von Anfang an gute Stimmung, hin und wieder werden Moshpits gestartet und der Sound dröhnt aggressiv und laut aus den Boxen, ohne dass es sich nur um Brei handeln würde. Burton ist relativ gut bei Stimme, vor allem bei den Brüllpassagen; bei den cleanen hat er manchmal ein paar Probleme in den Höhen, wahrscheinlich ist er erkältet – summa summarum aber geht das in Ordnung. Zumindest zeigt er, dass er noch nicht alles verlernt hat. Cazares und Ex-Six Feet Under-Bassist Matt DeVries, der ja erst kürzlich zur Angstfabrik hinzustieß, tauschen indes immer wieder die Positionen und bangen sich ordentlich einen ab.

Der Fokus liegt ausschließlich auf neuem und ganz altem Material, die Phase, in der ohne Dino Cazares die beiden nicht unumstrittenen Alben „Archetype“ und „Transgression“ (2004 beziehungsweise 2005) entstanden, wird wenig überraschend komplett ausgeklammert. Beinahe ausschließlich in „Albumblocks“ wird das Material dargeboten, wobei auffällig ist, dass man den ganz alten Stoff aus den Neunzigern komplett ans Ende stellt. Doch bei Fear Factory ist das nicht anders als bei anderen Bands: Die meisten Fans stehen vor allem auf das ganz alte Zeug und das Beste hebt man sich schließlich für den Schluss auf; dementsprechend werden Stücke wie „Martyr“, „Demanufacture“ und selbstredend der Schlusspunkt „Replica“ nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Außerdem betont Burton C. Bell, dass die Gruppe vor genau 22 Jahren, also an Halloween 1990, gegründet wurde, weswegen man nun ganz viel alten Kram spielen würde.

Zum Ende hin wird noch Devin Townsend auf die Bühne geholt, der den Jungs dann auch noch mal zu ihrem Geburtstag gratuliert. Gut anderthalb Stunden währt das Spektakel und wer befürchtete, die Amis könnten es nach zuletzt schwächeren Shows nicht mehr, sah sich heute eines Besseren belehrt, denn Fear Factory haben zweifelsohne saftige Tritte in die Kauleiste verpasst.

Setlist:

The Industrialist    
Recharger        
Shock            
Edgecrusher    
Fear Campaign    
Acres Of Skin        
Linchpin        
New Messiah        
Martyr            
Scapegoat        
Self Immolation    
Demanufacture    
Self Bias Resistor    
Zero Signal        
Replica       

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